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Sie sind als »Cappuccino-Gruppe« regelmäßig gemeinsam unterwegs und wünschen sich einen zügigen Ausbau der Radwege im Landkreis – die Seniorenradler des Radsportvereins Berchtesgadener Land bei ihrer Herbstversammlung in Bad Reichenhall. (Foto: privat)

Herbstversammlung beim RSV Berchtesgadener Land: Radwege lassen zu wünschen übrig

Berchtesgadener Land – Die Mitglieder des Radsportvereins (RSV) Berchtesgadener Land nutzten bei ihrer Herbstversammlung noch die letzte Gelegenheit, sich über den »Radentscheid Bayern« auszutauschen. Es wurde bei der Versammlung unter Leitung des RSV-Vorsitzenden Günter Wolf aber auch die Radwegesituation im Landkreis kritisch beleuchtet.


Und das Urteil der Anwesenden fiel nicht gerade positiv aus. Während im südlichen Landkreis Radwege ausgesprochen selten anzutreffen sind, was nach Vermutung der Vereinsmitglieder auch der dort schwierigeren Topografie geschuldet ist, so mangelt es im übrigen Landkreis ebenfalls in weiten Teilen an Radwegen.

Zwar sind nach Ansicht der RSV-Mitglieder in einigen Fällen durchaus gute Ansätze zu erkennen, wie zum Beispiel in Freilassing entlang der Münchener Straße bis hinaus zum Schwimmbad und weiter über Saaldorf bis nach Laufen. Aber auch dabei sind immer wieder Straßenquerungen zu überwinden oder Teilstücke, die eben über keinen Radweg verfügen. Und auch der Radweg von Mitterfelden über Thundorf in Richtung Teisendorf, entlang der Kreisstraße, kommt nur mühsam voran und verschlingt enorme Summen wegen seiner schwierigen Trassenführung. Darüber gab es vor Kurzem eine lange Diskussion im Kreistag (wir berichteten).

Und darüber hinaus ist viel Stückwerk zu verzeichnen, also Radwege, die für einige Hundert Meter oder wenige Kilometer gut ausgebaut sind, dann aber im Nichts enden – so die bei der Herbstversammlung geäußerte Kritik. Es gab im Landkreis vor geraumer Zeit eine zeit- und geldaufwendige Planung, die im Endeffekt jedoch darin bestand, bestehende Radwege mit viel Aufwand neu auszuschildern. Und auch der hoffnungsvolle Versuch der Bürgermeister der Landkreisgemeinden, hier weiterzukommen, scheint in die Mühlen der Straßenbaubürokratie zu geraten und dort vorerst mal liegen zu bleiben, wurde kritisch angemerkt.

Dabei ist es seit einer geraumen Zeit für die RSV-Mitglieder deutlich zu spüren – die Menschen wollen, gerade in ihrer Freizeit, aber nicht nur dann, viel mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein, wenn denn nur einigermaßen vernünftige und durchgehende Radwege zur Verfügung stünden. So sieht man unter anderem an schönen Sommertagen oder an den Wochenenden oft Hunderte von Radlern, allein oder in größeren Gruppen, mit und ohne Elektrik, die allein auf der Strecke von Freilassing nach Bad Reichenhall unterwegs sind. Sie tun damit Gutes für ihre Gesundheit und schonen die Umwelt – und allein dies sollte, so der abschließende Appell des Radsportvereins an die Straßenbauverantwortlichen, ein Grund sein, dem Radwegebau, so wie es auch bei dem möglichen Volksbegehren vorgesehen ist, endlich den gebührenden Stellenwert beim Verkehrswegebau einzuräumen: So sollte mit jedem Kilometer Straßensanierung oder -ausbau auch ein Kilometer Radwegebau einhergehen.

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