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Heute wird der Vorentwurf des Flächennutzungsplans präsentiert – Gemeinde möchte sich verjüngen

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Wohnraum für alle: Die Gemeinde möchte in den nächsten 15 bis 20 Jahren 600 zusätzliche Bewohner anlocken – um zu wachsen. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden – Der Vorentwurf des Flächennutzungsplans des Marktes Berchtesgaden ist fertig und wird heute Abend um 20 Uhr im kleinen Saal des Kongresshauses der Bevölkerung vorgestellt. Im Flächennutzungsplan wird aufgezeigt, in welche Richtung sich die Gemeinde in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird, wo weiterer Wohnraum ausgewiesen wird, wo Gewerbeflächen entstehen könnten. Das Ziel des Marktes Berchtesgaden: deutlich mehr junge Bewohner.


Seit Februar 2012 werden in der Verwaltung des Marktes die Weichen für die Zukunft gestellt. Nicht nur dort: Auch in Ramsau, Marktschellenberg, Schönau am Königssee und Bischofswiesen werkelt man am Flächennutzungsplan. Gemeindeübergreifend – einmal im Monat treffen sich die Beteiligten zu einem »jour fixe«, bei dem der Stand der Dinge besprochen wird. Sehr konstruktiv und gut sei die Zusammenarbeit, sagt Verwaltungsinspektor Markus Hölzl, in der Gemeinde für das rechtliche Bauwesen zuständig. In Berchtesgaden steht mittlerweile der Vorentwurf des Flächennutzungsplans. Und in diesem zeigt sich, dass Berchtesgaden bewohnermäßig größer werden soll. »Hier leben vergleichsweise viele ältere Menschen – wir überaltern.« Demnach sei das Ziel, auch jungen Menschen den Zuzug zu ermöglichen, so Hölzl. »Insgesamt wollen wir das Durchschnittsalter senken.« Dafür braucht man natürlich entsprechende Flächen, auf denen Wohnraum entstehen kann. Die Gemeinde schafft zwar kein unmittelbares Baurecht, bereitet dieses aber vor.

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Bei Markus Hölzl im Rathaus von Berchtesgaden stehen zwei große Schautafeln mit Karten. Berchtesgaden ist darauf abgebildet. Viele grüne Flächen sind zu sehen, das ist die Landwirtschaft, auch einige rote Flächen, die für ausgewiesenen Wohnraum stehen. Im Vergleich mit dem Flächennutzungsplan von 1985 hat sich einiges getan. »Es hat lang gedauert, bis wir einen neuen Flächennutzungsplan angegangen sind«, sagt Markus Hölzl. Viel Arbeit stecke darin.

Berchtesgaden soll laut Plan in weiten Teilen so bleiben, wie es ist. Die Bebauung soll weiterhin zentral ausfallen. Streusiedlungen in der Fläche stammten aus alter Zeit. Einige Wohngebiete, etwa jenes in der Waltenbergerstraße am Obersalzberg, sollen nachverdichtet werden, rund um die Vorderbrandstraße wird es hingegen neuen Wohnraum geben – auf dem Stockklausnerfeld etwa. Insgesamt dürften in Berchtesgaden 340 Wohneinheiten entstehen. Knapp 590 zusätzliche Einwohner könnten sich dadurch in Berchtesgaden ansiedeln – auf einer Gesamtfläche von 80 000 Quadratmetern. Auch in Sachen Gewerbeausweisungen gibt es Neuigkeiten: Vier weitere Betriebe könnten im Ort – sofern der Gemeinderat zustimmt – Bauflächen vorfinden.

Für den Flächennutzungsplan musste die Gemeinde Vorabanfragen an 88 Stellen schicken – an unterschiedliche Regierungsabteilungen, an Ämter, Vereine, Verbände und Versorger, an die an den Talkessel angrenzenden Gemeinden ebenso. »An alle, die von der Planung in irgendeiner Weise betroffen sind«, weiß Markus Hölzl. Diese konnten dann Stellung nehmen. Auch die Wünsche von Bürgern wurden im Vorentwurf des Flächennutzungsplans berücksichtigt: 46 Bürgeranträge gingen bei der Gemeinde ein, 19 konnten mit in den Plan aufgenommen werden. Dass der Flächennutzungsplan in Kraft tritt, ist für das Jahr 2014 geplant, sagt Hölzl. Den Vorentwurf des Flächennutzungsplans stellt Bürgermeister Franz Rasp gemeinsam mit dem Planungsbüro Steinert heute um 20 Uhr im kleinen Kongresshaussaal vor. Einlass ist ab 19 Uhr. Die Öffentlichkeit wird dazu aufgerufen, sich auch mit Diskussionsbeiträgen an der Veranstaltung zu beteiligen. Kilian Pfeiffer