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Die Asylunterkunft in Bischofswiesen, ein ehemaliges Sporthotel, ist eine der größten Unterkünfte im Landkreis Berchtesgadener Land. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Hilfe für ukrainische Flüchtlinge

Berchtesgadener Land – Dutzende Unterbringungsmöglichkeiten hat Landrat Bernhard Kern auf Seiten des Landkreises parat. Diese stünden geflüchteten ukrainischen Familien ab sofort zur Verfügung, so der Landrat. Im Notfall will er sich an die Bevölkerung wenden. »Wir sind gerüstet, wenn die Flüchtlingswelle kommen würde«, sagte Kern am Sonntag während eines Telefonats. Weil der Krieg auf europäischem Boden »seit Tagen die Welt in Atem« hält, wolle man gerüstet sein für Kriegsflüchtlinge.


Es war nur ein kurzer Beitrag auf Facebook und Instagram, den der Landkreis am Samstag veröffentlichte. Auf eine Pressemitteilung verzichtete man dabei fürs Erste. »Ich hatte am Freitag ein Videotelefonat mit oberbayerischen Landräten und dem Regierungspräsidenten«, berichtet Kern. Dort tauschten sich die Teilnehmer über mögliche Unterbringungsmöglichkeiten aus. Mit dabei waren auch Vertreter der Ausländerbehörde am Landratsamt. Der Landkreis erhob alle zur Verfügung stehenden Wohnungen, die sich unter anderem in Asylunterkünften im Berchtesgadener Land befinden und die gerade leer stehen.

»Wir haben jetzt einen guten Überblick über unsere Unterkünfte, die wir für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung hätten«, so Kern. Panik müsse niemand haben, beschwichtigt er. »Wir wollen aber gewappnet sein, falls der Bedarf vorhanden ist und Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf brauchen.« Kern sagt auch, dass er sich im Fall der Fälle an die Bevölkerung wenden werde. Leer stehende Unterkünfte und Ferienwohnungen könnten im Notfall den Bedarf lindern.

Der polnische Partnerlandkreis des Berchtesgadener Landes, Belchatow, hat bereits ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, vor allem Frauen mit Kindern. Landrat Kern hat am Wochenende mit dortigen Vertretern »ein längeres Telefonat« geführt. »Wir haben unsere Hilfe angeboten«, sagt er. »Wir sind nicht nur Partnerlandkreis auf dem Papier, sondern sind bereit, wenn wir gebraucht werden.«

kp