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Berchtesgaden (MA) – Leider gibt es nichts mehr hinzuschauen, allenfalls auf eine historische Ansichtskarte der ehemaligen Berchtesgadener Lesehalle (abgerissen 1968) am alten Kurpark. Ihr Schöpfer war der seinerzeit berühmte Münchner Architekt Franz Zell, der am 28. Februar vor 150 Jahren geboren wurde. Doch nicht nur in Berchtesgaden, wo er auch das Hofbräuhaus-Sudhaus entwarf und das Fürstpropstzimmer im »Bräustüberl« mit seinen Möbelentwürfen im sogenannten Heimatstil ausstattete, hat sich Zell einen Namen gemacht. In Oberammergau stammen beispielsweise das Schnitzschulgebäude und das Heimatmuseum und darüber hinaus viele andere charakteristische Gebäude im Oberland von ihm. In einer Ausgabe des »Berchtesgadener Anzeigers« vom April 1912 war zu lesen: »Architekt Franz Zell, Schriftleiter der Deutschen Bauzeitung und Reallehrer an der kgl. Baugewerkschule in München, der in Berchtesgaden die von Fachleuten sehr geschätzten Bauten der Lesehalle und des Hofbräuhauses schuf, erhielt zu Ostern von Seiner Majestät, dem Prinzregent Luitpold, den Titel eines kgl. Professors verliehen. In dieser Ernennung liegt eine begrüßenswerte Anerkennung der bisherigen künstlerischen Tätigkeit des Architekten, im Besonderen seiner Verdienste auf dem Gebiete der heimatlichen Kunst- und Denkmalpflege.« Für die Oberammergauer ist der 150. Geburtstag von Franz Zell Anlass, ihm im Dezember eine Sonderausstellung zu widmen. (Repro: Angerer)


 
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