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Hinter der Kamera zu Hause

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Drehte auch schon im »Kuckucksnest« in Berchtesgaden: Maximilian Maier (r.). (Foto: Pfeiffer)
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»Days of Daze« heißt Maximilian Maiers neuer Film, der am Montag, 8. August, im Vorfeld der »European Outdoor Film Tour« im Schneewinklstadion gezeigt wird. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Hinter der Kamera fühlt sich Maximilian Maier am wohlsten. Der Berchtesgadener studiert »MultiMediaArt mit Schwerpunkt Film« in Salzburg. Mit zahlreichen Sportlern hat der 25-Jährige schon gefilmt, unter anderem mit Downhill-Longboardern. Während der »European Outdoor Film Tour«, die am Montag im Open-Air-Kino im Schneewinkl Station macht, präsentiert Maier im Vorfeld seinen neuen Film »Days of Daze«, in dem er die Berchtesgadener Brettsportler bis nach Italien begleitet hat.


Fotografie und Film – das hatte Maximilian Maier schon immer interessiert. Was lag da also näher, als einen Beruf daraus zu machen? Er entschied sich für ein medienübergreifendes Studium, das Audio, Film und Computeranimation vereint. Nach dem Grundlagenstudium im ersten Jahr spezialisierte er sich auf den Fachbereich Film, belegt dennoch zwei Wahlfächer, die sich mit Fotografie beschäftigen. Der Studiengang beinhaltet unter anderem den gesamten Ablauf der Produktion eines Films, »angefangen bei der Idee über die Umsetzung bis hin zum fertigen Film«, sagt er. Regie, Licht und Kamera, visuelle Montage, Post-Production – Dinge, die gelernt sein wollen. Denn für ihn steht fest: Er möchte hinter der Kamera stehen.

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Begonnen hatte alles mit der Fotografie. Mit dem Festhalten schöner Momente, dem Einfangen besonderer Motive. Maier assistierte bereits vor seinem jetzigen Studium in Salzburg mehreren Fotografen bei größeren Projekten in München. Dennoch: Schnell kristallisierte sich heraus, dass das Bewegtbild die eigentliche Leidenschaft war. In seinem aktuellen Studiengang sind die Übergänge fließend: »Wo sich mein zukünftiger Arbeitsplatz befindet, ist derzeit schwer zu definieren«, sagt Maier. Das Studium ist breit gefächert und flexibel. »So ist es letztendlich auch bei der Auswahl des Arbeitsplatzes«, sagt er.

Natürlich ist so ein Studium oft theorielastig, dennoch wird der Praxis ein hoher Stellenwert eingeräumt: »Ich verbringe viel Zeit in Vorlesungen und an der Fachhochschule, aber die Anteile der Praxisausbildung stehen in einem guten Verhältnis«, sagt Maximilian Maier. In einem Semester werden, fachbereichsübergreifend, in kleinen Teams Filme produziert. »In meinem Fall kommen dazu noch mehrere Fotostrecken, die während eines Semesters entstehen.«

»Kuckucksnest« im Kasten

Kürzlich entstand im »Kuckucksnest«, einer beliebten Kneipe am Fußweg runter zum Bahnhof, ein Film. Ein Semesterprojekt, das mit viel Aufwand gedreht wurde. »VollkornHalbwahrheiten« thematisiert eine eher undefinierbare Beziehung zweier Menschen, die beide dazu bringt, ihr Lebenskonzept zu überdenken. »Großer Wert wurde auf die kleinen Momente in einer Beziehung gelegt, auf die es manchmal ankommt und denen man oft zu wenig Aufmerksamkeit schenkt«, erzählt Maximilian Maier. Mehr möchte er aber nicht verraten. Der Film soll bald zu sehen sein. Das »Kuckucksnest« bot sich für eine Schlüsselszene im Film hervorragend an. »Ich denke, dass uns diese Szene sehr gelungen ist, auch aufgrund der schnellen Wandelbarkeit des ›Kuckucksnestes‹«, sagt Maier. Einige der mitwirkenden Personen stammen aus Berchtesgaden, Freunde und Bekannte. »Sie waren uns eine große Hilfe an diesem Tag beim Dreh.«

Longboard extrem

Ein ganz besonderes Projekt, das Maximilian Maier kürzlich in Deutschland, Österreich und Italien drehte, ist sein neuer Film »Days of Daze«. Ein sportlicher Film über mehrere Berchtesgadener Downhill-Longboarder, die in ihrer Freizeit mit einem Longboard Berge herunterbrettern. Extremsport par excellence. Der Hauptspot der Aufnahmen entstand auf dem italienischen Stelvio-Pass. »Da konnten wir hervorragend drehen«, berichtet Maximilian Maier. Vier Tage lang war das Team unterwegs, begleitete die jungen Brettsportler, Maxi und Sebastian Gschaider, Roman Fendt und Phillip Wagner, mit diversen Kameras, aus allen nur erdenklichen Perspektiven. Rund 300 Gigabyte Material kamen dabei zusammen. Mittlerweile ist der Film fertig. Er soll am Montag im Vorfeld der »European Outdoor Film Tour« im Schneewinklstadion gezeigt werden. Einlass ist ab 19.45 Uhr. Kilian Pfeiffer