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Hirscheckblitz gibt Gas, Skibetrieb wird weniger

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Der scheidende Beiratsvorsitzende Martin Willeitner verabschiedet sich vom Geschäftsführer der Hochschwarzeck-Bergbahn, Christian Riel. Foto: Anzeiger/Schüssler

Ramsau – Für die Hochschwarzeck-Bergbahn waren die beiden vergangenen Winter schmerzhaft. Es wurden aber Maßnahmen eingeleitet, um zumindest den Betrieb der Rodelbahn wirtschaftlich sinnvoll aufrechterhalten zu können. Bei der Gesellschafterversammlung im Ramsauer Oberwirt präsentierten Beiratsvorsitzender Martin Willeitner und Geschäftsführer Christian Riel den Stand der Dinge.


Willeitner ging auf die Schwierigkeiten ein, die die schneearmen Winter der Bergbahn bereiten. Schon im Sommer vergangenen Jahres habe man ein Konzept erstellt, um den Betrieb der Rodelbahn mit geringem Aufwand aufrechterhalten zu können. Dabei sei das Personal der einzige Punkt, an dem man die Kostenschraube noch drehen könne. Ausdrücklich sprach er den Mitarbeitern der Bergbahn, die diesen steinigen Weg mitgehen, seinen Dank aus – fast vier Monate mussten sie im zurückliegenden Winter »stempeln«, mit entsprechenden finanziellen Einbußen. Die Bergbahn, die zwei Drittel ihrer Einnahmen im Winter generiert, habe zwar 53 Tage geöffnet gehabt, davon aber nur zehn Tage Skibetrieb – und das mit Einschränkungen. Auch in der Faschingszeit sei der Umsatz mäßig gewesen. Im Moment habe die GmbH alle Investitionen auf Eis gelegt. Die finanzielle Lage sei jedoch durchaus noch solide: 2013 habe die GmbH einen geringen Jahresfehlbetrag von 283 Euro erzielt. Er schlage vor, so Willeitner, den Fehlbetrag durch das bestehende Kapitalkonto auszugleichen. Dies wurde von den Gesellschaftern einstimmig genehmigt. Für den kommenden Winter hält der Beiratsvorsitzende eine verbesserte Vermarktung und Werbung für die Rodelbahn für geboten. Es müsse in den Köpfen verankert werden, dass durch die Beschneiung auch bei schlechter Schneelage gerodelt werden könne: »Rodeln kann man immer.«

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Geschäftsführer Riel ging näher auf die Finanzen der GmbH ein. Man habe sich zum Ziel gesetzt, die Löhne und Gehälter auf 50 Prozent der Einnahmen zu trimmen, was im Jahr 2013 mit 53 Prozent nahezu gelungen sei. Auf der Ausgabenseite sind die Stromkosten mit 37 000 Euro eine große Belastung. Riel führte hierzu aus, dass die Kosten in diesem Bereich in den letzten Jahren um sieben bis zehn Prozent gestiegen seien, und die Bergbahn nicht von der EEG-Umlage befreit sei, da sie nicht zum produzierenden Gewerbe gehöre. Zudem habe man knapp 17 000 Euro für Diesel ausgegeben, der durch den schwachen Winter nicht zur Gänze aufgebraucht worden sei. Man müsse sich vornehmen, in Zukunft nur noch aufzusperren, wenn dies nicht defizitär sei. Die Versammlung entlastete die Geschäftsführung ohne Gegenstimme.

Angefangen habe der vergangene Winter, so Riel, noch sehr vielversprechend, mit einem frühen ersten Schneefall am 13. Oktober. Man habe dann sogleich einen Probelauf mit der Beschneiungsanlage und danach eine Erstbelegung der Rodelbahn mit einem Fahrzeug von Thomas März vorgenommen. Das Wasser dafür habe man der zentralen Wasserversorgung am Hochschwarzeck entnommen, in Absprache mit der Gemeinde, die auch eine finanzielle Unterstützung zu der Testbeschneiung beigesteuert habe. Insgesamt habe man den Wasserverbrauch effizient gestalten können, mit einem Verbrauch von 1 200 Kubikmetern für beide Beschneiungsphasen. Man habe sich für den wirtschaftlichen Schneetransport durch das Lohnunternehmen Thomas März entschieden, da dieses relativ kurzfristig verfügbar und eine eigene Fahrzeuganschaffung wirtschaftlich problematisch sei. Stolze 50 Fahrten seien für die Komplettbelegung von Thomas März durchgeführt worden, ganze 90 für die Zusatzbelegung durch eigene Unimogs.

So erfreulich die Entwicklung bei der Rodelbahn ist, so bedenklich ist sie beim Skibetrieb. Im Januar habe man fast 14 Tage kompletten Stillstand gehabt, so Riel. Die Anzahl der Öffnungstage sei durch die schlechten Winter in den letzten drei Jahren von 82 über 62 auf 53 gesunken, die der Skitage von 77 über 55 auf 10. 15 000 Euro fehlten im Jahresvergleich, die sonst durch Pauschaltouristen, etwa aus Holland oder Dänemark, eingenommen würden. Deshalb habe man massiv an den Personalkosten gearbeitet und diese um rund 30 000 Euro gesenkt. Immer schon defizitär gewesen seien im Übrigen die Monate Mai und Juni, in denen man den Betrieb der Bahn aber wegen ihres touristischen Auftrages dennoch aufrechterhalten habe. Aus wirtschaftlichen Gründen gelten für Mai erstmals geänderte Öffnungszeiten, die eventuell auch noch in den Juni hinein verlängert werden. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, so Riel, und von der Witterung abhängig. Gelohnt habe sich auf jeden Fall die Anschaffung von 150 Schlitten vor der Saison 2013/14, deren Verleih im vergangenen Winter 20 000 Euro in die Kasse gespült habe. Fest stehe aber auch: »Einen Winter wie den letzten können wir uns nicht mehr leisten.«

Nach mehr als zehn Jahren hat Martin Willeitner gebeten, ihn von seinem Amt als Beiratsvorsitzender zu entbinden. Wie er zum Ende der Versammlung erklärte, könne er, der fast von Anfang an in die GmbH involviert war, auf eine spannende Zeit zurückblicken. Sein Nachfolger wird Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann. Markus Schüssler