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Hirtenkinder proben Texte auf Loferer Alm

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Auf der Soderkaseralm studieren die 15 Hirtenkinder ihre Texte und Lieder ein, vier Tage haben sie Zeit dafür. Fotos: Anzeiger/Hudelist
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Die zehnjährige Monika Schöne aus Bischofswiesen ist heuer zum zweiten Mal dabei.

Lofer – Fünfzehn Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren sind derzeit auf der Soderkaseralm im Loferer Almengebiet, um ihre Texte und Lieder für das diesjährige Salzburger Adventsingen einzustudieren. Als einziges Kind aus Bayern ist heuer wieder die zehnjährige Monika Schöne aus Bischofswiesen dabei. »Ich habe eine Mail bekommen, ob ich wieder mitmachen möchte. Und da hab ich gar nicht lange überlegt, sondern gleich ja gesagt«, freut sich Monika.


Seit Ostern haben zahlreiche Kinder bereits mit Hildegard Stofferin Lieder einstudiert. »Es war nur eine Grobauswahl, erst vor einigen Tagen haben wir uns entschieden, wen wir auf die Alm mitnehmen und wer damit letztendlich beim Adventsingen dabei sein wird.« Insgesamt vier Kinder vom letzten Jahr sind heuer nicht mehr dabei, »wenn sie in die Pubertät kommen oder in den Stimmbruch, dann ist es eben leider vorbei«, so Regisseurin Carolin Richards. »Neu ist auch, dass es heuer erstmals eine tränenfreie Woche hier auf der Alm gegeben hat«, erzählt Hirtenmutter Gudrun Köhl, »bisher hatte doch mindestens ein Kind Heimweh bekommen. Auch der Neuzugang, der achtjährige Simon aus Kuchl, harmoniert mit den anderen Kindern.

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Bereits am ersten Tag auf der Soderkaseralm hat die Regisseurin die Rollen festgelegt. »Wichtig ist mir dabei, dass der Text auch tatsächlich zum Charakter des Kindes passt.« Dass es nur vier Tage braucht, um den gesamten Auftritt einzustudieren, erklärt Richards damit, »dass die Kinder sich schon kennen und gut aufeinander eingestellt sind«. Da heuer mit der »Sehnsucht« wieder ein neues Stück inszeniert wird, müssen auch die Kinder zum Teil neue Instrumente übernehmen. Neben der Geige, Gitarre und Bassgeige sind auch ein Akkordeon, Tenorhörner und Flöten dabei. Die Klarinette übernimmt wieder die zehnjährige Monika aus Bischofswiesen. »Auch sie hat sich seit dem letzten Jahr enorm weiterentwickelt«, so die Regisseurin.

Die fünfzehn Kinder haben auf der Alm aber auch ausreichend Zeit für Spiele und Wanderungen. »Bei einem Milchautomaten auf der Alm hat ein Bursche sofort seine vorbereiteten Münzen aus der Tasche geholt und gemeint, er hat sich schon das ganze Jahr auf diese Milch gefreut, die woanders nicht so gut schmeckt«, verrät Markus Helminger, der früher selbst Hirtenkind beim Adventsingen war und seit 16 Jahren den Nachwuchs betreut. In den kommenden Wochen werden die Kinder einmal pro Woche für weitere Proben in Liefering zusammenkommen, bei der Generalprobe werden sie dann im Festspielhaus erstmals auf den Rest des Ensembles stoßen.

Das Salzburger Adventsingen von Ende November bis Mitte Dezember ist nach den Sommerfestspielen die zweitgrößte Kulturveranstaltung des Landes. Für die fünfzehn Vorstellungen im Großen Festspielhaus gibt es insgesamt rund 36 000 Karten. Das von Tobi Reiser 1946 gegründete Adventsingen bringt neben Volksliedern und Weisen auch eine szenische Handlung auf die Bühne. Michael Hudelist