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»Historischer Moment« und »Ende einer Odyssee«

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Mit dieser Gebäudeanordnung wollen Architekt Manfred Brennecke und Bauherr Dr. Bartl Wimmer beim Projekt »Fest- und Kulturgasthof Stanggaß« auch die schallschutztechnischen Probleme lösen. (Grafik: ArcArchitekten)

Bischofswiesen – Der eine sprach von einem »historischen Moment«, ein anderer von einer »zu Ende gehenden Odyssee« und ein weiterer war »unglaublich begeistert«. Die Bischofswieser Gemeinderäte überschlugen sich am Dienstag geradezu in ihren Huldigungen bezüglich des auf dem sogenannten »Geiger«-Grundstück geplanten Fest- und Kulturgasthofs »Stanggaß«. Bürgermeister Thomas Weber und der Gemeinderat, der einstimmig die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschloss, sagten dem Architekten Manfred Brennecke und dem Investor Dr. Bartl Wimmer auch ihre volle Unterstützung zu.


Zunächst hatte Architekt Manfred Brennecke noch einmal die Gelegenheit, das Bauprojekt »Fest- und Kulturgasthof Stanggaß« vorzustellen. Er bekräftigte einmal mehr, dass man die sogenannte Dependace des ehemaligen »Geiger«-Hotels gerne erhalten hätte. »Aber die Zimmer wären dann alle dem von der Straße ausgehenden Schall ausgesetzt gewesen«, begründete Brennecke den nun geplanten Abriss. Auch die kaum zu realisierende Barrierefreiheit war ausschlaggebend.

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Der Hoteltrakt mit rund 35 Zimmern soll nun schallgeschützt auf der Ostseite mit schönem Bergblick angelegt werden. Im selben Gebäude sind eine Gaststube, davor ein Biergarten und ein kleines Seminargebäude als weiterer Lärmschutzwall geplant. In einem parallel angelegten Gebäudetrakt ist ein großer Festsaal für bis zu 250 Personen vorgesehen. Außerdem sollen ostseitig fünf sogenannte Stadelzimmer angelegt werden. Bei der Gestaltung der Anlage will man sich an den historischen Einfirsthöfen orientieren und »enkeltauglich« vor allem Holz verwenden.

»Ich bin begeistert«, ließ Bürgermeister Thomas Weber den Architekten wissen, ehe er die Gemeinderäte um Wortmeldungen bat. Da wurde es fast ein wenig pathetisch, als Hans Metzenleitner (SPD) von einem »historischen Moment« sprach. Schließlich habe man 20 Jahre warten und viele »angebliche Projektplanungen« ertragen müssen. Metzenleitner zeigte sich froh darüber, dass der Gemeinderat in 20 Jahren bei jeder Verführung standhaft geblieben und an einer touristischen Nutzung festgehalten habe. Zwar sei ihm die jetzige Planung anfangs als »zu mickrig« erschienen. Doch mittlerweile könne er sich zu hundert Prozent damit identifizieren. Schließlich sei es eine Melange aus Angeboten für Touristen und Einheimische.

Metzenleitner zeigte sich allerdings von den Stadelzimmern genauso wenig begeistert wie sein Nachredner Paul Grafwallner (UBB). Der bezeichnete die Gesamtplanung immerhin als »super«. Die UBB werde das Projekt jedenfalls unterstützen, versprach Grafwallner.

Von einer »bodenständigen, gut durchdachten Sache« sprach Michael Lichtmannegger (CSU). Man freue sich darüber, dass hier Besitzer, Investor und Betreiber derselbe sei. So sah es auch Sepp Angerer (SPD), der nach eigenen Worten »unglaublich begeistert« ist. Als Bischofswieser sei er stolz auf das Geplante.

Einstimmig fasste der Gemeinderat den Beschluss zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Ulli Kastner