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Historisches, Originelles, Spannendes

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Einige Tafeln des neuen Themenwanderwegs am Königsseer Fußweg stehen bereits. Die erste Information aus Richtung Berchtesgaden widmet sich dem historischen Triftsteg. Foto: Anzeiger/Kastner

Schönau am Königssee – Die Errichtung des Themen-Wanderwegs auf dem Königsseer Fußweg macht Fortschritte. Ein Teil der 20 geplanten Informationstafeln zwischen Triftplatz und Königssee ist bereits errichtet. Über den Zwischenstand informierte Christoph Karbacher den Gemeinderat Schönau am Königssee auf seiner Sitzung am Dienstag.


»Die ersten Tafeln stehen bereits und wir haben schon viel positive Resonanz bekommen«, sagte Bürgermeister Hannes Rasp. Umgesetzt wird das Projekt von Christoph Karbacher, der sich dabei an seinem »Erfolgsmodell Soleleitungsweg« orientierte. »Der Rückhalt im Gemeinderat motiviert mich«, sagte Karbacher und stellte den Lokalpolitikern die bereits errichteten Tafeln, die mit deutschen und englischen Texten versehen sind, vor.

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Der Themenweg beginnt am Triftplatz, wo die erste Tafel freilich auf den historischen Triftsteg verweist. »Wir wollen aber nicht nur Historisches darstellen und erklären, sondern auch Originelles, Einzelpersonen und anderes Interessantes«, sagte Karbacher. So etwas Originelles stellt der Galoppschnitzer dar, der beim Esterle beheimatet war und auf einer dortigen Tafel seine Würdigung erhält. Und auf jeder Tafel gibt es zusätzlich eine Kinderfrage, mit der die Kleinen ihren Spürsinn beweisen können.

»Es ist zuviel zugewachsen«

Wenige Meter weiter wird auf die Nasse Wand verwiesen und der vergleichende Betrachter erkennt, dass das Gelände vor langer Zeit viel weniger bewachsen war. Christoph Karbacher ließ keinen Zweifel daran, dass ihm eine freie Sicht mit weniger Bäumen besser gefällt. »Es ist zuviel zugewachsen. Man sollte hier schon das eine oder andere Stangerl rausschneiden«, so sein Plädoyer.

Christoph Karbacher will den Wanderern mit dem Themenweg auch Möglichkeiten für Touren aufzeigen. So verweist die Tafel an der Einmündung des Höllgrabenbachs in die Ache auf den Ursprung des Baches, der in der Scharitzkehl liegt. »Ein wunderbares Ausflugsgebiet, über das der Betrachter hier mehr erfährt«, erklärte der Königsseer. Später erfährt der Urlauber einiges über den Fischreiher, die Forelle und die Wasseramsel und an der damaligen Haltestelle Schwöb auch die beeindruckende Geschichte der Königlich Bayerischen Staatsbahn zum Königssee.

Auf Höhe Unterstein wird dem Wanderer die Umweg-Variante über das Zentrum Untersteins vorgeschlagen. »Hier gibt es eine Toilette, zwei Bankautomaten, einen Bäcker und einen Metzger. Deren Bedeutung darf man nicht unterschätzen«, sagte Karbacher. Wer sich für diese Variante entscheidet, erfährt zusätzlich einiges über den historischen Gasthof »Unterstein« und kommt außerdem an einem Gemälde von Luis Gurlitt von der alten Drechslermühle vorbei. Hier, wo der Bach unter der Straße verschwindet, kann sich Karbacher die Errichtung eines Wasserrads mit Informationen zum Drechsler und zur Wasserkraft vorstellen.

Als Symbol am Beginn des Wanderwegs will Christoph Karbacher eine lebensgroße Figur eines dänischen Wanderers aufstellen lassen. Der war im Jahr 1832 von Dänemark bis an den Königssee marschiert.

Ergänzung mit QR-Code fürs Smartphone

Rudi Schwaiger (CSU) schlug im Rahmen der kurzen Aussprache vor, die Tafeln mit QR-Codes für das Smartphone zu versehen. Der Wanderer könnte dadurch auf die Homepage der Gemeinde geleitet werden, um weitere Infos zu bekommen. Das hielt Christoph Karbacher für eine gute Idee, die man nach Errichtung aller Tafeln noch realisieren könnte. Eventuell wird sich später auch eine Tafel mit den Kirchen und ehemaligen Kirchen in Unterstein befassen, was Michael Lochner (Freie Wähler) vorgeschlagen hatte. Ulli Kastner