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Hitzewelle über der Schellenberger Dult

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Sonntagnachmittag in Marktschellenberg: Die Schellenberger Dult war wegen der tropischen Hitze kein wirklicher Besuchermagnet. (Fotos: B. Stanggassinger)
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So sah der Sonntagnachmittag im Festzelt aus, die Schloßberg-Musikanten gaben trotzdem alles.
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Marktschellenberg – Kein Lüftchen bewegte sich am Sonntag zwischen den Marktständen der Schellenberger Dult. Deshalb staute sich über dem Asphalt die ohnehin schon beachtliche Hitze. Shoppen und Flanieren machte da keinen Spaß. Die Besucher blieben aus und einige Händler bauten aufgrund des ausbleibenden Umsatzes im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte ab.


Mit einem Festgottesdienst am Sonntag feierten die Schellenberger den Namenstag des hl. Ulrich, Ortspatron und zweiter Kirchenpatron von Marktschellenberg, der am Samstag auf dem Kalender stand. Aus dem Kirchenturm wehte die gelb-weiße Kirchenfahne.

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Nach dem Ortspatrozinium flanierten einige Besucher über die Dult, vorbei an rund 100 Verkaufsständen, und man genoss anschließend das Frühschoppenkonzert mit der Musikkapelle aus Südtirol Unser Frau-Karthaus im Festzelt.

Am Nachmittag glühte jedoch der Asphalt auf Schellenbergs Straßen und die Besucher blieben aus. Mit dem Auto konnte man diesmal problemlos bis zum Ortseingang fahren, nachdem in den Jahren zuvor am Dult-Sonntag bis zur Schnitzhofallee geparkt worden war.

Hans Fischer ging im Schnelldurchgang über die Dult: »Ich brauch ein paar CDs und einen Gürtel«, erzählte er im Vorbeigehen und entschwand dann in Richtung Festzelt. Rudi Rinner half bei der Metzgerei Stoll mit und schüttelte nur den Kopf: »Viel zu heiß«. Am späten Nachmittag war noch der ganze warme Leberkäs in den Verkaufsvitrinen.

Verkäufer Pelzer, der den Besuchern gerne die Kunst des Folienschweißens präsentiert hätte, baute um 17 Uhr seinen Stand ab. »Das bringt nichts mehr«, lamentierte er resignierend. Dabei waren die Leute am Vormittag noch aufnahmefähig. Doch dann, am Nachmittag, zog es die Leute nur noch ins Freibad, an einen See, in einen kühlen Biergarten oder zumindest in den Schatten.

»Kommt heute Nacht ein Gewitter?«, sorgte sich ein an anderer Standbetreiber, der ebenfalls am Nachmittag schon aufgab. Das Zelt des Katholischen Frauenbundes, wo gewöhnlich zu dieser Zeit Kaffee und Kuchen verkauft wurden, hatte das Zelt schon geschlossen.

So manch einer fragte sich, wo sich denn die Insassen der am Straßenrand geparkten Autos aufhielten. Man fand sie in der Schellenberger Ache. Im seichten Wasser war sogar eine Bierzeltbank aufgestellt und man fand ein paar Unerschrockene im Festzelt. Dort spielten die Schloßberg Musikanten und schwitzten. Und weil es sich wenigstens im Bereich der Ache gut aushalten ließ und die Leute einen Riesendurst hatten, verzeichnete man wenigstens im Festzelt einen zufriedenstellenden Umsatz.

Versöhnlich für alle Händler war dann der gestrige Montag. Nach dem morgendlichen Gewitter zog es am späten Vormittag immer mehr Einheimischen nach Marktschellenberg, die Autos standen schnell bis über das Feuerwehrhaus hinaus. Und so sah man nun doch ein Lächeln im Gesicht des einen oder anderen Händlers, der nicht vorzeitig abgezogen war. Bernhard Stanggassinger

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