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Imagefilm zeigt Drehorte im Berchtesgadener Land – Salzburg plant Veranstaltungen

Hollywood am Mehlweg

Salzburg – Es ist der wohl berühmteste Musical-Kitschfilm aller Zeiten. Für US-Amerikaner gehört er zu den Weihnachtsfeiertagen wie Eierpunsch. Chinesen glauben wirklich, dass in Österreich jeder »Schnitzel with Noodles« isst. Und Japaner singen die Lieder in Karaoke-Bars: Heuer vor 50 Jahren war die Premiere von »The Sound of Music«. Gedreht wurde neben Salzburg auch im Berchtesgadener Land. Und diese Tatsache soll jetzt auf österreichischer und auf deutscher Seite vermarktet werden.

Ein Weltstar auf der Wiese: Die berühmte Eröffnungsszene des Kultfilms »The Sound of Music« mit Julie Andrews wurde in Marktschellenberg gedreht. Das Foto hat die damalige Eigentümerin des Grundstücks, Anna Stocker, gemacht. (Repro: Fischer)

Seit fast einem Jahr werkelt die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) an einem geheimnisumwobenen Imagefilm. Am Montag soll er Pressevertretern im Kongresshaus-Kino gezeigt werden. Er trägt den Titel »Sound of Bavaria«.

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In Salzburg machte die Musical-Produktion »The Sound of Music« im Landestheater den Anfang. Es folgen Bücher, eine Gala, ein Chorfestival und touristische Events.

Der Film wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet. Etwa 1,2 Milliarden Menschen haben ihn inzwischen gesehen. Im deutschsprachigen Raum blieb der Streifen, der die Nazi-Vergangenheit thematisiert, weitgehend erfolglos. Doch als Werbeträger sei »The Sound of Music« weltweit wirksamer und für die Stadt wertvoller als die Marke Mozart, teilte der Leiter der Tourismus Salzburg GmbH, Bertl Brugger, mit.

Die US-amerikanischen Gäste wollen seit Jahrzehnten zu den Original-Schauplätzen nach Salzburg und Marktschellenberg. Was in Österreich ein Riesengeschäft ist – die Stadt verbucht jährlich rund 1,2 Millionen Besucher, 40 Prozent davon gaben in Befragungen ihr Interesse an »The Sound of Music« als Hauptgrund für ihre Salzburg-Reise an – führt im Berchtesgadener Land ein kümmerliches Schattendasein. Was die BGLT ändern will. Denn jetzt im Jubiläumsjahr ist der Schmachtstreifen wieder im Gespräch.

Auch bei der Oscar-Verleihung am Sonntag spielte er eine Rolle (wir berichteten). Lady Gaga präsentierte ein Medley der bekanntesten Melodien aus dem Film, bevor ihr Hauptdarstellerin Julie Andrews mit den Worten in die Arme fiel: »Es ist schwer vorstellbar, dass schon 50 Jahre seit diesem wunderbaren Film vergangen sind. Ich habe geblinzelt, und schon stehe ich hier.«

Kurz vor der Realisierung steht ein neues US-Filmprojekt. Unter dem Titel »Last Christmas« soll der Stoff auf Basis der Autobiografie der Trapp-Tochter Agathe Johanna neu bearbeitet werden. Gedreht wird hauptsächlich in Salzburg, angesetzt sind 35 Drehtage. Die Premiere von »Last Christmas« ist für Weihnachten 2015 geplant. Christian Fischer/dpa