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»Holz erzeugt Symmetrie«

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Bürgermeister Hannes Rasp stellt die genauen Pläne zum Umbau des Rathauses am Donnerstag in der Bürgerversammlung vor. Den Gemeinderäten gab er am Dienstag schon einen Vorgeschmack – sie stimmten für den Bauantrag. (Foto: Voss)

Schönau am Königssee – Das Rathaus Schönau am Königssee wird barrierefrei umgebaut. Der Bauantrag bekam am Dienstagabend vom Gemeinderat grünes Licht. Die Mitglieder diskutierten besonders über die neue Fassade auf der Nordseite, in Richtung Lukasfeld. Hier lautete die Frage: Holz oder Farbe? Mit zwei Gegenstimmen entschied sich das Gremium für die Holzverkleidung.


Architekt Wolfgang Schulze zeigte am Dienstag mehrere Ansichten, die für die neue Fassade infrage kämen. Nach zahlreichen Änderungen am Plan sollte schließlich ein Teil der Hausmauer mit Holz verkleidet werden. Und zwar am Anbau, in dem künftig der Fahrstuhlschacht verläuft. Denn wo der Aufzug fährt, sind Fenster unnötig. Auf derselben Gebäudeseite, mit Blick Richtung Lukasfeld, ist zukünftig der Haupteingang zur Verwaltung und zur Tourist-Info zu finden. Daneben, auf der linken Seite des Aufzugschachts, soll ein Behinderten-WC eingerichtet werden. Parallel zum Fahrstuhl verläuft ein Treppenhaus, dem der Architekt auch Fenster verpasst hat.

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Im Haus selbst wird die Bibliothek in das Erdgeschoss verlegt, und die bisherige Bibliothek wird zu einem »Multifunktionsraum«. Urlauber, die im Erdgeschoss in der Tourist-Info stehen, sollen durch eine große Glastüre auf den begrünten Platz schauen.

Wie einige seiner Ratskollegen kritisierte Rudi Schwaiger (CSU) die unterschiedlich großen Fenster, die der Architekt für den Bau vorgesehen hat. Jedoch machte er auch Zugeständnisse: »Manche Räume brauchen große, manche kleine Fenster.« Beppo Maltan sagte klar heraus: »Die Fenster zum Treppenhaus schauen blöd aus.« Er regte an, vielleicht eine andere Möglichkeit zu finden. Schulze erläuterte, dass die Fenster gleichzeitig Licht in einen langen Gang, der ans Treppenhaus anschließt, bringen sollen.

Auch Hubert Maltan (CSU) befand: »Normale Fenster würden mir besser gefallen.« Er meinte damit die verschiedenen Größen und Arten. Luca Guscelli von den Grünen schlug für das Behinderten-WC vor, das kleine Fenster durch ein größeres zu ersetzen, aber ein sandbestrahltes Glas zu verwenden.

Zur Holzfassade erklärten Architekt Schulze und Bürgermeister Hannes Rasp, sie würde Symmetrie erzeugen. »Diese ist mir vorher abgegangen«, so Rasp. Andreas Pfnür wünschte sich lieber Farbe statt Holz. Diese reicht aber laut dem Architekten nicht aus, um den Gebäudeteil ausreichend hervorzuheben. Allerdings gebe es »1 000 Alternativen« zu Holz. Michael Hofreiter (CSU) verwies darauf, dass Holz mit der Zeit verwittere, grau werde und bald nicht mehr schön aussieht.

Der Bürgermeister stellt die Pläne ausführlich in der Bürgerversammlung am Donnerstag vor. Annabelle Voss

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