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Holz mit Hand und Hirn

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Rudi Schaupp und Norbert Däuber überreichten den Schülerinnen und Schülern die Urkunden.
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Ein Blick in verschiedene Landschaften ermöglichten die Bildhauer im zweiten Jahr. Fotos: Anzeiger/Merker

Berchtesgaden – Traditionell veranstaltet die Schnitzschule Berchtesgaden einmal im Jahr den schulinternen Dannerwettbewerb. Drei Wochen lang arbeiteten die Holzbildhauer und Schreiner und fertigten beeindruckende Arbeiten, wie die verschiedenen Jurys feststellten. In einer kleinen Feierstunde wurden die Preisträger geehrt. Die Stücke können am Tag der offenen Tür am Wochenende begutachtet werden.


Einige Ehrengäste hatten sich zu der Preisverleihung eingefunden. Neben dem stellvertretenden Landrat Rudi Schaupp waren der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp, die Leiterin der Agentur für Arbeit in Traunstein, Jutta Müller, und Vertreter der Berufsschule in Freilassing anwesend. Rudi Schaupp zeigte sich in seinem Grußwort sehr angetan von den gezeigten Arbeiten. »Die Themen sind vielfältig und die entstandenen Stücke zeigen das große Können und das handwerkliche Geschick.« Dabei hob er die Leistung der Fachlehrer hervor, die die Schülerinnen und Schüler zu diesen Leistungen gebracht hatten. »Es ist nicht nur der körperliche Einsatz, die Arbeit mit den Händen, sondern man merkt, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem Herzen dabei sind.« Dieser Dannerpreis sei eine wichtige Prüfung, so der stellvertretende Landrat, da die Leistungen verglichen werden und damit eine gute Vorbereitung auf die Gesellenprüfung und später auf die weitere Laufbahn seien. Schaupp erinnerte all jene daran, die keinen Preis gewonnen hatten, dass sie es sportlich sehen sollten und wichtig ist, was sie daraus gelernt hatten.

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In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Franz Rasp fest, dass die Schülerinnen und Schüler bei dem Wettbewerb die Erfahrung gemacht haben, wie es ist, unter Stress zu arbeiten. »Wenn man wie ich, jedes Jahr die Stücke sieht, bemerkt man, dass etwas vorwärtsgeht, man sieht die Entwicklung.«

Anschließend konnte der Leiter der Schule, Norbert Däuber, die Preise vergeben. Zu den Jurys waren Fachleute eingeladen gewesen, die teilweise eine beachtliche Anreise hatten, wie der Redakteur der Schreinerfachzeitung »dds«, der aus Stuttgart kam. Das zeigt schon, welch guten Ruf die Schule genießt.

»So eine Juryentscheidung«, erklärte Däuber, »ist immer eine momentane Entscheidung. Man weiß nicht, ob dieselbe Jury an einem anderen Tag nicht andere Stücke bevorzugt hätte.« Die jeweiligen Fachlehrer hatten sich wieder sehr interessante Themen ausgedacht. So mussten die Schreiner des ersten Lehrjahrs bei Jürgen Gasteiger etwas »Praktisches« herstellen. Rochus Sebold hatte seinen Schreinern im zweiten Jahr das Thema »hängend« gegeben und traditionell erarbeiteten die angehenden Schreinergesellen im dritten Jahr bei Bernhard Wimmer »Kleinmöbel«, die als Vorbereitung auf die Gesellenprüfung dienen.

Bei den Holzbildhauern im ersten Jahr hatte Hannes Stellner das Thema »Ornament« vorgegeben, während jene Schülerinnen und Schüler im zweiten Jahr bei Petra Schwenzfeier »Landschaften« schnitzten. Die Holzbildhauer im dritten Jahr erstellten bei Walter Ziegler Werke zum Thema »Mensch und Tier«.

Dank einer Spende der Volks- und Raiffeisenbank Berchtesgaden, vertreten durch Bereichsleiter Simon Zuhra, konnte auch der Förderverein Schnitzschule wieder einen Preis je Klasse ausloben. Morgen Samstag, 7., und am Sonntag, 8. Dezember, findet der Tag der offenen Tür in der Schnitzschule statt. Von Montag, 9., bis Donnerstag, 12. Dezember, kann die Ausstellung der Arbeiten anlässlich des schulinternen Dannerwettbewerbs jeweils von 16 bis 20 Uhr besichtigt werden. Christoph Merker