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Hotelier erhält Drohanrufe

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Dummer Drohbriefschreiber: Da das Schreiben handschriftlich verfasst wurde, gibt es eine Menge Spuren. (Foto: Fischer)
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Das »Alpenglühn« vor der Sachbeschädigung: In der Nacht auf Dienstag hat ein Unbekannter die Bäume, die Lichtdeko und Schneemann »Frosti« kaputtgemacht. (Foto: Andreas Burkert)

Berchtesgaden – Peter Juhre ist entsetzt: Nachdem am Freitag ein Artikel über den Inhaber des Ferienparadieses »Alpenglühn« im »Berchtesgadener Anzeiger« erschienen war, erhielt der Hotelier einen Drohbrief und drei Drohanrufe von einem Unbekannten. Auch hat jemand die Außendekoration der Ferienwohnungsanlage demoliert. Der Schaden: knapp 600 Euro. Die Berchtesgadener Polizei ermittelt bereits. Um die Erfolgsaussichten zu verbessern, hat Peter Juhre 500 Euro Belohnung ausgesetzt.


Am Freitag war für Peter Juhre noch alles bestens. Im »Berchtesgadener Anzeiger« erschien ein Artikel über die Auszeichnungen, die der erfolgreiche Hotelier kurz zuvor erhalten hatte. Unter anderem wurde das Ferienparadies »Alpenglühn« auf dem Internetreiseportal »HolidayCheck« zur besten Unterkunft in Bayern gewählt. Unter knapp 19 000 Anbietern. »Ich habe über 200 positive Rückmeldungen auf den Artikel erhalten«, sagt Peter Juhre. Per Telefon, E-Mail und Facebook trudelten Glückwünsche ein.

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Doch die Freude währte nicht lange. Denn irgendjemandem scheint Juhres Medienpräsenz nicht zu passen. Am Samstag lag ein Drohbrief ohne Absender im »Alpenglühn«-Briefkasten. Handschriftlich steht dort wörtlich: »Wenn Sie als ›Berchtesgadener‹ jetzt bald auch noch in Tracht, Schützenhut und Böller dastehen, dann kann ich für nichts mehr garantieren. So was fehlt uns gerade noch.«

Aber es kam noch schlimmer. Am Samstagabend erhielt Peter Juhre den ersten Drohanruf mit unterdrückter Nummer. Zwei weitere sollten folgen. Ein in Berchtesgadener Mundart sprechender Mann mittleren Alters beschimpfte den Hotelier. »Ich solle mich wieder nach München schleichen, hat der Mann gesagt«, erinnert sich Juhre. Außerdem wurde der Hotelier als »Medienschlampe« beschimpft, die sich gut überlegen solle, bei Dunkelheit außer Haus zu gehen.

Dienstag, 6 Uhr: Nach gerade mal drei Stunden Schlaf wird Peter Juhre von einem Angestellten geweckt. Ein Vandale hatte in der Nacht die Außendeko des »Alpenglühn« zerstört. Mehrere Tannenbäume, die mit Kabelbindern und Halteseilen gesichert waren, wurden umgeschmissen, Lichterketten heruntergerissen und der motorbetriebene Kunststoffschneemann »Frosti« kaputtgemacht. Der Schaden: knapp 600 Euro.

Unmittelbar nach den Vorfällen hat Peter Juhre ein Videoüberwachungssystem, das rund um die Uhr in Betrieb ist, installieren lassen. »Es ist traurig, dass man wegen eines Irren zu solchen Maßnahmen greifen muss«, ärgert sich der Hotelier. »Es kann doch nicht sein, dass ehrliche, harte Arbeit und soziales Engagement von einem kranken Hirn torpediert werden.« Christian Fischer

Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, hat Peter Juhre eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Wer etwas mitbekommen hat, kann sich entweder bei der Berchtesgadener Polizei, Telefon 08652/94670, oder beim »Berchtesgadener Anzeiger« – Telefon 08652/958422, E-Mail: redaktion@berchtesgadener-anzeiger.de – melden.