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»Ich bin etwas vorsichtiger gefahren«

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Leopold Prinz von Bayern findet Roßfeld-Bergpreis sehr gut. Bei einer Fortsetzung wäre er wieder am Start. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Beim Roßfeld Bergpreis startete mit Leopold Prinz von Bayern ein prominenter Adeliger. Der Prinz von Bayern stammt aus der adalbertinischen Linie des Hauses Wittelsbach. Er ist der Ur-Ur-Urenkel von König Ludwig I. Seine Königliche Hoheit bestritt mit guten Erfolgen von 1963 bis 1969 Bergrennen und später bis 1998 Rundstreckenrennen. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit dem bekannten Motorsportler über Noblesse, Nebel und Neuauflagen.


Sie sind ja schon früher am Roßfeld gefahren, welche Erinnerungen haben sie an den Bergpreis?

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Leopold Prinz von Bayern: Leider eine sehr traurige. Denn ich war 1968 am Start, als Ludovico Scarviotti bei einem Trainingslauf tödlich verunglückt ist. Ich bin mit einem BMC Cooper Vierter in 3:50 Minuten geworden. Damals verunglückte auch Rolf Stommelen, aber nicht so schwer. Auch damals herrschte teilweise wie heute Nebel.

Wie ging es ihnen im Nebel? Ihr Rennfahrerkollege Dieter Quester hat seinen schönen Lotus zerlegt.

Prinz Leopold: Ich bin schon etwas vorsichtig gefahren, denn es war echt gefährlich. Nebel und eine feuchte Straße sind eine gefährliche Mischung. Bei Quester könnte aber auch ein technischer Defekt die Ursache gewesen sein. Wir wollen ja nichts riskieren und unsere schönen Autos möglichst schonen und den Zuschauern schönen Rennsport bieten.

Sie sind ein Jahr später mit einem Alfa Romeo Junior GTA wiederum Vierter geworden.

Prinz Leopold: Der vierte Platz ist eine ungute Platzierung. Ich wäre schon gerne einmal auf dem Podest gestanden.

Wie geht man das Roßfeld an?

Prinz Leopold: Die Rennpause war ja doch sehr lang. Ich kannte die Strecke somit nicht mehr und musste mich erst herantasten.

Haben Sie etwas von den Zuschauern mitbekommen?

Prinz Leopold: Natürlich bekommt man etwas von den Zuschauern mit. Die Veranstaltung war gut besucht. Bei einer Fortsetzung bin ich gerne wieder dabei.

Gibt es Erinnerungen an 1969?

Prinz Leopold: Rennsport unterstützt man nicht, hieß es in meiner Familie. Rennsport ist gefährlich. Meine Eltern hatten Angst, dass mir etwas passiert. Und so habe ich meine erste Saison mit einem Mini Cooper absolviert. Ich habe im Zelt übernachtet und bin mit 3 000 Mark durch eine Saison gekommen.

Wie gefällt Ihnen die Idee, den Roßfeld-Bergpreis als Gleichmäßigkeitsrennen auszutragen?

Prinz Leopold: Das erste Mal nach so vielen Jahren ist immer schwierig. Aber man sollte doch Uhren benützen dürfen.

Man sieht ihnen ihr Alter nicht an, wir haben sie das gemacht?

Prinz Leopold: Ich habe viel Sport getrieben und besitze halt von den Wittelsbachern gute Gene. Christian Wechslinger