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»Ich bin nicht aus der Welt«

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Pfarrer Peter Demmelmair bleibt Vereinsvorstand der Bad Reichenhaller Philharmonie. Foto: Anzeiger/Aumiller

Berchtesgaden - Er bleibt auch weiterhin der Philharmonie in Bad Reichenhall erhalten: Im Gespräch mit der Heimatzeitung bestätigte Pfarrer Peter Demmelmair, dass sein Amt als erster Vereinsvorstand von seinem Abschied aus Berchtesgaden und seinem neuen Wirkungskreis in Bad Tölz zunächst unberührt bleiben wird. Er wurde vor gut einem Jahr auf zwei Jahre in diese Position der Philharmonie gewählt und wird auf jeden Fall bis zu den Neuwahlen im Frühjahr 2014 die Verantwortlichkeiten unverändert weiterführen.


Sie verlassen den Landkreis, bleiben den Philharmonikern aber erhalten. Wie lässt sich das mit ihrer neuen Aufgabe, der noch größeren Pfarrei in Bad Tölz, vereinbaren?

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Peter Demmelmair: Das wird sich weisen, aber bis August bin ich sowieso noch in Berchtesgaden präsent und danach bin ich nicht aus der Welt. Momentan macht die Arbeit sehr viel Spaß, alles läuft sehr gut und so bleibe ich zumindest bis zum nächsten Frühjahr der Philharmonie verbunden.

Wie kam es dazu, dass Sie zum Vorsitzenden erkoren wurden?

Demmelmair: Wahrscheinlich bin ich auf der ganzen Welt einer der ganz wenigen Pfarrer, die ein 45-köpfiges philharmonisches Orchester betreuen. Das ist schon etwas Besonderes. Ich wurde von mehreren Seiten gefragt. Es sollte jemand mit einem gewissen Bekanntheitsgrad sein, jemand, der integrativ ist und die Aufgaben bündeln kann. Das obliegt mir auch als Dekan in einer vertrauensvollen Position. Das war ein Bonus sozusagen, den ich mitbringen konnte. »Kannst du dir das vorstellen«, wurde ich gefragt, »wir helfen alle zusammen und dann könnte ein Neuanfang gelingen«, und das war auch so.

Wie sind Sie anfangs mit den Herausforderungen klargekommen?

Demmelmair: Zu Beginn war etwas mehr Arbeit vonnöten, weil wir einige Strukturen ändern mussten. Ich war wohl der richtige Mann für den Neubeginn, weil ich vorher überhaupt nicht involviert war. Aber jetzt sind wir auf einem guten Weg. Die internen Abläufe funktionieren prima, wir haben einen hervorragenden Chefdirigenten, die Musiker werden gefordert und gefördert und es gibt klare Strukturen. Ich denke auch, dass sich der Klangkörper des Orchesters gut weiterentwickelt hat.

Was sind dabei Ihre spezifischen Aufgaben?

Demmelmair: Der Vereinsvorstand ist der erste Förderer und Unterstützer des Vereins. Ich bin der Repräsentant nach außen und trage Sorge, dass es intern harmonisch und reibungslos verläuft. Je klarer die Strukturen, umso zufriedener sind alle.

Wie wird das gehandhabt?

Demmelmair: Sagen wir, da gab es noch Entwicklungspotenzial. Aber beim operativen Geschäft mache ich nicht mit, habe gar keine Zeit dazu und auch mit den Arbeitsverträgen habe ich nichts zu tun. Das ist Sache des geschäftsführenden Intendanten Stefan Hüfner, der für die verwalterisch-finanzielle Realisierung zuständig ist. Ich habe ihm volle Handlungsfreiheit gegeben. Er braucht Gestaltungsfreiheit ebenso wie Professor Adt in künstlerischen Belangen.

Welchen Eindruck haben Sie jetzt von der Philharmonie?

Demmelmair: Es hat sich viel verändert in diesem Jahr, alles hat sich beruhigt, aus Fehlern hat man gelernt und der musikalische Anspruch hat sich verbessert. Ich besuche gerne die Abo-Konzerte, habe aber an Samstagen meist keine Zeit und kann daher nicht so oft teilnehmen wie ich möchte.

Wie waren die Reaktionen in Berchtesgaden auf Ihre philharmonischen Aktivitäten?

Demmelmair: Viele waren überrascht, manche stolz. Es gibt in Berchtesgaden eine Reihe von Leuten, die regelmäßig die philharmonischen Konzerte besuchen. Ich bin hier ein bekanntes Gesicht und kann dadurch Menschen für die Musik gewinnen. Ich lege Wert darauf, dass die Philharmonie sich auf Reichenhall konzentriert.

Die Kurmusik und die Präsenz in der Kurstadt sind die Wurzeln. In die Region zu gehen, finde ich natürlich ebenso gut. Das Orchester spielt in Piding, Ainring, Traunstein, Brannenburg, am Obersalzberg und in Schulen. Im Juli gibt es sogar eine Aufführung im Brunnenhof der Münchner Residenz mit »Carmina Burana«. Von München und der dortigen Hochschule für Musik und Theater hat sich der Blick auf Reichenhall intensiviert. Wir haben gute Zusicherungen und stärkere Unterstützung vom Freistaat. Dass hier 50 Leute mit ihren Familien in Lohn und Brot sind, darauf wird schon geachtet. Und je klarer und professioneller das gehandhabt wird, in der Organisation wie auch aus Imagegründen, umso besser kann es funktionieren. Elisabeth Aumiller

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