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»Ich habe Riesenrespekt vor solchen Menschen«

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Landrat Georg Grabner (3.v.l.) freute sich mit den Geehrten (siehe Text), die für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden. (Fotos.: Pfeiffer)
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Edeltraud Scheel bekam das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für ihren Einsatz im Katholischen Bildungswerk BGL.

Bad Reichenhall – Landrat Georg Grabner hat mehrere Landkreisbürger am Montag für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung mit einer Dankesurkunde geehrt. Mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten wurden zudem die Berchtesgadenerin Edeltraud Scheel sowie der Freilassinger Herbert Kaltenbacher ausgezeichnet.


Grabner nutzte den Festakt im Landratsamt für einige besondere Dankesworte für verdiente Mitbürger, die ehrenamtliches Engagement zeigen. Sechs Bürger aus Schönau am Königssee und Freilassing erhielten eine Dankesurkunde. Die meisten Ehrungen kamen Freilassinger Bürgern zuteil, darunter Helmut Fürle, der seit 1997 im Stadtrat Freilassing sitzt, seit 2002 zudem im Kreistag Berchtesgadener Land.

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Ebenfalls mit der Dankesurkunde des Landkreises ausgezeichnet wurde Klaus Lastovka, der seit 20 Jahren im Freilassinger Stadtrat sitzt. Zudem Roland Richter, der sich mittlerweile aus der Politik verabschiedet hat. Roland Richter war von 1996 bis 2014 im Stadtrat in Freilassing sowie Mitglied des Kreistags gewesen. Ebenso Gottfried Schacherbauer, der ebenfalls seit 20 Jahren im Stadtrat von Freilassing sitzt, ab 2002 bis 2014 auch Mitglied des Kreistags war und von 2002 bis 2008 stellvertretender Bürgermeister. Ernst Wohlschlager engagierte sich 18 Jahre lang im Stadtrat Freilassing.

Und auch Stefan Punz, Gemeinderat aus Schönau am Königssee, der von Bürgermeister Hannes Rasp begleitet wurde, bekam eine Dankesurkunde von Landrat Grabner zugesprochen, weil er seit 20 Jahren den Bürgern als Gemeinderat dient. Das Ehrenamt sei maßgeblich wichtig in der Gesellschaft, so Grabner. »Stellen Sie sich vor, es gäbe solche Leute nicht, die sich voll und ganz in den Dienst der Bevölkerung stellen«, sagte er.

Die Protagonisten des Tages waren dann aber Edeltraud Scheel aus Berchtesgaden sowie der Freilassinger Herbert Kaltenbacher, die mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten samt Urkunde ausgezeichnet wurden. So war Scheel jahrzehntelang für das Katholische Bildungswerk Berchtesgadener Land tätig, dessen Aufgabe es ist, »auf der Basis des christlichen Welt- und Menschenbildes katholische Erwachsenenbildung zu fördern.«

Dem Katholischen Bildungswerk verpflichtet

Scheel war von Juni 1989 bis Juni 2006 Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss des Bildungswerks. Seit Juni 2006 war sie die erste Vorsitzende mit insgesamt 33 Mitgliedseinrichtungen, wie etwa Pfarrverbänden und Einzelinstitutionen, und beendete ihre Amtszeit im Mai dieses Jahres. Sie war in der Personalverwaltung tätig, fungierte dort als Dienstvorgesetzte für alle Arbeitnehmer, vertrat den Verein nach innen und außen und hatte weitere Vorstandsaufgaben wie etwa die Sitzungsleitung, die Haushaltsverantwortung oder die Beschlussdurchführung inne. Zusätzlich zu ihren Aufgaben als Vorstand war Edeltraud Scheel mit der Planung und Organisation sowie der Betreuung von Studienreisen betraut. Sie leitete zudem etliche Veranstaltungen im überörtlichen Programm des Katholischen Bildungswerkes. Ihr gelang in ihrer Tätigkeit als Vorstand, laut Bildungswerk, dieses auch »durch wirtschaftlich nicht einfache Zeiten mit Klarheit und Weitsicht verantwortungsvoll zu führen.« Seit 2006 erlebte das Bildungswerk »unter ihrer Führung einen Professionalisierungsschub, der sich unter anderem durch die Erweiterung des Personals zeigte«, so Landrat Grabner. »Mutige und wohlüberlegte Entscheidungen brachten die Einrichtung und die gesamte Erwachsenenbildung der Erzdiözese München-Freising voran«, heißt es vonseiten des Bildungswerks.

Inhaltlich trug Edeltraud Scheel durch Programmentscheidungen maßgeblich mit dazu bei, der Einrichtung »ein unverwechselbares Profil zu verleihen«, so Grabner. Scheels engagierte Kontaktpflege in Politik, Kirche und Gesellschaft, die sie trotz körperlicher Einschränkungen betrieb, sorgte dafür, das Katholische Bildungswerk bestmöglich in- und außerhalb des Landkreises zu vernetzen.

Organisation von Zeltlagern und im Kirchenchor

Bereits seit Jahrzehnten arbeitet Edeltraud Scheel zudem bei der Organisation von Zeltlagern der Ministranten der Pfarrei St. Andreas in Berchtesgaden mit. Sie übernahm die Organisation der Programme und Busfahrten, die Betreuung und den Kontakt zu den Mitgliedern der dortigen Pfarrei. Des Weiteren ist sie seit mehreren Jahrzehnten Mitglied des Kirchenchores der Stiftskirche Berchtesgaden und übernahm im Zeitraum von 2001 bis 2008 das Amt der Jugendschöffin am Amtsgericht Laufen.

Herbert Kaltenbacher ist Gründungsmitglied des Shanty-Chors Freilassing-Salzburg, der im September 2016 sein 35-jähriges Bestehen feierte. Der Shanty-Chor hat es sich zur Aufgabe gemacht, seemännisches Liedgut zu pflegen. Seit über 30 Jahren leitet Kaltenbacher den Chor.

Einmal jährlich tritt der Shanty-Chor im Freilassinger Rathaussaal auf. Bei etwa neun Auftritten jährlich in unterschiedlichen Seniorenheimen begeistert der Chor alte Menschen, vor allem mit Werken aus den 60er- und 70er-Jahren. Der Chor besteht derzeit aus 26 Mitgliedern. Herbert Kaltenbachers Bemühungen, den Chor zu einem festen Bestandteil des Freilassinger Kulturlebens zu machen, seien bestens gelungen, sagt Grabner in seiner Dankesrede.

Zu Kaltenbachers Aufgaben als Chorleiter zählen das Einstudieren neuer Lieder und die Koordinierung in den monatlich stattfindenden Proben. Kaltenbacher sei »ein musikalisches Genie und trägt durch das Einbringen neuer Ideen zur Weiterentwicklung des Chores maßgeblich bei«, sagte Grabner über den Ausgezeichneten. Sein aufopferungsvolles Engagement und der unermüdliche Einsatz prägten den Shanty-Chor maßgeblich und durch seine Leitung sei der Gesangsverein zu dem geworden, »was er gegenwärtig ist«. Kilian Pfeiffer