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»Ich habe schon meinen eigenen Schreibtisch«

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Wechselt per Aufhebungsvertrag von der TRBK zur Bayerischen Seenschifffahrt: Geschäftsführer Michael Grießer. Foto: Archiv/Fischer

Berchtesgaden – Die Stelle des Geschäftsführers der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) bleibt nach dem Wechsel von Michael Grießer zur Bayerischen Seenschifffahrt zunächst unbesetzt. Bis ein Nachfolger für Grießer gefunden ist, übernimmt Berchtesgadens Bürgermeister und TRBK-Verbandsvorsitzender Franz Rasp den Posten. Das Dienstverhältnis Michael Grießers ist per Aufhebungsvertrag kurzfristig, ohne die übliche Kündigungsfrist einzuhalten, beendet worden, damit der scheidende TRBK-Geschäftsführer zum Juli die Nachfolge von Seenschifffahrt-Geschäftsführer Walter Stürzl, der zu diesem Termin in Ruhestand geht, antreten kann.


Priorität hat laut Franz Rasp derzeit nicht die Nachbesetzung der TRBK-Geschäftsführerstelle, sondern die des Gästedienstleiters, die seit Anfang des Jahres vakant ist. Auch der Umbau des Kongresshauses stehe ganz oben auf der Prioritätenliste. »Wir wollen die Aufgaben des Geschäftsführers intern umverteilen«, erklärt Franz Rasp.

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Ausschreibung steht noch nicht fest

Er wolle, gerade jetzt in der Hauptsaison, so oft wie möglich persönlich in der Kurdirektion sein. »Ich habe dort sogar einen eigenen Schreibtisch«, so der Verbandsvorsitzende. Wann die Stelle des Geschäftsführers öffentlich ausgeschrieben wird, steht laut Rasp noch nicht fest. Einen Zusammenhang zwischen der Wahl Rasps zum TRBK-Vorsitzenden und der Kündigung Grießers sieht Berchtesgadens Bürgermeister nicht.

Michael Grießer steht derweil in den Startlöchern für seinen Chefposten bei der Bayerischen Seenschifffahrt, den er am 1. Juli in der Zentrale am Königssee antritt. Nach fast zwölf Jahren als TRBK-Geschäftsführer wollte er sich nach eigenen Worten einer neuen Herausforderung stellen. »Ich bin jetzt 48. Und wollte noch vor meinem 50. Geburtstag etwas Neues anfangen«, erzählt Grießer. Auch, wie er sagt, um nicht betriebsblind zu werden und dem Alltagstrott vorzubeugen. Da sich Michael Grießer als regional verwurzelt bezeichnet, musste es für ihn ein Job im Landkreis sein. Da sei die Stelle bei der Schifffahrt wie gerufen gekommen. »Das ist total interessant«, freut sich Grießer, »mein neuer Posten hat eine ähnlich hohe Wertigkeit wie der des Tourismusdirektors.«

Auf die Stelle bei der Schifffahrt habe sich Grießer Anfang des Jahres beworben. Ganz klassisch eine Bewerbungsmappe an das Bayerische Finanzministerium geschickt. Und wurde prompt zum Vorstellungsgespräch nach München eingeladen. Wie viele Mitbewerber es gab, habe er nicht erfahren. Nach der Zusage habe er mit dem TRBK-Vorstand eine kurzfristige Kündigung per Aufhebungsvertrag vereinbart, so Grießer.

Kostenloses Busfahren als größter Erfolg

Als größten Erfolg bezeichnet der scheidende TRBK-Geschäftsführer das kostenlose Busfahren für Urlauber mit Kurkarte. »Das waren brutale Verhandlungen«, erinnert sich Grießer. Aber letztlich habe es geklappt, was eine Menge für die nachhaltige Entwicklung des Talkessels bedeute und »eine Menge Autos von den Straßen geholt hat«. Genauso glücklich zeigt sich Grießer darüber, dass der Umbau des Kongresshauses nun endlich beginnen konnte. »Das war ein langer Weg«, erinnert er sich.

Negativ im Gedächtnis geblieben ist dem scheidenden Tourismusdirektor der Besucherrückgang in der Watzmann Therme, deren Geschäftsführer er neben seiner Tätigkeit als TRBK-Geschäftsführer bis zum Frühjahr 2013 war. Die Konkurrenz auf deutscher und österreichischer Seite sei einfach immer größer geworden, so Grießer. »Inzwischen sind die Zahlen zwar wieder erfreulich, aber so wie früher wird es nie mehr«, ist sich Grießer sicher. Christian Fischer

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