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»Ich möchte Ninja Warrior werden«

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Simon Brunner (r., kniend) mit den deutschen Teilnehmern beim »Ultimate Beastmaster« in der Nähe von Los Angeles. (Screenshot: Pfeiffer)

Teisendorf – Ein Hindernisparcours der Superlative, Millionen Zuschauer weltweit, Sylvester Stallone als Moderator – und Simon Brunner aus Teisendorf mittendrin: Der 18-Jährige wurde unter Hunderten ausgewählt, an einer neuen Show für den Bezahlsender »Netflix« teilzunehmen. »Ich wollte der Ultimate Beastmaster werden«, sagt er. Auch, wenn es für den Sieg nicht ganz gereicht hat, hat der junge Teisendorfer schon die nächsten Projekte im Blick.


Simon Brunner ist Sportler durch und durch. Ein Allrounder wie er im Buche steht. Er betreibt Parkour, eine Art der Fortbewegung, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Er ist im Free-Running aktiv, macht Breakdance, fährt Snowboard im Winter, spielt Tennis im Sommer. »Eigentlich mache ich fast alles – außer Golf.« Zu wenig Action, sagt er und lacht.

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»Netflix«, ein amerikanisches Unternehmen, das Serien sowie Filme produziert und knapp 100 Millionen zahlende Kunden weltweit hat, hatte vor rund einem Jahr über Facebook nach Sportlern gesucht, die bei einer ganz besonderen Herausforderung teilnehmen wollen: dem sportlichen Wettkampf um die Auszeichnung als »Ultimate Beastmaster«.

Das »Biest«, das es zu bezwingen gilt, ist ein Hindernisparcours in der Größe dreier Fußballfelder, ein als überdimensionales Stahlmonster erbautes, 25 Meter hohes und mehrere Hundert Meter langes Riesending. »Das haben die mitten in einer verlassenen Bergregion in der Wüste bei Los Angeles aufgebaut«, sagt Simon Brunner. »Ich habe den Aufruf gelesen und wollte mitmachen.« Obwohl Simon Brunner zu diesem Zeitpunkt krankheitsbedingt keinen Sport machen durfte. Er hatte einen Bänderriss, war sechs Monate lang außer Gefecht gesetzt. Um sich zu bewerben, musste er ein Video drehen. Ein paar Fitnesstests, Liegestütze, Seilspringen, »die wollten einfach sehen, wie fit man ist«, sagt er. Simon absolvierte die an ihn gestellten Aufgaben einfach auf einem Bein. Das muss die Macher der »Netflix«-Sendung beeindruckt haben. Einen Monat später bekam er die Flugtickets für Los Angeles und hatte die Zusage als einer von 18 Deutschen, die bei dem Wettkampf teilnehmen dürfen – von 800 deutschen Bewerbern insgesamt. »Meine Eltern haben mir das zu Beginn nicht abgekauft, dass ich genommen wurde.

Teilnehmer aus sechs Nationen

»Ultimate Beastmaster« ist ein internationales Format. Teilnehmer aus sechs Nationen treten dort an, aus Deutschland, Brasilien, Mexiko, Japan den USA sowie Korea. In diesen Ländern wird die Sendung auch in der entsprechenden Landessprache von nationalen Stars moderiert und kommentiert. Hierzulande übernehmen Fußballspieler Hans Sarpei und Comedian Luke Mockridge diese Aufgabe. Der Dreh fand bereits im Juli statt. »Wir hatten alle ein Dokument unterschrieben, dass wir über nichts, was in Los Angeles passiert war, sprechen durften.«

Bevor der Wettkampf losging, lernten sich alle 108 Teilnehmer außerhalb von Los Angeles kennen. »Zwei Tage lang wurden wir eingewiesen«, erzählt Simon Brunner. »Das Problem war nur, dass ich mich nicht richtig vorbereiten konnte wegen meines Bänderrisses.« Die Verletzung war erst kurz vor Abreise abgeheilt.

Zwölf Tage lang war Simon am Set. Zehn Episoden wurden gedreht, und zwar immer in der Nacht, weil es tagsüber zu heiß war. »Unsere Drehtage begannen um 16 Uhr am Nachmittag und dauerten bis Sonnenaufgang«, erinnert sich Brunner.

Schwindelerregende Höhen

Die Regeln des Wettkampfes sind schnell erklärt: Jedes Land stellt insgesamt 18 Kandidaten. In den ersten neun Folgen kämpfen pro Episode jeweils zwei Kandidaten aus jedem Land gegeneinander. Um sich den Weg in die zehnte Folge zu erkämpfen, müssen sie einen zermürbenden Hindernisparcours bestreiten. Nur die Gewinner treten im Finale gegeneinander an und nur ein Teilnehmer kann als ultimativer »Beastmaster« aus dem Ring steigen. Soweit hat es Simon Brunner zwar nicht geschafft, aber er hat sich gut geschlagen.

Es wurde geklettert, gesprungen und an Seilen gehangelt, meist über Wasser, in teils schwindelerregender Höhe. Für Simon galt es, über drehende Plattformen zu springen, auf schmalen Stegen zu balancieren, durch sich bewegende Rohre zu kriechen und sich an Stangen hängend fortzubewegen. Für gemeisterte Aufgaben gab es Punkte, zudem war die Geschwindigkeit, in der die einzelnen Abschnitte absolviert wurden, wichtig. Viele seiner internationalen Kontrahenten ließ der Teisendorfer hinter sich, nur ein Koreaner war besser. »Ich war ziemlich enttäuscht von mir selbst«, sagt Simon Brunner im Nachhinein. Zumal er zu diesem Zeitpunkt das Klettern noch nicht für sich entdeckt hatte. »Seitdem gehe ich aber regelmäßig.« Sylvester Stallone, der die Sendung mitproduziert und Teile der Moderation übernommen hatte, lernte Simon im Übrigen nicht kennen. Dafür andere US-amerikanische Filmstars, die auch am Set waren und die Teilnehmer unterstützten.

Der 18-Jährige, der in Salzburg Mathematik und demnächst auch Sport studieren möchte, will weiterhin TV-Präsenz zeigen. Demnächst soll auf RTL ein neues Format starten, »Ninja Warrior«, der »härteste Hindernisparcours der Welt«, heißt es werbewirksam. RTL hat den Teisendorfer bereits zum Casting eingeladen. »Ich möchte unbedingt dabei sein und gewinnen«, sagt Brunner. Dieses Mal werde er trainieren, bis er umfalle. »Ich möchte Ninja Warrior werden.« Kilian Pfeiffer

Alle zehn »Ultimate Beastmaster«-Folgen sind ab sofort auf »Netflix« verfügbar.

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