weather-image
28°

Ideen gegen das Verkehrschaos

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Sie diskutierten über Verbesserungen im regionalen Verkehrsnetz (v. l.): Verkehrsmanager des Landratsamts BGL Johann Wick, Vorstandsmitglied Andreas Lindau, der Referent Richard Fuchs, Landtagsabgeordnete der Grünen in Salzburg, Angela Lindner und 1. Vorsitzender des Verkehrsforums BGL, Michael Behringer. (Foto: Janoschka)

Berchtesgadener Land – Bei der Tagung des Verkehrsforums BGL unter dem Vorsitz von Michael Behringer informierten und diskutierten Verantwortliche aus Verkehr und Politik über Verbesserungen im regionalen Verkehrsnetz des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dabei waren der örtliche Betriebsleiter der BLB, Jürgen Wrba, der Verkehrsmanager des Landratsamtes BGL Johann Wick, Angela Lindner, Landtagsabgeordnete der Grünen in Salzburg und Bereichssprecherin für Regionalpolitik und Verkehr, Michael Behringer und der Referent des Abends, Richard Fuchs, der sein Konzept zur »Mobilität in der Zukunft« vorstellte.


Wrba erklärte seine Bereitschaft, sich für eine bessere Informationspolitik für die Nutzer einzusetzen, vor allem auch, wenn der IC-Königssee ausfällt. Johann Wick informierte über das neue Konzept des Ruf-Busses als Ergänzung zum ÖPNV, den es seit 4. April im südlichen Landkreis gibt. Ferner wies der Vertreter des Landratsamtes auf den Bundesverkehrswegeplan 2030 auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums bmvi.de hin. Dort ist mithilfe eines Onlineformulars eine Stellungnahme möglich, mit der man bis 2. Mai 2016 Einfluss auf die weitere Planung nehmen kann. In seiner Präsentation informierte Salzburgs langjähriger Experte für den öffentlichen (Schienen-)Nahverkehr, Richard Fuchs, über sein Konzept für die Regional-Stadtbahn Salzburg. Er sprach über eine unterirdische Weiterführung der Lokalbahn in den Süden der Stadt, verbunden mit einem nachfolgenden Ausbau des Netzes über die Alpenstraße. Fuchs referierte über die Notwendigkeit und die Machbarkeit der Umsetzung, über die Vorteile für das bayerische Nachbarland sowie über die Kostenschätzungen und Finanzierungsmöglichkeiten durch die EU durch die Anbindung an Deutschland. Für die Weltkulturerbe-Stadt Salzburg seien keine neuen Straßen, sondern weitblickende Lösungen notwendig, stellte er fest. Diese sollten die Stauproblematik und das Verkehrschaos ins Visier nehmen.

Anzeige

Das Ziel des Konzeptes von Richard Fuchs ist es, durch Verlagerung auf den ÖPNV mithilfe der Regional-Stadtbahn bis zu 80 000 Pkw-Fahrten in der Stadt zu vermeiden, indem man ohne Umsteigen aus der Region direkt ins Zentrum gelangt. Dabei will Fuchs die bestehenden Systeme des öffentlichen Verkehrs weiterentwickeln. Die Studie von Fuchs bietet durch den »elektronischen Verkehrsverbund« auch Lösungen für einheitliche Fahrkarten und bedarfsgesteuerte Bussysteme an. Durch den von ihm ausgearbeiteten Fahrplan mit Umsteigeknoten und Infrastruktur der Zentrumsstationen könne die Mobilität in der Innenstadt und die Erreichbarkeit in der Region enorm gesteigert werden, so Fuchs. Seine fundierten Ausführungen fanden auch großen Anklang bei der Diplomingenieurin und Landtagsabgeordneten Angela Lindner, die das Problem aus Sicht einer nachhaltigen und ökologischen Politik beleuchtete und sich dezidiert für weniger Autos auf den Straßen durch umweltgerechteres Handeln jedes Einzelnen äußerte. Brigitte Janoschka