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Im Fluss des Lebens Land gewinnen

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Die 1,0-Abiturienten bekamen eine Sonnenblume (v.l.): Ben Sliwa, Michael und Thomas Altstidl sowie Lena Weindl.
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Alle Prüfungen bestanden, jetzt darf gelächelt werden. Die 60 Absolventen des Abiturjahrganges 2015 des Gymnasiums Berchtesgaden freuten sich über ihre Zeugnisse. (Fotos: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die »Abituri« des Gymnasiums Berchtesgaden, wie sie Schulleiter Andreas Schöberl nannte, wurden am Freitagnachmittag feierlich verabschiedet. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Q12-Chor unter der Leitung von Simone Resch.


Stellvertretender Schulleiter Markus Spiegel-Schmidt verglich das Schulleben mit einem Fluss. Die Abiturienten hätten sich zielstrebig durch die letzten Stromschnellen der gymnasialen Ausbildung manövriert und gefährliche Wasserfälle überstanden. Bis auf zwei Schülerinnen hätten alle die stürmischen Wellengänge überstanden.

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Helmut Fürle als stellvertretender Landrat bezeichnete das Ablegen des Abiturs als neuen Lebensabschnitt. Jetzt gelte es, mit neuen Zielen den richtigen Weg zu finden, Chancen zu erkennen und sie zu nutzen. Das nötige Rüstzeug für die Zukunft hätten die Abiturienten durch die Schule mitbekommen, so Fürle. »Ab sofort treffen Sie ihre Entscheidungen selbst«, so der stellvertretende Landrat.

Marktbürgermeister Franz Rasp empfahl den Abiturienten, für alles offen zu sein. Bisher seien sie an einem beschützten Strand gewesen, aber jetzt folge das Schwimmen im Meer. Mit der Hoffnung, Land zu gewinnen.

Elternbeiratsvorsitzende Katja Springl freute sich, so viele erleichterte Schülerinnen und Schüler zu sehen. Alle hätten in den vergangenen Jahren in harten Einheiten vieles gelernt. Jetzt gelte es, herauszufinden, was davon wichtig sei.

Schulleiter Andreas Schöberl sprach von 10 000 Unterrichtsstunden, an 180 bis 200 Schulaufgaben und geschätzten 400 Extemporalen in den vergangenen acht Jahren. Der Schulleiter lobte die tollen Leistungen, die nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Eltern erbracht hätten. Er verhehlte jedoch auch nicht, dass nicht nur die Abiturienten, sondern auch die Lehrkräfte Angst vor der Reifeprüfung gehabt hätten.

Einen bemerkenswerten Beitrag brachten dann die Schülersprecher Sophie Huber und Ben Sliwa. »Jetzt haben wir endlich das Kammerl des Schreckens verlassen«, so der 1,0-Schüler Ben Sliwa, der sogar eine Klasse übersprungen und mit 16 Jahren das Abitur absolviert hatte. Sliwa ging auf das Motto seiner Mitschüler ein, die sich Harry Potter Helden ausgewählt hatten. Der Dialog von Sliwa und Huber hatte es in sich. Ohne jemanden zu beleidigen, schossen beide so manchen Pfeil in Richtung ihrer Wegbegleiter. Fanden aber auch viele lobende Worte: »Die Zauberei-Professoren haben uns die Schlüssel für unseren weiteren Lebensweg mitgegeben«, so Sliwa. »Wir sind gut vorbereitet in die Welt entlassen worden, das Ende der Schulzeit ist der Beginn von etwas Neuem«, sagte Sliwa. Geschrieben hatte die gelungene Rede der beiden übrigens Schülersprecher Lorenz Sommer.

Großer Beifall brandete auf, als die Namen der Oberstufenbetreuer Gerhard Schiener und Rupert Aigner lobend erwähnt wurden. Beide Lehrkräfte hatten maßgeblichen Anteil an den großen Erfolgen der Absolventen.

Gerhard Schiener oblag es schließlich, zusammen mit Schulleiter Andreas Schöberl den Abiturienten ihre Reifezeugnisse auszuhändigen. Alle 60 Absolventen kamen auf die Bühne. Und so hatten die Eltern und Verwandten die Möglichkeit, eifrig Fotos zu schießen.

Dabei wurden neben den vier 1,0-Schülern auch Valentin Brandner, Ferdinand Dorsch und Tassilo Neugebauer eine Sonderehrung für ihre besonderen Leistungen zuteil. Lena Weindl erhielt für ihre Top-Lateinarbeit eine Ehrennadel vom Kultusministerium, weil ihre Ausführungen identisch mit dem Lösungsvorschlag waren. Christian Wechslinger