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Im Salzbergwerk war 2017 ein »Jahr der Rekorde«

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Bei Traum-Wetter boten die weißblauen Uniformen vor dem mächtigen Watzmann einen prachtvollen Anblick. Weitere Fotos unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: Mergenthal)
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Am Bergwerk stellte sich die Belegschaft zum Kirchenzug auf.
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Betriebsleiter Raimund Bartl sprach allen Mitarbeitern seine Anerkennung für ihre Leistung aus.
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Als dienstältester Bergmann trug Hannes Graßl das »Bergmandl«.

Berchtesgaden – »Das letzte Jahr war durch das Mitwirken all unserer Mitarbeiter ein Jahr der Rekorde«, zeigte sich der Betriebsleiter des Salzbergwerks Berchtesgaden, Raimund Bartl, beim traditionellen Bergfest am Pfingstmontag erfreut. Nach dem frühmorgendlichen Weckruf der Knappschaftskapelle bei schönstem Wetter traf sich die Belegschaft zum Festakt unter Tage.


Wolfgang Rüther, Vorstand der Südwestdeutschen Salzwerke AG, zu der das Salzbergwerk gehört, nannte die 500-Jahr-Feier in seiner Begrüßung »ein sehr gelungenes Fest«. Die Salzwerke AG habe das Jahr 2017 auch wirtschaftlich erfolgreich abgeschlossen. Mit neuen Produkten und neuen, innovativen Produktionsanlagen behaupte man sich auf dem stark umkämpften Markt. »Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen«, betonte Rüther jedoch. Stolz berichtete er, dass die Salzwerke die Zahl der Unfälle von fast 30 im Jahr 2016 auf zehn im Jahr 2017 senken konnten.

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In Berchtesgaden gelang es sogar, seit 600 Tagen ohne meldepflichtige Arbeitsunfälle zu bleiben. »Es freut mich ganz besonders, dass unsere Mitarbeiter jeden Tag gesund nach Hause kommen«, sagte Raimund Bartl. Fast 500 Tonnen Steinsalz seien produziert und fast 400 000 Personen durch das um einen neuen Salzshop erweiterte Besucherbergwerk geführt worden. Der Betriebsleiter hob auch die fachliche Kompetenz der Berchtesgadener Bergleute hervor: Neben den notwendigen Aus- und Vorrichtungsarbeiten im Bergwerk sei in der alten Saline die Grotte mit Ankersystemausbau und mit Gebirgsvergütungsmaßnahmen gesichert worden, alles komplett mit Eigenpersonal.

»Mit eurer Arbeitskraft werden im Berg Spuren bleiben«, sprach er der Belegschaft seine Wertschätzung aus. Durch das von ihnen produzierte Salz hätten die Mitarbeiter das Leben von Millionen von Menschen um »wohlschmeckend gewürzte Gaumenfreuden« bereichert und durch positive Sinneseindrücke im Besucherbergwerk das Leben ihrer Mitmenschen bunter gemacht.

Näher auf die erfolgten Umstrukturierungen ging Bergdirektor Peter Freiherr von Pastor ein. Diese hätten im Bereich der technischen Planung sowie im Bereich der Wartung und Instandhaltung – im untertägigen Betrieb des Bergwerks und im obertägigen Betrieb der Saline – stattgefunden. »Umstrukturierungen und Anpassungen sind notwendig, um einen Betrieb den Bedürfnissen des Marktes anzupassen und wirtschaftlich betreiben zu können. Wenn ein Betrieb im Markt nicht überleben kann, hilft das auch den Mitarbeitern am Ende des Tages nichts«, so sein Fazit.

Alle neuen Mitarbeiter des Bergwerks hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung. Pastor nannte die betriebsinterne Ausbildung zu Hauern in Berchtesgaden »vorbildlich«. In Sachen Weiterbildung sei der Betrieb »auf einem guten Weg«. Die positive Unfallbilanz führte der Bergdirektor auf eine »gesteigerte Sensibilisierung der Belegschaft für die besonderen untertägigen Gefährdungen« zurück. Ein weiterer Baustein für die Sicherheit ist seiner Ansicht nach, dass absolut klar ist, wer in welchem Bereich entscheidungsbefugt ist. Pastor lobte auch die gute Kommunikation und die Verbundenheit der Bergler zu ihrem Bergwerk sowie ihre Kameradschaft, für die die Zunft »Knappschaftsbruderlade des Salzbergwerks« die Basis ist.

Nach der Ehrung von Betriebsjubilaren (eigener Bericht folgt) und der Ausfahrt war Zeit für einen kurzen Frühschoppen oder einen Kaffee im »Café Reichenbach«. Kurz vor 10 Uhr stellte sich der Kirchenzug vor dem Bergwerk auf und zog über das Nonntal zur Stiftskirche. Voran schritten die »Pioniere«, die zwei Zimmerer der Zunft, mit ihren weißen Lederschürzen und Hacken. Nach dem Trommlerzug und den Bläsern wurde nach altem Brauch die Fahne getragen sowie – vom dienstältesten Bergmann Hannes Graßl, der seit 32 Jahren Hauer ist – das so genannte »Bergmandl«. Dann folgten die Zunftmitglieder, die Ehrengäste, darunter die Bereichsleiter Natascha Groll und Jürgen Engl, sowie die gesamte Belegschaft.

Zum feierlichen Glockengeläut marschierte der Zug, von vielen bewundert, am Schlossplatz ein. Den Gottesdienst in der Stiftskirche eröffnete die Kapelle mit einem ohrenbetäubenden Trommelwirbel. Monsignore Dr. Thomas Frauenlob hob hervor, dass das Bergwerk nicht nur zu Berchtesgaden, sondern zur Kirche gehört. Es habe nicht nur den Fürstpröpsten Reichtum beschert, sondern auch der Bevölkerung über Jahrhunderte Arbeit. Ein Grund, Danke zu sagen. Veronika Mergenthal