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Im Selbstversuch: Nationalpark-App to go

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Da geht's lang: Mitarbeiter Johann Feil demonstriert die neue Nationalpark-App. Foto: Nationalparkverwaltung

Berchtesgaden/Ramsau – Der Nationalpark hat eine neue App: Das erste Mal überhaupt können Nationalpark-Besucher per Endgerät ihre Touren in 3D planen. Ein kostenloses Angebot, das nützlich ist.


Das Umweltministerium hat sich nicht lumpen lassen. Denn mit der neuen Nationalpark-App ist den Entwicklern in der Tat ein nützliches Werkzeug gelungen, das ab sofort über die App-Stores zur Verfügung steht. Als digitaler Begleiter auf dem Smartphone kann man nun planen, wohin es gehen soll. Dank GPS-unterstützter 3D-Karten, welche die Umgebung in plastischer Detailliertheit von oben zeigen.

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Der Schwerpunkt liegt auf dem Nationalpark

Denn hier lassen sich etwa Tourenvorschläge und das weitreichende Nationalpark-Wegenetz einblenden. Das ist insofern praktisch, als man bereits zuhause festlegen kann, wohin es geht. Da die App GPS-unterstützt ist, weist ein kleiner Pfeil immer auf den aktuellen Standort des Nutzers hin, darauf, wo man sich aktuell, in diesem Fall am Hintersee, befindet. Von hier hinten aus gibt es mehrere Touren-Möglichkeiten, die einem die Applikation einblendet. Etwa, zur Hals- oder Bindalm geht.

Da die Software vor allem für Gäste des Nationalparks gedacht ist, also jene 1,6 Millionen Naturbegeisterte, die jedes Jahr kommen, werden Einheimische von den Tourenvorschlägen natürlich nicht überrascht. Müssen sie aber auch nicht. Denn die App bietet in jedem Fall einen nützlichen Begleiter, der nicht nur die geographischen Bezeichnungen ausgibt, sondern auch auf Wunsch die Hütten des Nationalparks einblendet.

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Foto: Kilian Pfeiffer

Äußerst nützliche Wegetipps

In Richtung Hals-Alm erklärt die App etwa, dass der Weg »weitgehend schneefrei und entsprechend der Wege-Schwierigkeit normal begehbar« sei. Klickt man interessehalber etwa auf die Wegstrecke der Watzmann-Überquerung, erscheint folgende Warnung: »Weitreichende Schneebedeckung mit erheblichen Gefahren. Von einer Begehung wird abgeraten.« Wegsperrungen, etwa wegen Sanierungsarbeiten, werden in der 3D-Karte in Form eines »Achtung«-Schildes dargestellt, die aktuelle Höhe, in der man sich befindet, wird selbstverständlich auch eingeblendet.

Da die 3D-Karten sehr datenintensiv sind, ist es ratsam, diese im Vorfeld herunterzuladen. In netzschwachen Gegenden lassen sich die viele Megabyte großen Datenpakete nur mit viel Geduld herunterladen. Alternativ haben die Entwickler auch an eine 2D-Karte gedacht, die man auf Knopfdruck aktivieren kann. Hin und wieder funktionierte das Zoomen und Wischen der Karten nur mit Verzögerung. Teilweise fror der Bildschirm ein, die App musste neu gestartet, das Kartenmaterial neu geladen werden. Praktisch ist in jedem Fall die Suchfunktion innerhalb der Karten. Dort können sowohl Berge als auch Touren und Hütten praktisch gesucht werden. Die Karte zoomt dann umgehend auf den gewünschten Zielpunkt und setzt diesen in Abhängigkeit zum derzeitigen Standort des Nutzers.

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Foto: Kilian Pfeiffer

Strecken und Touren detailliert aufzeichnen

Einen besonderen Mehrwert liefert das Tracking-Tool. Mit diesem können App-Nutzer ihre Touren aufzeichnen lassen. Das bedeutet, dass nicht nur die Wegstrecke, die Zeit, sondern auch die Höhenmeter, die Geschwindigkeit sowie ein statistischer Überblick ausgegeben werden. Somit lässt sich genau analysieren, was man geschafft hat.

Gelungen ist auch der integrierte Nationalpark-Kalender, der alle Veranstaltungen des Monats auflistet und mit weiterführenden Infos garniert. Besuchertipps gibt es zu besonderen Ausflugszielen, etwa dem Wimbachgries oder der Wimbachklamm. Der Abschnitt »Über den Park« bietet weitere Inhalte für Gäste des Parks. Und wer einfach nur ein paar Impressionen wünscht, schaut sich die Bildergalerie an. Herzstück bleibt aber der Karten-Modus, der dem Stück Software eine ganz besondere Note verleiht – und zudem auch noch gut funktioniert. Für Leute, die gerne im Nationalpark unterwegs sind, definitiv einen Blick wert. Kilian Pfeiffer

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