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Im Zeichen des Snowboardsports

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Mehrere Mitglieder des WSV Bischofswiesen wurden für ihre langjährige Vereinstreue geehrt. (Fotos: Wechslinger)
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Die Snowboarderinnen Ramona Hofmeister (r.) und Melanie Hochreiter wurden für ihre Erfolge ausgezeichnet.

Bischofswiesen – Bei der 65. Jahreshauptversammlung des WSV Bischofswiesen im Gasthaus »Brenner Bräu« wurde deutlich, dass sich in diesem Wintersportverein einiges rührt. Aushängeschilder des Vereins waren im vergangenen Winter die drei Snowboarderinnen Ramona Hofmeister, Carolin Langenhorst und Melanie Hochreiter gewesen, die für mehrere Spitzenplatzierungen und Weltmeistermedaillen gesorgt hatten. Aber auch der alpine und nordische Nachwuchs macht Hoffnung. Probleme bereitet Vorsitzendem Bernhard Heitauer der »Götschenfuchs«, über dessen Fortbestand gesprochen werden müsse. Abschließend wurden mehrere Mitglieder für ihre Treue zum Verein ausgezeichnet. Sechs davon gehören dem WSV bereits seit 60 Jahren an.


Vorsitzender Bernhard Heitauer sorgte zu Beginn der Versammlung für Erheiterung, als er an den Bürgermeister einen Antrag stellte, die bestehende 25-Meter-Schanze auf 40 Meter zu erweitern, um mit den anderen Sprungschanzen konkurrieren zu können. Der Antrag stammte jedoch aus dem Jahr 1925.

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Heitauer hielt dann Rückschau auf die vergangene Saison, in der mehrere Veranstaltungen abgewickelt worden waren, die allesamt wie am Schnürchen geklappt hatten. Teilweise fanden an einem Tag sogar mehrere Rennen statt. Dabei bezeichnete Heitauer das traditionelle Skibergsteigerrennen »Götschenfuchs« als zweischneidige Angelegenheit. Zum einen sei es eine anerkannt gute Veranstaltung. Zum anderen mache der »Götschenfuchs« wegen unvernünftiger Teilnehmer jedoch rechtliche Probleme und er wisse nicht, ob das Rennen noch zu verantworten sei. Grund war ein Zusammenstoß eines abfahrenden Skibergsteigers mit einer aufsteigenden Person.

Die von Helmut Weinbuch ins Leben gerufene Aktion »Sport nach Eins« sei wieder sehr gut angekommen und habe 48 Kinder an den Götschen gezogen, so der Vorsitzende. Neben dem Dank an alle, die sich in die Vereinsarbeit einbringen, nannte der Vorsitzende besonders die »Muppets« Hans Pastötter und Friedl Koll, die seit vielen Jahren mit großer Schaffenskraft den WSV Bischofswiesen unterstützen.

Dass die fetten Jahre vorbei seien, machte Heitauer an einem Finanzierungsbeispiel für einen Weltcup deutlich. Kostete der vergangene Skicross-Weltcup noch um die 460 000 Euro, so liege das Budget inzwischen bei weit über einer Million Euro.

Mit Stolz und Freude sprach Bernhard Heitauer von drei Aushängeschildern im Snowboardsport. So hätten Ramona Hofmeister, Melanie Hochreiter und Carolin Langenhorst eine Topsaison mit Riesenerfolgen hinter sich. Nachdem Ramona Hofmeister zunächst mit Platz drei erstmals bei einem Weltcup auf dem Siegerpodest gestanden hatte, folgte die Bronzemedaille von Carolin Langenhorst im Parallel-Riesenslalom, die Ramona Hofmeister tags darauf mit dem Weltmeistertitel im Parallel-Slalom sogar toppte. Aber auch Melanie Hochreiter habe mit ihren Spitzenplatzierungen eine tolle Leistung gezeigt.

Hoffnungsvoller alpiner und nordischer Nachwuchs

Stefan Pistor sprach als alpiner Sportwart von einem siebenköpfigen Trainerteam, das 29 Kinder betreut. In seinem Rückblick auf eine schneearme Saison bemängelte Pistor eine teilweise schwache Trainingsbeteiligung. So hätten die Nachwuchskräfte zu Saisonbeginn weiter hinten gelegen, sich aber im Laufe der Saison gesteigert.

Der nordische Sportwart Alfred Burgstaller verkündete schöne Erfolge und gab Erklärungen zu den Trainingsmethoden ab. Diese hätten wohl auch zu einer kontinuierlichen Steigerung der Aktiven geführt.

Von Problemen beim Snowboarden sprach Oliver Hutzschenreuter. So verfüge der WSV zwar an der Spitze über Topkräfte. Doch beim Nachwuchs sehe es düster aus. Er habe keine Idee, wie man die Situation verbessern könne.

Ein schöner Teil jeder Veranstaltung ist die Ehrung erfolgreicher Sportler und langjähriger treuer Vereinsmitglieder (siehe Kasten). Heitauer war es eine besondere Freude Ramona Hofmeister und Melanie Hochreiter für deren Erfolge zu ehren und ihnen ein Kuvert mit Inhalt und einen Blumenstrauß zu überreichen. Carolin Langenhorst war wegen eines Bundeswehrlehrganges nicht dabei.

WSV-Sekretär Friedl Koll hielt Rückschau auf sieben größere Veranstaltungen, bedauerte aber den Ausfall des Weltcups im Parallel-Slalom im Münchner Olympiapark sowie die Master-Skirennen, die dem Verein immer eine erkleckliche Summe an Einnahmen gebracht hätten.

Lob vom Bürgermeister

Bürgermeister Thomas Weber bezeichnete es als Ehre, der Generalversammlung des WSV Bischofswiesen beiwohnen zu dürfen. Weber zollte den Sportlern Respekt. Es sei eine Freude, wie die erfolgreichen Sportlerinnen den Namen Bischofswiesen in die Welt hinaustragen. Der Bürgermeister lobte auch die perfekte Pistenpräparierung am Götschen. Christian Wechslinger