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Ines Papert klettert »Scaramouche«

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Ines Papert zeigte bei der Rotpunkt-Begehung der Scaramouche-Route im Hohen Göll eine beeindruckende Leistung. (Bilder: Kretschmann)

Berchtesgaden – Ines Papert gelang kürzlich die Rotpunktbegehung der eindrucksvollen und schweren Route »Scaramouche« der Huber-Brüder am markanten Westwandpfeiler des Hohen Gölls in Berchtesgaden. Die Route gilt als technisch äußerst anspruchsvoll. Sie wurde bis heute selten »rotpunkt« geklettert. Das bedeutet, dass die Kletterhaken nur zur Sicherung und nicht zur Fortbewegung dienen.


Die Route wurde 1989 von Alexander und Thomas Huber eröffnet und konnte erst zwanzig Jahre später rotpunkt geklettert werden. »Scaramouche« war die erste alpine Route im 10. Klettergrad in den Alpen. Sie gilt als eine der technisch schwersten alpinen Touren alpenweit und weist wenige bekannte Rotpunktbegehungen auf. Die »Scaramouche« zeichnet sich durch ihren technisch anspruchsvollen Charakter aus. Die erste Seillänge ist zugleich die Schwerste, im weiteren Verlauf der übrigen sieben Seillängen findet man steile Platten, weite Boulderzüge, filigrane Griffe, Fingerlöcher und athletische Kletterei. Die Absicherung ist spärlich, lange Run-outs kennzeichnen die Route.

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Als Papert Anfang September in die Route einstieg, wusste sie, was sie erwartet. Sie hatte die »Scaramouche« in den Monaten vorher bereits geklettert. Schlechte Witterung hatten eine Rotpunktbegehung jedoch nicht möglich gemacht, die Schlüsselseillänge ist stets nass gewesen. Papert und ihr Seilpartner Matthias Reiter fanden am Morgen des 4. September trockenen Fels vor, es wehte ein kühler Wind. Papert kletterte die erste und schwerste Seillänge mühelos im ersten Versuch. Im weiteren Verlauf kann sie alle Seillängen auf Anhieb rotpunkten, mit Ausnahme der Dritten. Diese gelingt ihr im zweiten Versuch.

Papert bewies zum wiederholten Male ihre mentale Stärke und zeigte eine beeindruckende Leistung am Fels. Zur »Scaramouche« selbst sagt sie: »Über die Jahre habe ich etwa zehn bis 14 Tage in der Wand verbracht, habe geflucht, gezweifelt und habe gelacht. Ich bin selten eine derartig technisch anspruchsvolle Route geklettert und möchte Thomas und Alexander meine Hochachtung für die Erstbegehung einer Wand, zu jener Zeit in jenem Stil aussprechen, an einem der schönsten Felsen der Welt, in Berchtesgaden.« fb