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BDM-Milchbauern und ihre Vertreter aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein trafen sich zu einer Info-Veranstaltung (vorne v.l.): Lorenz Hagenauer, Hans Foldenauer, Martin Grammelsberger, Maria Mayer, Elisabeth Aschauer, Jens Scherb sowie (hinten v.l.) Sepp Hubert und Albert Aschauer. (Foto: Alois Albrecht)

Info-Veranstaltung des BDM – Milchbauern wollen mehr

Berchtesgadener Land – Aktuelle Informationen und eine personelle Änderung standen im Mittelpunkt einer Kreisversammlung des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Rund 35 der BDM-Vertreter aus den Kreisen Berchtesgadener Land und Traunstein wurden in Weibhausen über die neuesten Entwicklungen auf dem Milchmarkt informiert. Außerdem konnten sie sich auch mit dem für die Nachfolge des langjährigen Pressesprechers der Organisation, Hans Foldenauer, bestimmten Jens Scherb bekannt machen.


Der neue Pressesprecher ist ursprünglich eigentlich kein Bauer, hatte sich aber nach eigenen Worten auf einem Hof gut eingearbeitet und großes Interesse an der Landwirtschaft und ihre Abläufe. Er wisse auch um die Probleme der Milchbauern, die, obwohl sehr wichtig, zulange »schlecht behandelt« worden seien. Er werde sich sehr bemühen, sagte Scherb, das Pressebüro des BDM im Sinne seines Vorgängers weiterzuführen, um dem Verband »in Medien und Politik eine starke Stimme zu geben«. Foldenauer selbst merkte an, dass die Milchpreise aktuell zwar merklich gestiegen sind. Allerdings seien diese Einnahmen durch die zur Zeit rapide steigenden Kosten für Energie, Dünge- und Futtermittel sofort wieder zunichte gemacht worden. So habe es keine wirklichen Vorteile gegeben.

Der BDM hatte laut Foldenauer vorausgesagt, dass schon sehr kleine Verknappungen auf den Rohstoffmärkten die Händler nervös machen und für Unsicherheiten sorgen könnten. Auch der Krieg in der Ukraine Wirkung zeige Auswirkungen und erhöhe Unwägbarkeiten und Nervosität.

Wie der BDM ebenfalls schon seit Jahren fordere, sollte der Handel mit Naturprodukten wie Milch strenger reguliert werden. Nicht zu unterschätzen seien zudem die Auswirkungen des Klimawandels. Die Dürren, besonders in Norddeutschland, aber auch schon in Nordbayern bereite große Sorgen. Der Klimawandel sei überall zu spüren, mit den kurzen, heftigen Regengüssen, die es für die Böden, auch durch die vielen versiegelten und verdichteten Flächen, unmöglich machten, das Wasser aufzunehmen und effizient zu verwerten.

In der dem Vortrag folgenden Diskussion wurden über die vorgebrachten Themen zum Teil sehr unterschiedliche Ansichten geäußert. Einig waren sich die Vertreter aber, die Situation sei so verworren wie kaum jemals zuvor. Es brauche daher einen Verband, der genügend Fachwissen habe und gute Konzepte für die Zukunft erarbeiten könne.

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