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Investor plant in Hanglage Bau von zehn Chalets

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In dieser Hanglage oberhalb des Buchenwegs wollte ein Unternehmer aus Stuttgart zehn touristisch zu nutzende Chalets errichten. Foto: Bund Naturschutz

Marktschellenberg – Für Diskussionen sorgt zurzeit ein außergewöhnliches Bauvorhaben in Marktschellenberg.


Ein Stuttgarter Investor will an den östlich oberhalb der Marktgemeinde gelegenen Hängen zehn touristisch zu nutzende Chalets errichten. Obwohl man über die Pläne für das Projekt am Buchenweg noch wenig weiß, formt sich bereits Widerstand. Bürgermeister Franz Halmich warnt dagegen vor »Mutmaßungen«. Der Rathauschef lädt die Bürger zur nächsten Gemeinderatssitzung am Montag um 19 Uhr in den Mehrzweckraum des Feuerwehrhauses ein. Dann soll die Öffentlichkeit erstmals Informationen zu den Plänen bekommen.

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Der Unternehmer aus Stuttgart will nach Informationen des »Berchtesgadener Anzeigers« das Privatgrundstück am Buchenweg, der sich oberhalb des Köpplschneidwegs befindet, erwerben, um darauf zehn Chalets zu errichten. Den beiden Anliegern hat er seine Pläne bereits präsentiert, doch die waren davon wenig begeistert. »So etwas passt in dieser ausgesetzten Lage nicht in die Landschaft, der Landschaftsverbrauch ist enorm«, sagt Nachbar Simon Stocker. Darüber hinaus müsse der Investor eine neue Zufahrtstraße bauen, denn die 2,50 Meter breite aktuelle Straße reiche dafür nicht aus. Und zusätzlichen Grund bekomme der Bauherr nicht, prognostiziert Stocker.

Unterstützung bekommen die Anlieger vom Bund Naturschutz. Ortsvorsitzender Paul Grafwallner berichtete beim BN-Monatstreff der Ortsgruppe Berchtesgaden, dass für die Umsetzung des Projekts ein Bauleitverfahren mit Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich wäre.

Alle anwesenden Mitglieder der Ortsgruppe lehnten das Projekt entschieden ab, da es »weiteren spekulativ aufgestellten auswärtigen Investoren als Vorlage für künftige Projekte in sensiblem Landschaftsbereich dienen könnte«. Der Verlust jahrhundertealter landwirtschaftlicher Kulturfläche für ein »derart fragliches Vorhaben« stehe in krassem Gegensatz zu den Zielen, mit den noch unverbauten Flächen verantwortungsvoll und restriktiv umzugehen, sagte Kreisvorsitzende Rita Poser.

Der Bauausschuss der Marktgemeinde Marktschellenberg befasste sich am Montag mit diesem Thema, einen Beschluss gibt es nicht. »In der Bevölkerung gibt es dazu aktuell nur Mutmaßungen, weil noch keine Fakten veröffentlicht wurden«, betont Bürgermeister Franz Halmich. Diese Fakten will er am Montag ab 19 Uhr im Feuerwehrhaus präsentieren. UK/ra