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»Ist das noch Kommunalpolitik?«

4.9
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Marktschellenberg – Stefan Sunkler, der ehemalige Bürgermeister von Marktschellenberg und Amtsvorgänger von Franz Halmich, stellte im Diskussionsteil der Bürgerversammlung seine kommunalpolitische Verschwörungstheorie vor. Seiner Meinung nach würden die Bürgermeister nach der Ära Alfons Kandler systematisch »mit allen Mitteln« fertiggemacht. Was zu einem nicht hinnehmbaren Klima in der Gemeinde führe.


Bereits ihm sei es so ergangen, was schließlich zu seinem Rücktritt geführt habe. Die sogenannte »Bespitzelungsaffäre« seines Nachfolgers Franz Halmich sei eine »medial gezündete Bombe«. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Halmich wegen Bespitzelung dreier Rathausmitarbeiter ermittelt, das Verfahren aber wegen Geringfügigkeit eingestellt.

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Die Ermittlungen der Landesanwaltschaft wegen des Verdachts auf mehrere Disziplinarvergehen dauern noch an.

Sunkler warf dem »Berchtesgadener Anzeiger« indirekt vor, über die Vorfälle im Rathaus geschrieben zu haben und das »Unwahre am lautesten verkündet« zu haben. Allerdings nannte der ehemalige Rathaus-Chef weder Namen, noch wollte er seine erheblichen Vorwürfe konkretisieren.

Er sprach lediglich von der in gewissen Kreisen verbreiteten Devise: »Den neuen Bürgermeister machen wir halt auch noch fertig.«

Seiner Meinung nach sei es in Marktschellenberg eine Art »politisches Brauchtum«, dem »Bürgermeister Fallen zu stellen«. Dies bezeichnete Sunkler als »Anschlag gegen die Wähler«. Was ihn zur Frage verleitete: »Ist das noch Kommunalpolitik?«

Sunkler erhielt für seine Ausführungen Applaus aus dem Publikum. Es folgten mehrere Anfragen auf Klärung des Sachverhalts und Nennung der Namen derjenigen, die »dauernd Dienstaufsichtsbeschwerden einreichen«.

Bürgermeister Halmich verneinte diese Anfragen. Er verwies lediglich auf den »reißerischen Artikel« im »Berchtesgadener Anzeiger«, aus dem klar hervorgehe, dass die Anschuldigungen gegen ihn nicht zutreffend seien. Christian Fischer