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Zwei Festnahmen im Eurocity in Freilassing

Jahrelang gesucht: "Dicker Fisch" geht Schienenfahndern ins Netz

Der 27-Jährige wurde am Donnerstagabend nach einer öffentlichen Fahndung in Traunreut gefasst. Foto: dpa/Symbolbild

Ein seit rund sechs Jahren gesuchter Drogenhändler, der auch an Jugendliche Drogen verkauft hatte, ging den Schienenfahndern am Freitag in Freilassing ins Netz.


Am Freitagvormittag haben Beamte der Fahndungsgruppe Schiene in zwei internationalen Zügen zwei Haftbefehle vollzogen. Zuerst kontrollierte eine Streife zwei Bulgaren in einem Railjet auf ihrer Fahrt von Salzburg nach München. Eine Überprüfung der Personalien im Fahndungscomputer ergab, dass einer der beiden von der Staatsanwaltschaft München per Haftbefehl gesucht wurde, da er mehrmals ohne Fahrkarte mit dem Zug gefahren war. Der Deutschen Bahn entstand dadurch ein Schaden im unteren dreistelligen Bereich. Der Bulgare wurde festgenommen und an das Polizeipräsidium München zur weiteren Sachbearbeitung übergeben.

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Sein Begleiter hatte mehr Glück. Dieser wurde zwar auch von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken und Frankfurt wegen Fahrgeldhinterziehung und Sachbeschädigung gesucht, allerdings wollten diese nur seine aktuelle Wohnadresse wissen. Als diese feststand, durfte er weiterreisen.

"Dicker Fisch" im Eurocity: Lang gesuchter Drogenhändler

Ein "dicker Fisch" ging den Beamten wenig später bei der Kontrolle eines Eurocity ins Netz. Ein deutscher Staatsangehöriger, der bereits vor sechs Jahren nach Österreich ausgewandert war, zeigte bei der Kontrolle seinen abgelaufenen Personalausweis vor.

Der Grund für seine plötzliche "Auswanderung" war auch schnell gefunden: Gegen ihn lag ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Koblenz vor, der er eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten vorsah. Er wurde wegen mehreren Betäubungsmitteldelikten, wegen Drogenhandels und Verkauf von Drogen an Jugendliche verurteilt. Gegen den Mann wurde auch ein europäischer Haftbefehl erlassen.

Aus rechtlichen Gründen konnte dieser aber in Österreich nicht vollstreckt werden. Als der Leiharbeiter am Freitag nach Deutschland zurückfuhr, um persönliche Angelegenheiten zu regeln, wurde er zu seiner Überraschung festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.