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Hauptsache die Ziffer »1« am Schild – Insgesamt 1 867 neue, alte Kennzeichen ausgegeben

Jeder Vierte will ein altes Kennzeichen

Berchtesgadener Land – Seit knapp fünf Monaten gibt es im Landkreis die neuen, alten Kennzeichen BGD, REI und LF. Die erste Bilanz zeigt: Je südlicher der Landkreis, desto größer die Begeisterung. So wählen beispielsweise im Autohaus Buchwinkler in Berchtesgaden bei echten Neuzulassungen, also ohne bestehendes BGL-Kennzeichen, acht von zehn Kunden das BGD-Wunschkennzeichen. Offiziell hat das Landratsamt seit 15. September 2016 exakt 1 867 alte Wunschkennzeichen ausgegeben, in Bezug auf alle Zulassungen seither hat sich damit jeder Vierte für ein BGD-, REI- oder LF-Kennzeichen entschieden.

Seit Mitte September 2016 gibt es die neuen, alten Kennzeichen. Vor allem im Süden des Landkreises sind sie beliebt, im Norden eher weniger. (Foto: Hudelist)

Nicht nur im Berchtesgadener Land tauchen immer mehr Fahrzeuge mit den alten Landkreis-Kennzeichen BGD, REI und LF auf, auch in Salzburg werden immer öfter vor allem Premium-Autos mit den für Österreicher rätselhaften Buchstaben-Kombinationen gesehen. Nach der Entscheidung des Kreistages hat das Landratsamt am 15. September 2016 begonnen, die drei alten Landkreis-Kennzeichen als Wunschkennzeichen wieder auszugeben. Seither wurden bis Ende Januar 2017 genau 7 797 Fahrzeuge zugelassen, also Neufahrzeuge, aber auch Wiederzulassungen oder Wagen von Autobesitzern, die neu in den Landkreis gezogen sind.

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Rund zehn Prozent der Zulassungen erhielten ein Standard-BGL-Kennzeichen, der Rest wollte ein Wunschkennzeichen. »Allerdings übernehmen 60 Prozent das Kennzeichen des Vorgängerfahrzeuges«, so Andreas Bratzdrum vom Landratsamt. »Das ist mittlerweile die Regel«. Die restlichen 30 Prozent haben sich für ein Wunschkennzeichen entschieden, also BGL-Wunschkennzeichen oder für eines der drei neuen, alten.

Im Einzelnen wurde seit Mitte September 924-mal das alte BGD-Kennzeichen neu ausgegeben, 555-mal malten die Kennzeichenverkäufer LF auf die Schilder und 388-mal REI. In Summe sind es 1 867 alte Wunschkennzeichen und damit rund 25 Prozent in Bezug auf alle Zulassungen seit 15. September.

Der Wunsch nach einem BGD-, REI- oder LF-Kennzeichen hat nach den Erfahrungen der Zulassungsstelle im Landratsamt mehrere Gründe: Rund 70 Prozent wollen einen »1er« im Kennzeichen haben, 20 Prozent eine andere Kombination und rund zehn Prozent sagen, sie wollen ein altes Kennzeichen, weil sie eben dort wohnen und einen Bezug haben. Drei von vier Autobesitzern mit neuem Altkennzeichen haben ihr altes BGL-Schild extra zurückgegeben, um fortan mit BGD, REI oder LF fahren zu können.

Die Autohäuser im Landkreis haben mit den Wunschkennzeichen unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Im Autohaus Unterberger in Freilassing haben gleich zu Beginn der Umstellung »eine Handvoll Kunden das alte BGL-Kennzeichen gegen ein neues LF-Kennzeichen umgetauscht«, so Martina Schnitzer, zuständig für die Zulassungen. Seither blieben die meisten Käufer bei Neuanmeldungen beim BGL-Kennzeichen.

Anders die Situation bereits in Bad Reichenhall. Im Autohaus Huber halten sich REI- und BGL-Kennzeichen mittlerweile die Waage. »Dem einen ist es völlig egal, der andere will unbedingt eine REI-Tafel«, so Geschäftsführer Florian Huber. Vor allem Besitzer von Premium-Fahrzeugen hätten sich gleich in den ersten Wochen die begehrten »1er Nummern« gesichert, »da haben viele regelrecht darauf gewartet«.

Im Süden des Landkreises sind, wie erwartet, die wahren Fans der neuen Wunsch-Kennzeichen zuhause. Bei echten Neuzulassungen wählen acht von zehn Käufern BGD statt BGL, so zumindest beim Autohaus Buchwinkler in Berchtesgaden. Neuwagenkunden, die schon ein BGL-Kennzeichen beim alten Wagen haben, nehmen dies dann oft mit. »Ich würde sagen, 50 Prozent bleiben dann beim BGL, 50 Prozent nehmen sich eine neue BGD-Nummer«, so Christian Schönmoser vom Autohaus Buchwinkler. Michael Hudelist