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»Jodelkraft« und »Wadlbeißer«

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»Wadlbeißer« und »Jodelkraft« nennen sich jene Erfrischungsgetränke, die der Energy-Drink-Szene Konkurrenz machen sollen. Darin enthaltene Mikronährstoffe seien das Zauberwort. (Fotos: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Dass Michael Stadler mit seinen Watzmann-Getränken mittlerweile auf dem Oktoberfest angekommen ist, macht den Pidinger mit Firmensitz in der Ramsau besonders stolz.


Seinen »Wadlbeißer«, der als »bayerischer Krafttrunk« die hart umkämpfte Getränkeszene aufmischen soll, wurde in der »Münchner Knödelei« einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der »Jodelkraft« soll es nun weiter zum Après-Ski nach Österreich gehen. In die Entwicklung involviert ist der Ernährungsphysiologe und Biochemiker Michael Helm.

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Für Michael Stadler war das Erfolgserlebnis groß, als seine Watzmann-Bio-Alpenlimonade im vergangenen Jahr einschlug wie eine Bombe. Die Getränkeszene sei ideenlos, sagt er. Deshalb hat sich der Fruchtsaftmeister den Watzmann-Begriff für Getränke jeder Art schützen lassen und will damit den Markt aufrollen. Im Großraum München hat sich das Szenegetränk, das es in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, bereits durchgesetzt. Und auch mit der Gemeinde Ramsau, die als Bergsteigerdorf und Nationalparkgemeinde eine starke touristische Sogwirkung hat, arbeitet der Pidinger zusammen.

Sein Anliegen ist es, den Bekanntheitsgrad des Ortes weithin zu erhöhen. Also folgte der nächste Streich nun auf dem Oktoberfest. Gemeinsam mit Florian Oberndorfer von der »Münchner Knödelei« präsentierte er vor versammelter Presse den Energy Drink »Wadlbeißer«. In herkömmlichen Energy Drinks sind »jede Menge Zucker und aufregende Zutaten drin, die ungesund sind«, sagt Stadler. Verbraucherorganisationen wie Foodwatch warnen vor deren Konsum.

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Der Pidinger Michael Stadler ist mit seinen Watzmann-Getränken aus der Ramsau nicht nur auf dem Oktoberfest, sondern auch beim Ski-Opening unterwegs.

Um auch abseits des übersättigten Getränkemarkts wahrgenommen zu werden, hat er sich mit Michael Helm zusammengetan, der als Ernährungsphysiologe und Biochemiker schon mehrmals Sportlerteams bei Weltmeisterschaften und anderen Wettbewerben betreute, etwa den Bob- und Rudersport. Stadler und Helm haben über Wochen an den Inhaltsstoffen des »Wadlbeißer« gefeilt, zahlreiche Testläufe durchgeführt, um am Ende die richtige Mischung zu finden. Herausgekommen ist ein Erfrischungsgetränk mit Mikronährstoffen. Die Fülle von Zutaten ist groß, neben Birnen-, Limetten- und Apfelsaft sind auch Kokosblütensirup und ein Schuss Agavendicksaft enthalten.

»Die genaue Rezeptur bleibt natürlich geheim«, sagt Michael Stadler und berichtet von einem Faux-pas, der beinahe die Vorstellung des Getränks auf dem Oktoberfest zum Scheitern gebracht hätte. Bis zuletzt fehlte eine wichtige Zutat, die eigens aus Indien importiert wurde, aber im Zoll hängen blieb. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde die letzte Zutat per Kurier an einer Autobahnraststätte übergeben, sodass der Mischung und der Abfüllung nichts mehr im Wege stand.

Abgefüllt werden die Getränke in Slowenien. Dafür werden tankzugweise Ramsauer Wasser dorthin gebracht, wo er das Getränk in Eigenregie zusammenmischt. »Ich habe dort die perfekten Bedingungen vorgefunden, um die Ramsauer Getränke abfüllen zu können«, sagt er.

Der 37-Jährige plant bereits den nächsten Coup, diesmal in Österreich. In Saalbach-Hinterglemm ist er mit der »Jodelkraft« beim Ski-Opening dabei. »Mitten in der Höhle des Löwen«, sagt er. In der Tat ist es unüblich, dass ein deutsches Getränk dort in großem Stil präsentiert wird, zumal das Etikett der »Jodelkraft« mit den blau-weißen, bayerischen Rauten verziert ist. Ganz bewusst hat sich Stadler für die Glasflasche entschieden und gegen eine Abfüllung in Dosen. Im schlimmsten Fall würde man mit Weltmarktführer »Red Bull« verglichen werden, Von diesen Produkten hält Stadler aber wenig. »Ein echter Bayer braucht keine Flügel«, sagt er. Kilian Pfeiffer