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Josef Kamml und Steffi Sanktjohanser siegen beim Höglwörther See Triathlon

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Gesamtsieger Josef Kamml aus Urwies mit der Gesamtzeit 1:03:59,46 beim Zieleinlauf des Höglwörther See Triathlon in Anger. (Fotos: Mergenthal)
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Die strahlenden Tagessieger Steffi Sanktjohanser aus Traunstien und Josef Kamml aus Urwies.
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Die drei schnellsten Staffeln (v.li.): Auf Platz 3 kamen Daniel Pickl, Wasti Helminger Markus Baumgartner (fehlt auf Bild), auf Platz 1 Andreas Ortner, Stefan Klinger und Albert Hinterstoißer, auf Platz 3 Lukas Graßl, Christoph Walch und Simon Klapfenberger; im Hintergrund Zweiter Bürgermeister Markus Winkler.
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Auf dem kurzen Anstieg zum Dorfplatz hieß es nochmal ordentlich in die Pedale zu treten und sich vom Pulk abzusetzen.

Anger – Kurz vor dem Schwimmstart fielen einige wenige Tropfen, doch dann wurde das Wetter strahlend schön: Petrus meinte es gut mit den Organisatoren und Teilnehmen des „Höglwörther See Triathlon“ des SC Anger. Von gut 100 gemeldeten Einzelstartern kamen 82 ins Ziel, ebenso wie alle zehn angemeldeten Staffeln mit je drei Athleten. Tagessieger wurden Josef Kamml (27) aus Urwies und Steffi Sanktjohanser (35) aus Traunstein.


Eine stattliche Zuschauerschar marschierte von Anger Richtung Höglwörther See und wieder zurück, um die Schwimmer nach der 400 Meter langen Schwimmstrecke an der „Gruber Eiche“ jubelnd zu begrüßen. Karl Bayer aus Feldkirchen stoppte mit dem Handy die reine Schwimmzeit des schnellsten Kraulers Florian Hochwart aus München: 5 Minuten und 47 Sekunden. Bis zur Wechselzone brauchte er nur 06:42,42, die beste Schwimmzeit. Mit seiner Frau Bernadette, seiner Schwiegertochter Bianca und Enkelin Maria (zweieinhalb) feuerte Bayer seinen Sohn Sebastian (33) an. „Auf geht’s Sebastian, unter neun Minuten“, motivierte die hochschwangere Bianca ihren Mann, der meist im „guten Mittelfeld“ liege. „Im Vorjahr waren wir zu zweit zum ersten Mal dabei“, erzählte sie lächelnd. Es machte ihr Spaß: „Wenn man hinter geht an den Schwimmstart, fragt man sich zwar, warum man das macht. Aber wenn man es geschafft hat ist es cool.“

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Die jüngsten Fans am See feuerten begeistert ihren Onkel Markus Fürmann vom SC Anger an. Auf dem Rennrad gilt es, 20 Kilometer über den Högl und zurück zu bewältigen, was dank der Feuerwehren Anger, Aufham, Piding und Teisendorf, der Polizei und des Landratsamtes mit bestmöglicher Verkehrssicherheit gelang. Kurz bevor der erste Radler Josef Kamml eintraf, machte es sich Ingrid Burk aus Bad Griesbach am Streckenrand, da wo der Anstieg zum Dorfplatz beginnt, mit einer Isomatte und einem Buch gemütlich. Ihr Mann Dieter nahm hier zum ersten Mal teil. „Als Zuchauerin habe ich auch Premiere, ich muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Fotos machen, und in jeder Disziplin präsent sein“, merkte sie schmunzelnd an. 

Am Dorfplatz herrschte inzwischen schon fröhliche Stimmung. Cheforganisator Georg Kern moderierte und stellte die Athleten vor. Beim Radeln und Laufen ergaben sich, angefeuert vom Publikum – eine hatte sogar eine Ratsche mitgebracht – spannende Kämpfe um die Platzierung.

Inzwischen liefen die ersten Wettkämpfer ins Ziel: Josef Kamml, gefolgt von einem über seinen zweiten Platz etwas enttäuschten Florian Wimmer vom ATSV Kallmünz und Florian Hochwart aus München. Kamml beglückwünschte jeden einzelnen mit Handschlag. „Du host as g'macht. I gfrei mi voi mit dir“, umarmte der Viertplatzierte Toni Eder vom Högl aus der Gemeinde Anger seinen Spezl Josef Kamml. Eder wurde auch Gemeindemeister zusammen mit seiner Freundin Fabienne Vates, die ihren Titel verteidigte, und löste damit Bernd Tröbelsperger ab.

Bilder vom Samstag aus Anger:

Der Elektroingenieur Josef Kamml vom TSV Bad Reichenhall lief als erster ins Ziel. Er hatte bereits in seiner Jugend Triathlon-Sport betrieben, aber wegen des Schwimmens vor 15 Jahren aufgehört. „Die letzten zwei, drei Jahre hatte ich ein intensives Schwimmtraining bei Thorsten Wirth und Nicole Hönisch.“ Seit drei Jahren macht er wieder Triathlon. Beim Schwimmen wurde er immerhin Siebter, setzte sich beim Radeln an die Spitze und dann musste er nur noch „heimlaufen“: Im Laufen ist er als ehemaliger 10.000-Meter-Läufer zuhause. Was gefällt ihm am Triathlon? „Die Kombi von allen drei Sportarten und weil sich unter dem Rennen noch so viel verändert.“ Es war Josef Kammls erster Gesamtsieg, in der Altersklasse hatte er schon öfter, auch heuer, die Nase vorn.

„Der Wettkampf war super organisiert“, schwärmte Steffi Sanktjohanser, die als erste Frau nach den fünf Kilometer Laufen die Ziellinie überquerte. Die Physiotherapeutin hatte vor acht Jahren mit dem Triathlon begonnen und nach etlichen Erfolgen aus gesundheitlichen Gründen zwei Jahre pausiert. „Ich habe keine Ahnung gehabt wo ich jetzt stehe.“ Sie mag das Schwimmen, Laufen und Radfahren gleichermaßen. „Durch die Wettkämpfe habe ich ein Ziel. Das hat mir gefehlt. Der Sieg ist für mich symbolisch, dass ich wieder was tun kann“, stellte sie strahlend fest.

An der Kurve beim Rathausplatz hatte sich eine ganze Triatleten-Familie aus Holland versammelt und feuerte jeden einzelnen Nachzügler an. Die Erwachsenen genossen, auf die Absperrung gestützt, gemütlich ein Bier. Vater Eelco Noort (45), hatte selber in Anger gestartet und in Holland bereits einen Ironman absolviert. „In Holland gibt’s keine Berge. Da bin ich nicht gewöhnt“, meinte er zur Strecke. Auch seine Kinder und seine Frau haben schon Triathlon gemacht.

Vor dem Rathaus genossen Athleten, Zuschauer und die über 100 Helfer Pasta vom Wirt nebenan. Bürgermeister Silvester Enzinger stand selbst an der Strecke und Vizebürgermeister Markus Winkler überreichte mit Georg Kern die von der Gemeinde gestifteten Pokale sowie die von den Sponsoren spendierten Preise; diverse Sachpreise wurden noch unter den Startern verlost.

Bei den Staffeln wurden Stefan Klinger als Schwimmer, Andreas Ortner als Radfahrer mit der allerbesten Radzeit von 32:32,30 und Albert Hinterstoißer als Läufer Sieger und Gemeindemeister. vm

Hintergrund ist die Triathlon-Trophy

Der Höglwörther-See-Triathlon zählt als 4. Veranstaltung neben Braunau, Rabenden, Thumsee, Schnaitsee und Waging zur Sparkassen-Triathlon-Trophy 2018. In die Trophy Wertung kommen Athleten und Athletinnen, die an vier Wettkämpfen teilnehmen. Interessierte Athleten haben noch die Möglichkeit, in Schnaitsee oder/und in Waging ihr Ergebnis zu verbessern oder die vier Veranstaltungen zu komplettieren. Der aktuelle Zwischenstand kann unter http://www.triathlon-trophy.de eingesehen werden.

Die Ergebnisse:

Gesamtliste (erste drei mit Einzelzeiten; Teilnehmer aus Anger mit Gesamtplatzierung):

Josef Kamml (TM 25), TSV Bad Reichenhall (Schwimmen: 07:51,42/ Radfahren: 36:28,03/ Laufen: 19:40,01); 2. Florian Wimmer (TM 35), ATSV Kallmünz (08:03,49/ 37:02,42/ 20:32,11); 3. Florian Hochwart (TM 25), München (06:42,42/ 39:26,18/ 20:12,83); 4. Toni Eder (TM 30), RSV Freilassing; 11. Markus Fürmann (Sieger TM 25), SC Anger; 22. Fabienne Vates (Siegerin TW 25), RSV Freilassing; 25. Markus Wimmer (Sieger TM 20), SC Anger; 28. Daniel Wimmer (TM 20), SC Anger; Herbert Steinmassl (Sieger TM 35), SC Anger; 59. Andreas Brüderl (TM 25), AGV Sportteam; 65. Michi Hinterstoißer (TM 30), SC Anger; 69. Julia Albert (TW 25), SC Anger; 70. Mario Spielauer (TM 45), BeJack; 75. Attila Orban (TM 35), Anger.

Staffelergebnisse:

1. SC Anger/RC Martins: Stefan Klinger (07:51,76), Andreas Ortner (32:32:30), Albert Hinterstoißer (19:36,03); 2. „De Drinnrigen“: Simon Klapfenberger (09:02,21), Lukas Graßl (33:43:95), Christoph Walch (17:30,92); 3. „Ursprungbuam“: Wasti Helminger (07:50,82), Markus Baumgartner (35:39,59), Daniel Pickl (19:04,88); beste Frauenstaffel: „Das stramme Waden Trio“, Platz 6: Christina Moosleitner (07:49,34), Jacqueline Brandl (40:47,03), Katharina Pickl (23:08,37).

vm