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»Junge Generation soll sich für die AWO engagieren«

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Die Vorstandschaft des Ortsvereins v.l.: Werner Vietze, Jürgen Müller, Hans Metzenleitner (Schulleiter), Wolfgang Kemmler, Hilde Wörgötter, Reinhold Jastrow, Wolfgang Grimm, Adi Renoth. (Foto: Vietze)

Bischofswiesen – Ob es um die Betreuung von Senioren, offene Ganztagsschulen oder Auslandshilfe geht – der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bischofswiesen-Berchtesgaden setzt sich dafür ein.


Die parteipolitisch und konfessionell unabhängige Organisation hatte am Mittwochabend ihre Jahreshauptversammlung im Gasthaus Schönfeldspitze. Während der Versammlung gab es einen Jahresrückblick, aktuelle Projekte wie die Auslandshilfe wurden angesprochen und ein neuer Entwurf des Flyers der AWO vorgestellt. Außerdem erweiterte der Vorstand die Funktionen im Verein. Was die Zukunft des Vereins betrifft, zeigten sich die Mitglieder zuversichtlich.

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Der Vorsitzende Dr. Werner Vietze eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung und lobte die Mitglieder. »Ohne euer Engagement hätten wir es nie so weit gebracht«, sagte Vietze. Vor allem betonte er die Wichtigkeit der offenen Ganztagsschule und Auslandshilfe.

Der seit 1960 bestehende Ortsverein beschäftigt sich unter anderem mit hilfsbedürftigen Familien im Ausland. Über die Auslandshilfe berichtete der stellvertretende Vorsitzende Adi Renoth. Am 27. März fuhren Adi Renoth, Ecatarina Butnar und Dieter Kühnel nach Satu Mare/Satmarel, im Nordwesten von Rumänien. Eine Schule konnte der Ortsverein bereits über den Bürgermeister dieser Stadt einrichten. Dennoch besuchen viele Kinder nicht die Schule, da die meisten Eltern keine Kleidung für sie finanzieren können.

Man versucht die Kinder mit Sachspenden zum Schulbesuch zu motivieren. So stellte die AWO eine von Deutschland aus transportierte Kleiderkammer zur Verfügung. »Die Kinder brauchen wegen der Kleidung keine Angst mehr vor der Schule zu haben. Sie schauen jetzt sogar gut angezogen aus«, meinte Adi Renoth. Erste Erfolge ließen sich abzeichnen. Auch wenn noch nicht der Großteil der Kinder die Schule besucht, ist eine Steigerung sichtbar. Für dieses Jahr sind weitere Fahrten nach Satu Mare/Satmarel sowie eine Fahrt nach Bosnien geplant, in der sie weiterhin die Lebensverhältnisse der Armen verbessern wollen.

Schüleranteil an Ganztagsschule wächst enorm

Auch ein wichtiges Thema an diesem Abend war die offene Ganztagsschule in Bischofswiesen, denn der Schüleranteil wächst enorm an. Der Koordinator der offenen Ganztagsschule, Prof. Dr. Jürgen Müller, spricht von einer Erfolgsgeschichte. 109 Schüler von der Grund- und Mittelschule sind in diesem Schuljahr angemeldet, im Vorjahr waren es nur 13 Schüler aus der Mittelschule. Finanziert durch die Regierung von Oberbayern ist das Programm für die Schüler abwechslungsreich gestaltet.

Zuerst gibt es ein kostengünstiges Mittagessen von der Küche Insula, im Anschluss findet eine Hausaufgabenbetreuung mit pädagogischen Lehr- und Fachkräften statt und zum Ausklingen werden Sport, Spiele und Theater angeboten. Wie Müller berichtete, profitieren nicht nur Schüler, sondern auch Eltern davon. Bei den meisten Schülern, die die offene Ganztagsschule besuchten, war bis zu den Abschlussprüfungen eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Zudem ist die Betreuung kostenfrei, was besonders Alleinerziehende entlastet. Die Ferienbetreuung ist allerdings kostenpflichtig.

Im Großen und Ganzen machte der Ortsverein mit der offenen Ganztagsschule und der Auslandshilfe Fortschritte. Aber die Mitglieder werden sich nicht auf diesem Erfolg ausruhen. »Wir bringen den Stein ins Rollen«, versicherte Ecatarina Butnaru. Allerdings appellierte Vietze, dass sich die junge Generation für den Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt engagieren soll, da sonst in den nächsten Jahrzehnten eine große Lücke entstehen werde.

Eine Möglichkeit für die AWO zu werben ist der Flyer, was auch ein weiterer Punkt der Versammlung war. Deswegen wurde ein neues Muster für den Flyer der AWO vorgestellt. »Weniger Text, mehr Bilder« lautete die Devise. Der Flyer soll einen auf die Hälfte reduzierten Text und dafür umso mehr Bilder beinhalten. Bei den Mitgliedern fand der neue Entwurf einen positiven Anklang und wurde einstimmig angenommen.

Jürgen Müller ergänzt den Vorstand

Zudem war die Erweiterung der Funktionen im Verein ein Thema, weshalb Wahlen stattfanden. Jürgen Müller ergänzt jetzt den Vorsitz als gleichberechtigter, stellvertretender Vorsitzender. Außerdem sind nun Beisitzer in der AWO vorhanden. Bei der offenen Ganztagsschule sind für die Mittelschule Prof. Dr. Jürgen Müller und Schriftführer Wolfang Grimm als Beisitzer vertreten, Josephine Schwarz und Claudia Topp sind für die Grundschule verantwortlich. Für die Auslandshilfe stößt das Gespann Ecatarina Butnaru und Dieter Kühnel als Beisitzer hinzu. Unverändert bleiben die Vorsitzenden Werner Vietze und sein Stellvertreter Adi Renoth, da erst im Jahr 2018 die Wahl zum Vorstand vorgesehen ist. Reinhold Jastrow wird als Kassier entlastet, der beim Kassenbericht eine fast gleich gute Bilanz wie im Vorjahr zog.

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt Bischofswiesen-Berchtesgaden hat Pläne für Zukunft und ist zuversichtlich in Bezug auf dessen Projekte. Nach dem offiziellen Teil der Versammlung ließen die Mitglieder der AWO den Abend in der Schönfeldspitze gemütlich ausklingen. Patrick Vietze