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Nationalpark-Ferienprogramm stößt bei Kindern auf gute Resonanz – 255 Kinder und 60 Erwachsene nehmen teil

Junge Menschen für Natur begeistern

Berchtesgaden (npv) – Lange vor Veranstaltungsbeginn warteten Familien in diesem Sommer am Nationalparkzentrum »Haus der Berge« in Berchtesgaden, um einen Platz beim begehrten Ferienprogramm zu ergattern. »Wir sind begeistert, dass wir so viel Zulauf hatten«, freut sich Julia Herzog, Mitarbeiterin der Umweltbildung im Nationalpark Berchtesgaden. Insgesamt haben 255 Kinder und 60 Erwachsene am Sommerferienprogramm des Nationalparks teilgenommen.

Seit vielen Jahren ein eingespieltes Team: Andrea Heiß, Leiterin des Bildungszentrums im »Haus der Berge«, und Dr. Heinz Loewe, ehemaliger ehrenamtlicher Mitarbeiter des Nationalparks und Gründer der »Dr. Heinz und Maria Loewe Stiftung«. Fotos: Nationalparkverwaltung
255 Kinder und 60 Erwachsene haben an den zwölf Veranstaltungen des Nationalpark-Ferienprogramms teilgenommen. Fast alle Angebote waren ausgebucht, so wie die Veranstaltung »Spechte im Wald« mit dem Bau eines eigenen »Spechtophons«.

Fast alle Angebote, wie zum Beispiel die Aktionsprogramme »Spechte im Wald«, »Papierschöpfen« oder »Bienen und Hummeln«, waren ausgebucht. Schwerpunkt beim diesjährigen Ferienprogramm war das aktive Forschen und Mitmachen. So wurden aufwendige Insektenhotels gebaut, Spechtophone gebastelt und bemalt sowie Borkenkäfer unter dem Mikroskop erforscht. Wichtig ist der Leiterin der Nationalpark-Umweltbildung, Andrea Heiß, auch die Verknüpfung von Natur und Technik: »Wir wollen junge Menschen für Natur begeistern. Dazu müssen wir sie da abholen, wo sie stehen und an ihre Lebenswelten anknüpfen.« Vor allem bei Jugendlichen heißt das, Technik, moderne Medien und soziale Netzwerke einzubeziehen.

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Für die letzte Veranstaltung des Ferienprogramms hat Nationalpark-Mitarbeiterin Daniela Kilian eine eigene App erstellt. Im Außengelände des Bildungszentrums konnten die Kinder damit verschiedene Baumarten erkunden und anschließend mit spannenden Experimenten die besonderen Eigenschaften der Bäume kennenlernen.

Mediencamp auf der Kühroint

Mitte August fand zum zweiten Mal das Mediencamp für Jugendliche statt. Unter der Leitung von Student Matthias Eberspächer erkundeten 15 Buben und Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren, wie man in der Natur verschiedene Medien wie Smartphone und Kamera einsetzen kann. Zwei Tage lang waren sie rund um die Kührointalm unterwegs, schulten ihr Auge für die faszinierenden Details des Nationalparks, übten Zeitlupen, Zeitraffer-, Schwarzweiß- und Nachtaufnahmen. Zurück im Bildungszentrum erstellten die Jugendlichen ihre eigenen Filme, die sie am Ende stolz ihren Eltern präsentierten. Es entstanden lustige, melancholische, mystische und lebensfrohe Videoclips, Videotagebücher und Fotocollagen, untermalt von getragener und fetziger Musik.

Ein weiterer Höhepunkt des Ferienprogramms war der Besuch von Richard Kellner und Dr. Ute Künkele, zwei Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Nach einer Einführung durften die Kinder mit den beiden Experten die Welt der Pilze erkunden. Ob winzig klein, knallrot, nach Fenchel oder Knoblauch riechend, sie entdeckten eine riesige Vielfalt. Zurück im Umweltbildungszentrum des Nationalparks bastelten die Kinder ihr eigenes Pilzbuch.

Durch Spenden finanziert

Aufgrund der großen Nachfrage im letzten Jahr kam auch Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater wieder ins Nationalparkzentrum »Haus der Berge«. Über 120 Gäste und Einheimische lauschten dem kreativen und hintergründigen Stück »Kasperl und der Räuber«.

Finanziert wurde das Ferienprogramm aus Mitteln der »Dr. Heinz und Maria Loewe-Stiftung«. Der 92-jährige Stiftungsgründer Dr. Heinz Loewe besuchte persönlich die Abschlussveranstaltung des Mediencamps. »Ich bin wirklich sprachlos, was sich hier bewegt hat und es freut mich außerordentlich, diese tollen Programme unterstützen zu können«, betont der ehemalige ehrenamtliche Mitarbeiter des Nationalparks. Und er schloss seine Begrüßung mit den Worten: »Für meine Stiftung kann ich mir nichts Besseres vorstellen. Danke für diese schönen Angebote«.