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Junge Musiker als solistische Glanzlichter

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Die 18-jährige Pianistin Julia Bode interpretierte das »Konzert in a-Moll op. 16 für Klavier und Orchester« von Edvard Grieg. Christian Simonis dirigiert (r.). (Foto: Bauregger)

Bad Reichenhall – Die Reichenhaller Philharmoniker und das Orchester des Karlsgymnasiums haben in der Konzertrotunde am Königlichen Kurpark ein erstes gemeinsames, inspirierendes Kurkonzert gegeben. Junge Musiker strahlten als solistische Glanzlichter, außerdem hörte das Publikum eine Uraufführung. Geleitet wurde das Gemeinschaftskonzert abwechselnd vom Generalmusikdirektor der Philharmoniker Christian Simonis und dem Orchesterleiter im Karlsgymnasium Gunter Janoschka.


Zu Beginn des Konzerts stimmte die 16-jährige Theresa Popp mit den Philharmonikern das »Andante e Rondo ungarese für Viola und Orchester« von C.M. von Weber an. Selbstbewusst und sicher ging die junge Violinistin an diese schwierige Aufgabe, da insbesondere die ausgedehnten Passagen in der tiefen Stimmlage, markante Tonsprünge und anspruchsvolle Melodiewendungen ein hohes Maß an Konzertration forderten. Eingebettet im Gefüge des gefühlvoll und rücksichtsvoll agierenden Berufsorchesters und eines stark führenden Dirigenten Simonis, meisterte sie diese Aufgabe aber makellos.

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Auch auf den 17-jährigen Maximilian Spann am Kontrabass wartete mit der Uraufführung von »Gajalîla« für Kontrabass und Orchester des 1981 geborenen Komponisten Patrick Pföss eine anspruchsvolle Aufgabe. Wie der Komponist in einem Zwiegespräch mit Simonis erläuterte, kommt der Titel »Gajalîla« aus dem indischen Sanskrit und bedeutet so viel wie »Elefantenschritt«. Drei Schritte davon tanzt der Gott Ganesha symbolisch für die Ayurvedischen Kräfte, den vierten Schritt macht er als Symbol für die geistige Kraft in die Luft. Diese Struktur bildet laut Pföss das schöpferische Grundmotiv des gesamten Werkes. Spann vermochte es in guter Instrumentenbeherrschung und ausdrucksstarker Körpersprache, zusammen mit den Philharmonikern, die melodischen, harmonischen und dynamischen Eigenheiten dieser Komposition umzusetzen.

Einen weiteren Höhepunkt bescherte die 18-jährige Pianistin Julia Bode den Zuhörern mit dem »Konzert in a-Moll op. 16 für Klavier und Orchester« von Edvard Grieg. In einer bestechenden Synchronität mit den »Profis« verstand es die junge Künstlerin hervorragend, die geforderte Dynamik gefühlvoll oder mit energischen Akzenten zu transportieren. Sie brillierte insbesondere mit einer ausgedehnten, ausdrucksstark vorgetragenen Cadenz.

Im zweiten Teil führte dann Gunter Janoschka den Dirigentenstab eines mit Schülern aufgefüllten großen Orchesters. Musikalisch ansprechend und spannend, intonierte dieser Klangkörper George Bizets »Farandole« aus der Suite Nr. 2 und Béla Bartóks »Rumänische Volkstänze«. Interessant war hier, wie unterschiedlich jeder der Nachwuchsmusiker an seine Aufgabe heranging und wie gelassen und kameradschaftlich sie von den Musikern der Philharmoniker dabei begleitet wurden. Es war ein wahrlicher Genuss mit großer Ausstrahlungskraft.

Mit dem Titel »A Night like This« von Caro Emerald, arrangiert von Adam Sztaba verabschiedete sich das Gemeinschaftsorchester zusammen mit der Gesangssolistin Emilia Meißner. Auch die 17-jährige Sängerin verstand es gut, mit einer angenehm modulierten Stimme und einer ruhigen Körpersprache das Publikum zu begeistern. Dies dankte es ihr, wie allen Solisten vorher und den Musikern beider Orchester, mit begeistertem Applaus. Mit dem Konzert wurde zweifelsohne ein strahlender Glanzpunkt an den Beginn einer inspirierenden und starken Kooperation gesetzt. Gleichzeitig zeigte die Bad Reichenhaller Philharmonie, dass sich nicht nur die musikalische, sondern auch die soziale Kompetenz auf einem sehr hohen Level befindet. Werner Bauregger