weather-image
29°

Kann Bischofswiesen eine weitere Baustelle verkraften?

2.6
2.6
Bildtext einblenden
Über den Sinn eines Kreisverkehrs an der Umgehungsbrücke ist man sich im Gemeinderat einig. Sorgen macht man sich aber über erneute Verkehrsbehinderungen während der Bauzeit. (Fotos: Kastner)
Bildtext einblenden
Auf der Umgehungsbrücke soll durch eine Fahrbahnverschiebung auf der südlichen Seite ein Gehweg geschaffen werden.

Bischofswiesen – Ein Kreisverkehr an der Umgehungsbrücke soll die Anbindung der Staatsstraße 2097 an die Bundesstraße 20 sicherer machen. Das Projekt, das Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt am Dienstag im Gemeinderat Bischofswiesen vorstellte, freut auch die Lokalpolitiker.


Doch kann den von der Dauerbaustelle auf der Ortsdurchfahrt geschundenen Bürgern und Geschäftsleuten diese Baustelle an der Umgehungsbrücke schon im kommenden Herbst zugemutet werden? Einige Gemeinderäte warnten davor.

Anzeige

»Unfallauffällig« sei die Einmündung der aus Stanggaß kommenden Staatsstraße 2097 in die Bundesstraße 20, sagte Martin Bambach im Gemeinderat. Man plane hier deshalb eine »harmonische Lösung« in Form eines Kreisverkehrs. Der soll mit einem Durchmesser von 40 bis 45 Metern fast so groß werden wie der am Stangenwald. Im Zuge der Baumaßnahme soll die Fahrbahn auf der Brücke leicht in Richtung Norden verschoben werden. Während auf der nördlichen Fahrbahnseite das schmale »Schrammbord« entfernt wird, kann auf der südlichen Seite dafür »eine vernünftige Wegbreite für Fußgänger« geschaffen werden. Darüber hinaus soll es dort künftig eine Straßenbeleuchtung geben.

Die Frage, die allen Gemeinderäten gleich auf den Nägeln brannte, stellte Bürgermeister Thomas Weber: »Wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen? Denn Ampel und Vollsperrung sind bei uns Reizwörter.« Von beidem geht Martin Bambach allerdings nicht aus. »Ich meine, dass der Verkehr von den Gegebenheiten her auch ohne Ampel abgewickelt werden kann.« Wegen der Abzweigung gebe es lediglich »eine geringfügige Rückstaugefahr«. Bürgermeister Weber warnte dennoch: »Eine Ampelschaltung hält die Leute davon ab, nach Bischofswiesen zu fahren. Man muss alles daran setzen, eine Ampel zu vermeiden.«

Bambach rechnet für die Hauptarbeiten mit einer Bauzeit von rund zwei Monaten, »wenn es gut läuft«. Wenn man Ende September/Anfang Oktober beginne, sei der Rohbau bis Weihnachten fertig. Die Fertigstellung könne dann ab dem Frühjahr bis Pfingsten erfolgen.

Auch Martin Fendt (Freie Wähler) hat die Probleme bei der Abwicklung der Baustelle Ortsdurchfahrt noch in guter Erinnerung. »Warum bekommen wir denn nicht mehr Unterstützung durch Verkehrsleitsysteme?«, fragte er. Anstatt die Leute großflächig umzuleiten und die Umleitungen gut auszuschildern, werde die Gemeinde im Regen stehen gelassen. »Zurzeit sind die Bischofswieser alle am Limit«, warnte Fendt.

Über den Kreisverkehr an der Umgehungsbrücke freute sich Josef Stangassinger (UBB). Er begrüßte, dass das Staatliche Bauamt nun allem Anschein nach eine andere Sichtweise zu den Kreisverkehren habe, denn an der Abzweigung Loipl sei ein solcher ja abgelehnt worden. Martin Bambach begründete die Ablehnung an dieser Stelle allerdings mit den Umständen vor Ort: Die nahe gelegene Ache und die angrenzende Radunterführung hätten diese Lösung an der nördlichen Ortseinfahrt enorm erschwert.

»Ich sehe die Baustelle an der Umgehungsbrücke wesentlich entspannter als das Projekt Ortsdurchfahrt«, sagte Bernhard Heitauer (CSU). Schließlich gebe es für Ortskenner ja entsprechende Umfahrungsmöglichkeiten. Allerdings warb Heitauer dafür, in den Ausschreibungen auch Freitags- und Samstagsarbeit festzusetzen, um die Bauzeiten zu verkürzen. Laut Martin Bambach ist das in der Regel in den Verträgen enthalten. »Nur die Umsetzung ist oft problematisch.«

Ein klares Nein zur Baustelle schon in diesem Herbst kam von Franz Punz (SPD). »Für Bischofswiesen ist das mit dem Blick auf die lange Leidenszeit der Geschäfte heuer unzumutbar«, sagte Punz. Er habe nichts gegen den Kreisverkehr, aber jetzt habe man erst einmal die Nase voll. Und ohne Ampelregelung werde man sowieso nicht auskommen, vermutete Punz.

Das Staatliche Bauamt muss nun ohnehin erst einmal die Planungen vorantreiben. Erst dann wird man die Bauzeit festlegen. Ein Kriterium für einen frühen Baubeginn könnte aber sein, dass die Gelder bereits zur Verfügung stehen. Bürgermeister Thomas Weber zeigte sich selbst hin- und hergerissen: »Es ist eine schwierige Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist. Geschimpft werden wir sowieso.« Ulli Kastner