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Karlsgymnasium inklusive Inklusion

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Wegen der Generalsanierung des Karlsgymnasiums hat Schulleiter Bochter bis jetzt mit dem Inklusions-Antrag gewartet. (Archivfoto: Hudelist)

Bad Reichenhall – Das Karlsgymnasium möchte nach dem Ende der Sanierung einen neuen Schwerpunkt setzen. »Wir wollen uns für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlich-sozialen Leben auch im Schulbereich engagieren«, informiert Schulleiter Reinhard Bochter. Der Kreisausschuss des Landkreises hat dem zugestimmt unter der Bedingung, dass dafür keine neuerlichen Umbauten notwendig sind.


Im Ausschuss erklärte der Schulleiter des Karlsgymnasiums, dass ihm das Schulprofil »Inklusion« schon seit fünf Jahren vorschwebe. »Aber ich habe absichtlich gewartet, bis die Sanierung fertig war, weil durch die Baustelle doch viele Schwellen vorhanden und die Häuser nicht durchgehend begehbar waren.« Jetzt wolle die Schule mit der Inklusion, also der Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Unterricht, einen weiteren Schwerpunkt setzen und beim Bayerischen Kultusministerium ein entsprechendes Prädikat beantragen. Dabei soll der Unterricht auch für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf grundsätzlich von einem Gymnasiallehrer gehalten werden, allerdings unterstützt von einem Mitarbeiter des mobilen sozialpädagogischen Dienstes. Am Karlsgymnasium werden bereits neun »gravierende« Inklusionsfälle betreut, heißt es in der Beschlussvorlage des Landratsamtes. Ab dem Schuljahr 2017/2018 soll nun das Schulprofil »Inklusion« unbefristet eingeführt werden. Die Schule gehe davon aus, dass entweder keine oder nur wenige Umbauten erforderlich sind. Die zwölf Mitglieder des Kreisausschusses zeigten sich von den Plänen des Karlsgymnasiums begeistert, so zum Beispiel Elisabeth Hagenauer von Bündnis 90/Die Grünen: »Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist endlich in der Politik angekommen, aber warum kommt die Anfrage erst jetzt, nachdem wir die Schule jahrelang umgebaut haben?« Neue, finanzielle Belastungen für mögliche Umbauten seien nicht tragbar.

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SPD-Kreisrat Hans Metzenleitner wies im Kreisausschuss darauf hin, dass die Grundschule in Freilassing bisher die einzige Schule mit Inklusion im Landkreis sei, »was zur Folge hat, dass Grundschüler zum Beispiel auch aus Bischofswiesen jeden Tag nach Freilassing fahren müssen«. Als Lehrer stellte er aber auch fest, »dass wir mit der Inklusion arbeiten müssen, auch ohne Personal und Ressourcen«. Im Karlsgymnasium gehe es auch darum, Personal und Stunden aufzustocken. Schulleiter Bochter berichtete, dass bereits eine Lehrkraft eine entsprechende Schulung absolviert habe und weitere folgen werden.

Der Ausschuss stimmte dem Antrag auf Einführung der »Inklusion« einstimmig zu. Das Karlsgymnasium will nun gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Schülern das Konzept für die Inklusion entwickeln und den Antrag bis spätestens April 2017 beim Bayerischen Kultusministerium einreichen. Michael Hudelist