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Katastrophale Besucherzahlen

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Die »Aschi-Morgenschwimmer«, die auch bei Wassertemperaturen von teilweise unter 17 Grad täglich ihrem Hobby nachgingen, können sich schon bald auf mehr Zeit für ihr Frühstück freuen. Die Badesaison ist vorbei. Foto: Anzeiger/Pfnür
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Auch das Schornbad verzeichnet einen deutlichen Besucherrückgang. Foto: Archiv/Pfeiffer

Schönau a.K./Bischofswiesen – Es war eine besonders miese Badesaison. »Eine Katastrophe.« So lautet das Fazit von Verwaltungsmitarbeiter Robert Mayr, wenn er über das Bischofswieser Naturbad Aschauerweiher spricht. Die Gästezahlen? Auf ein Allzeittief eingebrochen. Und auch für die Verantwortlichen des Schornbades war der Sommer zum Haare-Raufen. In Marktschellenberg hüllt man sich mangels Ansprechpartner in Schweigen.


Die Sommerferien dauern noch immer an. Eigentlich die beste Zeit für einen Freibadbesuch. Was aber tun, wenn es die ganze Zeit über regnet? Wenn die Wiesen nass sind, so durchweicht, dass selbst ein paar trockene Tage nichts am Zustand ändern? »Bei diesem Wetter geht keiner zum Baden«, sagt Robert Mayr. Selbst das letzte Fünkchen Hoffnung, dass es doch noch schön werden könnte, ist mittlerweile erloschen. Denn am Sonntag soll das Aschauerweiherbad geschlossen werden. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres. »Es ist immer unser erklärtes Ziel, während der Schulferien offen zu haben.« Das Vorhaben hat man mit Müh' und Not erreicht. Natürlich ist es auch eine Sache des Geldes, denn Freibäder sind Draufzahlgeschäfte – so oder so.

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Strömten im letzten Jahr noch 51 000 Besucher in das Aschauerweiherbad, waren es bis letzte Woche lediglich 27 000. 2012 zählte das Bad 45 000 Gäste, ein Jahr zuvor waren es 40 000. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 45 000 Besuchern. Nicht ansatzweise konnte dieser Wert erfüllt werden, die Kosten, auf denen man sitzen bleibt, sind beträchtlich.

»Gott sei Dank handelt es sich bei unserer Einrichtung nur um ein Naturbad«, sagt Robert Mayr. Heizkosten gibt es so gut wie keine, die Sonne regelt die Temperatur des Wassers. Ganz anders sieht es da schon im Schornbad aus. Da ist man auf die Heizleistung angewiesen. Im vergangenen Jahr waren 43 000 zahlende Gäste im Freibad, »Rekord«, so Peter Tronicsek gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Wegen des schlechten Wetters konnte die Zahl bislang aber nicht die 26 000er-Marke überschreiten.

Nun wird entschieden, wie lange das Schornbad noch geöffnet bleibt oder ob es sofort geschlossen wird. Etwas wehmütig blickt Tronicsek auf die Saison, denn Lichtblicke gab es einige: »Wir hatten eine erfolgreiche Eröffnungsfeier und auch die Premiere des Mondscheinschwimmens traf auf große Resonanz.« Dann blieben oft aber die Gäste weg. Zu kalt, zu nass. Nur die Morgenschwimmer, die treusten Seelen der Freibäder, die kamen bei Wind und Wetter. Kilian Pfeiffer