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Katastrophenschutz für Karl Kaps

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Engagiert sich für Karl Kaps: BN-Kreisvorsitzende Rita Poser. Foto: Anzeiger/Fischer

Marktschellenberg – Das Schicksal des Marktschellenberger Schafbauern Karl Kaps, der nach einer Räumungsklage seine Heimat auf dem Roßboden verlassen muss (wir berichteten), hat die Berchtesgadener tief bewegt. Unter anderem wird in der Facebook-Gruppe »Du kommst aus Berchtesgaden, wenn ...« heftig über die Notsituation des naturverbundenen Mannes diskutiert. Jeder will helfen. Aber keiner weiß so recht, wie. Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz hat da aber eine Idee.


Der Bund Naturschutz war es, der die Redaktion der BR-Sendung »Quer« und den »Berchtesgadener Anzeiger« auf die Vorfälle auf dem Roßboden aufmerksam gemacht hatte. Und beide Medien haben über das Schicksal von Karl Kaps berichtet. Jetzt will BR-Journalist Wolfram Jung mit seinem Team am Ostermontag wieder in Berchtesgaden drehen. Und zwar über eine ungewöhnliche Hilfsaktion, die BN-Kreisvorsitzende Rita Poser und ihr Mann Paul Grafwallner ins Leben gerufen haben. Eine Art Katastrophenhilfe für Karl Kaps.

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Auf einer Homepage können sich hilfsbereite Berchtesgadener melden und ihre Hilfe anbieten (siehe Textende). »Das kann eine kleine Geldspende sein oder handwerkliche Unterstützung«, erklärt Paul Grafwallner. Denn das rührige Ehepaar hat sich bereits auf die Suche nach einer neuen Heimat für den Schafzüchter gemacht. Und ist bereits fündig geworden. Ein Einheimischer würde ein altes Haus zur Verfügung stellen. Ohne Wasser, ohne Strom, ziemlich zugewachsen. Also genau das, was Karl Kaps sucht. »Das neue Quartier soll seiner naturverbundenen Lebensphilosophie entsprechen«, erklärt Rita Poser.

Das wäre eine Lösung. Eine andere wäre: Der Bund Naturschutz kauft dem neuen Eigentümer, der sich auf dem Roßboden eine Familienresidenz bauen möchte, das Grundstück ab und gibt es Karl Kaps zurück. Doch weder den engagierten BN-Helfern noch dem »Berchtesgadener Anzeiger« ist es bisher gelungen, mit Star-Architekt Oliver Kühn Kontakt aufzunehmen.

»Egal, welche Variante erfolgreich sein wird: Helfen werden wir auf jeden Fall«, stellt Paul Grafwallner klar. Und das wiederum imponiert der »Quer«-Redaktion. »Auch wir wollen helfen«, verspricht Wolfram Jung. Der BR-Journalist war zutiefst beeindruckt von Karl Kaps. Seiner Aufrichtigkeit und seiner schlichten, nachhaltigen Lebensweise. Bereits am Ostermontag will Jung mit seinem Team wieder im Talkessel drehen. Dabei steht ein Besuch auf dem Roßboden ebenso auf dem Programm wie ein Gespräch mit Rita Poser und Paul Grafwallner. Die wollen entweder am Königssee oder im Markt für ihre Hilfsaktion werben. Am Donnerstag dann soll der Beitrag in »Quer« gesendet werden. Die Homepage zur Hilfsaktion ist unter www.kapshelfer.wordpress.com/ erreichbar. Christian Fischer

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