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Kehlsteinbusse schaffen halbe Strecke zum Mond

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Schönau am Königssee Kehlstein
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Abschied mit ein wenig Wehmut. Für RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz (r.) war es der 21. und letzte Kehlsteinabschied. Auch TRBK-Chef Franz Rasp dankte ihm zum Abschied.
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Gruppenfoto mit Rekordfahrern (v.l.): Teamleiter Christian Bründl, Andreas Kerschbaumer (11 000 Fahrten), Christian Rehm, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein (ganz hinten, verdeckt), Dietmar Lechner (2 000), 2. Bürgermeister Richard Lenz von Schönau am Königssee, Niederlassungsleiter Andreas Datz, RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz (hinten), Baudirektor Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein (vorne), TRBK-Betriebsleiter Hans Kogler (ganz hinten), Markus Winkler (3 000), Bernhard Schübel (10 000), Bernhard Resch (7 000) sowie Geschäftsleiter Michael Wendl von der TRBK. (Fotos: Meister)

Schönau am Königssee – Die Kehlsteinflotte der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO), Niederlassung Berchtesgaden, hat in dieser Saison rund 193 000 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht in etwa der halben Strecke zwischen Erde und Mond. Nun sind die Leute von der Regionalverkehr Oberbayern keine Sternengucker, sondern Realisten. Und als solche zogen sie im Gasthof »Bodner« beim traditionellen Kehlsteinabschied Bilanz. Die wie gewohnt mit einem »sehr gut« ausfiel. Höhepunkt des Abends und mit Spannung erwartet war die Ehrung der Busfahrer, die am Saisonende einen runden Tausender im Fahrtenbuch aufweisen konnten. Nicht minder wichtig auch, dass die Saison, die diesmal vom 5. Mai bis zum 21. Oktober reichte, unfallfrei über die Bühne ging. Die restlichen Tage bis zum Kehlsteinabschied wurden für Reparatur- und Wartungsarbeiten genutzt.


»Erfolgreiches Jahr«

Bürgermeister Franz Rasp, gleichzeitig TRBK-Vorsitzender, oblag zum Auftakt die Aufgabe, ein Fazit über die zu Ende gegangene Kehlstein-Saison zu ziehen. »Wieder ein erfolgreiches Jahr«, konnte er vermelden. Begonnen hatte es mit den Vorbereitungen durch TRBK-Betriebsleiter Hans Kogler und sein Team ab 18. März. Gut acht Tage dauerten alleine die Schneeräumarbeiten. Mitte April konnte die Firma Kaim die Steinschlagschutzzäune aufbauen, parallel dazu liefen die Feldputzarbeiten und die Beseitigung der Winterschäden sowie die obligaten Wartungsarbeiten.

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Der Fahrbetrieb konnte bereits, auch angesichts des traumhaften Frühlings, früh aufgenommen werden. Der dauerte immerhin bis zum 21. Oktober, wobei es nur einen einzigen Tag zum Stillstand kam: Am 2. Oktober schneite es. Bis zu 14 in der Regel neue Kehlsteinbusse der RVO waren täglich im Einsatz. Ganz nebenbei leistete auch der Fahrstuhl, der die Gäste vom 1 700 Meter hohen Plateau, das Endstation für die Busse ist, bis ins Kehlsteinhaus befördert, Großes. Immerhin 53 119 Auf- und Abfahrten hatte der Aufzug zu leisten, was einer Strecke von mehr als 6 500 Kilometern entspricht. Eine ganz besondere Zahl setzte der rundum guten Saison noch eine Extrakrone auf: Am 9. Oktober konnte der 16-millionste Fahrgast begrüßt werden.

Franz Rasp und nach ihm auch RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz lobten vor allen Dingen den Zusammenhalt der »Kehlsteinfamilie«, die sich wiederum großen Herausforderungen gegenüber sah, die allesamt gemeistert wurden. Datz hatte Lob und Dank für alle Beteiligten, vor allem auch für die Fahrdienstleiter, die wie gewohnt alle Fäden geordnet in der Hand hielten. Ebenso zollte er den Kassendamen besonderes Lob, die vornehmlich im Trio insgesamt 2 500 Stunden ihren beratungsintensiven Dienst versahen. Andreas Datz, ein Freund der Statistiken, hatte errechnet, dass der Mensch allgemein 2,16 Worte pro Sekunde sprechen kann, also brachten es die erwähnten Damen auf insgesamt 1,9 Millionen Worte.

Abschied von Veit Bodenschatz

Von Franz Rasp in besonderer Weise »aus dem Dienst« verabschiedet wurde Veit Bodenschatz, dem schlossen sich hernach auch Niederlassungsleiter Andreas Datz und Teamleiter Christian Bründl an, die dem scheidenden RVO-Chef kleine Erinnerungsgeschenke überreichten. Seit 2004 führte Bodenschatz den Betrieb als Geschäftsführer. Ihm war durchaus eine gewisse Wehmut anzumerken, als er seine RVO-Laufbahn schilderte, die bereits vor 36 Jahren begonnen hatte. Der Kehlsteinabschied sei ihm lange ein Höhepunkt im Jahr gewesen. Insgesamt 21. Mal habe er teilgenommen. Weil auch die stets mit neuen Fahrzeugen bestückte Kehlsteinflotte im RVO-Betrieb immer eine besondere Rolle gespielt habe. Es sei ihm stets eine große Freude gewesen, ins Berchtesgadener Land zu kommen. Nun gehe er auch mit viel Wehmut.

Schon fast traditionell sorgten Hias Häusl und seine Musikanten für die musikalische Umrahmung. Georg Winkler zupfte den Bass unverdrossen. Sehr oft war der »Kehlsteinkönig« nicht nur Musiker, sondern auch der »Star des Abends«. Nun muss er noch warten, bis die Rekordfahrer zum Empfang der Urkunden aufgerufen werden. Nur ganze 26 Fahrten fehlten Georg Winkler zum persönlichen und zugleich absoluten Rekord von 17 000 Berg- und Talfahrten. Zwar ist der Abstand zum Nächstplatzierten immer noch groß, aber man ist ihm durchaus »auf den Fersen«.

Die Fahrer, die diesmal für einen vollendeten Tausender geehrt wurden: Mateusz Kisielewski 1 000 Fahrten; Tamas Aradi und Dietmar Lechner mit jeweils 2 000 Fahrten und Markus Winkler mit 3 000. Richard Koller, Manfred Seidinger und Bernhard Resch vollendeten jeweils ihre 7 000. Fahrt zum Kehlsteinplateau. Einen goldenen Rahmen zierte die Urkunde von Stefan Hinterseer, Bernhard Schübel und Gottfried Köppl. Sie haben jeweils 10 000 Fahrten auf dem Konto. Andreas Kerschbaumer kann jetzt auf 11 000 Kehlsteinfahrten zurückblicken. Dieter Meister