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Kein Geld für Kindertagesstätte

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Ungewisse Zeiten für die Heilpädagogische Kindertagesstätte im Gewerbegebiet Gartenau. Gespräche laufen derzeit mit dem Markt Berchtesgaden. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden - Ungewisse Zeiten für die Heilpädagogische Kindertagesstätte im Gewerbegebiet Gartenau: Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat die Betriebserlaubnis nicht verlängert und die Auflagen verschärft. Anstatt eines Berufspraktikanten, der sich bislang um die Kindergruppe kümmerte, müsste nun eine Fachkraft kommen, sagt der Pressesprecher des Landratsamts, Andreas Bratzdrum. Doch dazu fehlt der Einrichtung das Geld. Nun sucht der Träger, das Heilpädagogische Zentrum in Piding, nach anderen Lösungen. Der Markt Berchtesgaden könnte Helfer in der Not werden.


»In Bischofswiesen und Marktschellenberg hat man kein Interesse«, sagt Elmar Kuhn, Geschäftsführer des Behandlungszentrums Aschau im Chiemgau. Er ist der oberste Mann, wenn es um die Heilpädagogische Tagesstätte in Berchtesgaden geht. Dass die Betriebserlaubnis nicht verlängert wurde, bestätigt er auf Anfrage der Heimatzeitung.

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Und sucht derzeit auf Hochtouren nach einer Möglichkeit, eine Handvoll Kinder entweder neu unterzubringen oder aber an Geldmittel zu gelangen, um eine Fachkraft zahlen zu können. 14 Kinder werden momentan in der Gartenau betreut, aufgeteilt in zwei Gruppen. Behinderte sind dort ebenso untergebracht wie solche, die eine Tagespflege benötigen. Um Letztere geht es.

Bislang akzeptierte das Landratsamt einen Berufspraktikanten. »Die Betriebserlaubnis wurde jedes Jahr aufs Neue ausgestellt«, weiß Kuhn. In Zukunft muss eine Fachkraft die Aufgaben des Praktikanten übernehmen. Bis zu acht Kinder darf eine Fachkraft betreuen. Allerdings ist diese mit zusätzlichen Kosten verbunden. Gelder, die man beim Träger nicht aufbringen kann. »Ich möchte unter keinen Umständen, dass ein Teil der Einrichtung wegfällt«, sagt er mit überzeugender Stimme.

Deshalb ist Kuhn kürzlich nach Berchtesgaden gefahren und hat sich dort mit Bürgermeister Franz Rasp und dem Geschäftsleiter des Marktes, Anton Kurz, getroffen. Kurz bestätigt das Treffen. »Wir wurden gefragt, ob wir uns an der Finanzierung beteiligen könnten«, erklärt er. Dass eine Fachkraft mit weiteren Kosten verbunden sei, daraus macht Kurz kein Geheimnis.

Auch, dass die Gemeinde ab August gesetzlich verpflichtet ist, Kindern einen Unterbringungsplatz zu garantieren, das sei in der Verwaltung bestens bekannt. Kurz glaubt auch, dass man gemeinsam mit Elmar Kuhn eine Lösung finden wird, allerdings bedarf es da auch der Mitwirkung des Gemeinderats. »Eine endgültige Entscheidung muss die Politik finden«, sagt der Geschäftsführer.

Landratsamt-Pressesprecher Andreas Bratzdrum sagt, dass es sich bei der Erteilung der Betriebserlaubnis bislang immer um eine Ausnahmegenehmigung handelte. »Diese wurde unter bestimmten Auflagen erteilt, jetzt gibt es aber neue Auflagen.« Eine davon: Eine Fachkraft muss her. Seitens des Landratsamts möchte man eine »gute Qualität« bieten können, ein Berufspraktikant sei nun mal keine Fachkraft. Der Standort in der Gartenau sei zwar nicht in Gefahr, die Gespräche laufen, unter Umständen müsse über eine Veränderung der räumlichen Situation nachgedacht werden. Denkbar: Ein Teil der in der Gartenau untergebrachten Kinder könnte in den Kindergarten nach Berchtesgaden gehen. Allerdings läuft dort derzeit zunächst noch eine Bedarfsanalyse. »Ob alles so bleibt wie bisher, ob wir aufstocken oder sogar anbauen, steht noch nicht fest«, sagt Anton Kurz.

Elmar Kuhn ist sich sicher, dass es bis Ostern eine Lösung geben wird. Kurz sagt, dass das für die Eltern eine unklare Situation sei, die beseitigt werden müsste. Aber auch er ist zuversichtlich. Zum Wohl der Kinder. Kilian Pfeiffer