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Keine Europäische Erinnerungslandschaft am Kehlstein

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Eine Europäische Erinnerungslandschaft wird es am Kehlstein nicht geben, die Stützbauwerke auf dem Abschnitt zwischen Scharitzkehl und Ligeret bleiben allerdings erhalten. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Gerne hätte Klaus Gerlach mit seiner Petition ein anderes Ergebnis erreicht.


Aber der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag hat seine Petition abgelehnt. »Das war eine reine Gefälligkeitsentscheidung zugunsten der Bayerischen Staatsforsten«, sagt er. Die Staatsforsten, welche die Entscheidung über die Petition abgewartet hatten, prüfen nun, wann es mit den Arbeiten an den Kehlsteinwegen losgehen kann. »Wir haben versprochen, dass es im Sommer passieren wird und das halten wir auch«, sagt der Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, Dr. Daniel Müller.

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Auch wenn Klaus Gerlach bis zuletzt hoffte, dass es eine Europäische Erinnerungslandschaft auf dem Obersalzberg geben werde, waren die Chancen mehr als gering. Gerlach wollte, dass die Kehlsteinwege unter Denkmalschutz gestellt werden. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sie versiegelt worden wären und somit ein Ausbau des vermeintlich giftigen Teeres nicht mehr stattgefunden hätte. »Ich bin enttäuscht darüber, dass zu keinem Zeitpunkt die Frage gestellt wurde, ob die Kehlsteinwege doch denkmalwürdig sein könnten«, sagt Gerlach, dessen Petition am Mittwoch im Bayerischen Landtag abgelehnt worden war.

Seit über zwei Jahren hatte sich der Schönauer darum bemüht, den Obersalzberg in eine Erinnerungslandschaft zu verwandeln – zusätzlich zur bereits bestehenden Dokumentation. Gerlach vermutet, dass die Entscheidung eine Gefälligkeit für die Bayerischen Staatsforsten war: »Damit diese die Möglichkeit haben, die Kehlsteinwege in Forststraßen ausbauen zu können.«

Dr. Daniel Müller sagt, dass man bis zuletzt abgewartet hatte. Aufträge für die Teilentfernung von Wegen am Obersalzberg seien noch nicht vergeben worden. »Wir prüfen jetzt alle Angebote, die uns vorliegen«, sagt er. Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, hatte bei einem kürzlich stattgefundenen Besuch in Bad Reichenhall zugesagt, dass man im Sommer die millionenschwere Maßnahme am Obersalzberg beginnen werde. Müller sagt, dass an diesem Termin auch nicht gerüttelt werde. Allerdings müsse noch manches geprüft werden: Ein Sachverständiger soll etwa die verschiedenen Entsorgungsmöglichkeiten analysieren und prüfen.

Die Bayerischen Staatsforsten wollen »Transparenz zeigen« und alles dafür tun, dass jeder Schritt nachvollziehbar bleibt. Denn das Thema ist heikel, die Kritik am Ausbau des Materials war in der Vergangenheit laut. Das Ziel, so Müller, sei, »sehr zeitnah bekannt zu geben, wann es am Kehlstein losgeht.« Kilian Pfeiffer