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Keine Lösung für den Skaterplatz

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Fragen zu den verschiedensten Themen richteten die Jugendlichen im Rahmen der Jugendbürgerversammlung an Bürgermeister Franz Rasp (vorne). Foto: Anzeiger/Voss

Berchtesgaden – Zur Jugendbürgerversammlung kamen am Dienstag junge Menschen mit ihren Anliegen ins »Werk 34«. Dort konnten sie sich mit Bürgermeister Franz Rasp und drei Gemeinderatsmitgliedern auf Augenhöhe über ihre Probleme und Wünsche austauschen. Die besprochene Themenpalette reichte vom Skaterplatz über Konzerte bis zu den Sportanlagen.


Das »Wohnzimmer« im »Werk 34« bot den idealen Rahmen für eine Diskussion. Da dort Schuhe unerwünscht sind, saß auch der Bürgermeister in Strümpfen auf seinem Platz im Stuhlkreis. Auf diese Weise entstand eine Art gemütliches Beisammensein für die zehn Jugendlichen, Jugendreferentin, Sabine Wimmer und die drei Gemeinderäte Helmtraud Mix, Manfred Leubner und 3. Bürgermeister Bartl Mittner.

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Zu Beginn sprach der Bürgermeister das häufig diskutierte Thema »Skaterplatz« in Berchtesgaden an, der sich bis vor Kurzem hinter der BayWa neben den Schienen befunden hatte. Ausgerüstet mit einem ganzen Ordner voller Unterlagen, einem großen Luftbild und E-Mails von der DB Mobility Networks Logistics, die auch eine Rolle in dem Stück übernimmt, verlas Franz Rasp die Probleme.

Erstens würde sich die Deutsche Bahn weigern, einen neuen Skaterplatz auf ihrem Gelände zu erlauben, da Jugendliche betrunken auf die Hochspannungsmaste klettern könnten. Des Weiteren wurde für 2 000 Euro eine schalltechnische Untersuchung in Auftrag gegeben, mit schlechten Ergebnissen: »Was den nervigen Lärm macht, ist das Aufkommen der Skater auf den metallischen Platten der Sprungelemente. Deswegen sprechen sich die Nachbarn vorsorglich dagegen aus«, erklärte der Bürgermeister den Anwesenden.

Laut Sabine Wimmer war dies bei der letzten Jugendbürgerversammlung das Hauptthema und auch der Grund für viele Jugendliche, überhaupt zu erscheinen. Ein weiteres Problem ist die baurechtliche Nutzungsänderung des Platzes in eine Sportanlage. Dadurch entstünden neue Auflagen und neue Kosten. Eine entsprechende Asphaltierung würde bis zu 20 000 Euro kosten.

Eine Lösung wäre ein komplett anderer Platz. Bei der Suche danach rauchten die Köpfe der Jugendlichen. Leider war keine der vielen Ideen anwendbar. Der Bürgermeister freute sich über das Engagement und munterte die jungen Bürger auf, weiter nachzudenken: »Geht nochmal in euch und denkt nach, vielleicht finden wir ja einen passenden neuen Ort!« Auch wenn die Gemeinde die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, so scheint es, dass viele bereits den Glauben an eine Lösung verloren haben. Sie fahren lieber zum Skaten nach Schönau am Königssee.

Zukünftige Konzerte im »Werk 34« waren am Dienstag auch auf der Tagesordnung. Momentan können aufgrund von Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen keine Konzerte mehr veranstaltet werden. Jedoch wird das Mehrgenerationenhaus laut Franz Rasp und Sabine Wimmer bis zum Juli für diese Anforderungen passend gerüstet.

Natürlich ist auch der Sport ein Hauptthema für die jungen Berchtesgadener. Auch hier gibt es Neuerungen: »Wir werden den Sportplatz jetzt für alle öffnen. Der Kunstrasenplatz wird momentan saniert und dann für alle geöffnet sein«, verkündete Rasp den Sportbegeisterten. Auch den Einwand, die Breitwiesen-Sporthalle sei veraltet und viel zu niedrig, nahm Rasp ernst. »Ich kann heute nicht sagen, wann hier etwas geschieht. Es ist aber ganz klar, dass da was gemacht werden muss.«

Ein wichtiger Appell an die Jugendlichen kam abschließend von Sabine Wimmer: »Ich möchte euch noch einmal daran erinnern, dass der Nachtschwärmer nach Salzburg, für den ihr euch eingesetzt habt, kaum genutzt wird. Wenn die Nutzung bis Ende des Jahres nicht massiv nach oben geht, werden die beiden Linien wieder eingestellt.«

Trotz Rückschlägen in mancher Hinsicht ist das Positive an der Jugendbürgerversammlung für viele glasklar erkennbar. Die Jugendlichen haben in Franz Rasp einen Bürgermeister, der sie ernst nimmt und auch für ihre Interessen einsteht. Dies hinterließ bei ihnen ein gutes Gefühl. Auch bei Maresa Summek, Klassensprecherin der 10c des Gymnasiums Berchtesgaden: »Ich bin aus der Schönau und bin trotzdem heute hergekommen. Ich gehe ja auch auf das Gymnasium Berchtesgaden. Darum haben wir auch mit der Turnhalle zu tun. Ich finde es einfach gut, dass wir mit dem Bürgermeister persönlich reden können und er auch wahrnimmt, was wir sagen. Es gibt viele Dinge, die wir in Berchtesgaden ändern möchten. Dass er berücksichtigt, was wir wollen, das finde ich super.« Annabelle Voss