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Keine Lust auf »Luxus-Zweitwohnung«

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Was passiert mit dem ehemaligen Café »Hochschwarzeck«? Eine Wohnnutzung möchten Teile des Gemeinderats verhindern. Eine touristische Nutzung ist aber fraglich. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Ramsau - Zum wiederholten Mal im Gemeinderat heiß diskutiert wurde das ehemalige Café »Hochschwarzeck«. Der Bauwerber möchte das aktuelle Gebäude abreißen und anstatt dessen einen neuen, deutlich verkleinerten Bau errichten. Die Vorbehalte einzelner Gemeinderäte waren schließlich so zahlreich, dass die Bauvoranfrage mit acht Gegenstimmen abgelehnt wurde.


Eine lange Tradition hat das Café »Hochschwarzeck«, im Außenbereich gelegen. Der Plan, dieses nun abzureißen und dafür ein Wohnhaus zur Eigennutzung zu errichten, stößt bei vielen Ramsauer Gemeinderäten auf Unverständnis. 750 Quadratmeter überbaute Fläche findet sich dort. Das Wohnhaus mit zwei Vollgeschossen wird deutlich kleiner, was die überbaute Fläche anbelangt: 350 Quadratmeter. »Eine Reduzierung um mehr als 50 Prozent war notwendig«, so Bürgermeister Herbert Gschoßmann, »weil sich der Bau im Außenbereich befindet und das eine der Voraussetzungen ist, um hier ein Wohnhaus mit Eigennutzung zu genehmigen.«

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Seitens der Gemeinde gebe es keine Probleme mit der Erschließung. »Aus Sicht der Kommune sollte das Einvernehmen erteilt werden«, war sich Gschoßmann sicher. Nicht verhehlen wollte er, dass es mittlerweile weitere Interessenten für das ehemalige Café »Hochschwarzeck« gibt.

Hannes Grill (Ramsauer Wahlblock) bezeichnete das »Hochschwarzeck« als »wichtigen Mosaikstein« im touristischen Bereich. »Eine Gastronomie gehört da oben einfach hin.« Ein Wegfall wäre kein gutes Signal. Wichtig sei nun, alle Hebel in Bewegung zu setzen, »um die Gastronomie dort oben zu erhalten«. Jedoch möchte der Bauwerber dies ganz klar nicht, sondern nach dem Abriss einen Neubau zur Wohnnutzung realisieren.

Für Wolfgang Bartels ist es eine »traurige Entwicklung«, wenn es beim ehemaligen »Hochschwarzeck« keine Gastronomie mehr gäbe. Bevor allerdings gar nichts passiere, sei das Vorhaben die deutlich bessere Variante.

»Ich tue mich mit dieser Lösung schwer«, sagte Josef Wurm (CSU). Weitere Interessenten sollten abgewartet werden, ehe man weiterentscheide. Man müsse die Chance nutzen, dass dort auch Ferienwohnungen weiterbetrieben würden.

Als »Drama« bezeichnete Rudi Fendt (Ramsauer Wahlblock) die Entwicklung. Ein »Vorzeigeplatz« werde nun zur »Luxus-Zweitwohnung«. »Das tut mir weh.« Um das Café »Hochschwarzeck« lohne es sich zu kämpfen. Er forderte, Signale in Richtung touristischer Nutzung zu setzen. »Alles andere kann nicht unser Ziel sein.«

Bürgermeister Herbert Gschoßmann teilte mit, dass es gemeindeseitig kaum möglich sei, kein Einvernehmen zu erteilen. »Ansonsten wird dieses vom Landratsamt ersetzt werden.« Bauvoranfragen abzulehnen, sei nicht möglich - »nur weil wir etwas anderes wollen«.

Monika Gschoßmann (CSU) sagte, dass sie sich kein Gasthaus erwartet. »Das neue Haus aber wegzureißen, geht gar nicht.« Und auch Richard Graßl (CSU) forderte, »an dieser Stelle auch weiterhin eine touristische Nutzung beizubehalten«. Kilian Pfeiffer