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»Keine verschleppte Insolvenz«

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Schönau am Königssee - Nach einem Antrag der Freien Wähler Schönau am Königsee ist im Gemeinderat am Dienstag eine Diskussion über das Kongresshaus Berchtesgaden und die Watzmann Therme entbrannt. Zuvor hatte Bürgermeister Stefan Kurz, Vorsitzender des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, einen von Richard Lenz auf der vorausgegangenen Sitzung eingereichten Fragenkatalog beantwortet.


Vom Bürgermeister erfuhren die Gemeinderäte unter anderem, dass in der Watzmann Therme derzeit keine Rücklagen mehr vorhanden sind. Für die Vordachsanierung seien Rückstellungen in Höhe von 250 000 Euro gebildet worden, die Ausschreibung laufe derzeit. Nicht für sinnvoll hält Bürgermeister Stefan Kurz die Idee, dass die Verwaltung der Watzmann Therme künftig von der TRBK durchgeführt werde. »Für den Betrieb der Watzmann Therme ist ja eigens eine GmbH gegründet worden, um Kosten zu sparen«, sagte Kurz.

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Wo die Watzmann Therme in fünf oder zehn Jahren stehe, hänge davon ab, ob in Zukunft weitere neue Bäder entstehen. Wenn beispielsweise das Paracelsusbad in Salzburg gebaut werde, dann werde sich die Situation bei der Watzmann Therme erheblich verschlechtern.

In der Diskussion frage Richard Lenz, ob nach dem Kongresshausumbau weiterhin mit einem 700 000-Euro-Defizit zu rechnen sei. Stefan Kurz ist überzeugt, dass der Betrieb nach dem Umbau sicherlich wesentlich günstiger würde, weil sich der Personalaufwand reduziere. Allerdings gab Kurz auch zu verstehen, dass es bei so einem Haus immer ein Defizit geben werde.

Beppo Maltan (Freie Wähler) sagte, dass im Rahmen der Diskussion zur Watzmann Therme sogar von einer »verschleppten Insolvenz« gesprochen werde. Das wies Stefan Kurz zurück. Die Pacht der Watzmann Therme sei in den Anfangsjahren sehr hoch angesetzt worden und habe dann nicht mehr beglichen werden können. Die Tourismusregion habe dann den Beschluss gefasst, dass die TRBK für Verluste mit maximal 1 Million DM eintrete. Dieser Beschluss sei bis dato gültig.

Beppo Maltan fragte unter anderem auch, ob der Bau der Rupertustherme in Bad Reichenhall nicht hätte verhindert werden können. Laut Stefan Kurz hätten sich die Bürgermeister damals an Ministerpräsident Stoiber gewandt und auf den zunehmenden Konkurrenzdruck im Falle eines Badbaues in Bad Reichenhall verwiesen. Vom Freistaat Bayern habe man die Antwort erhalten, dass es sich bei der Rupertustherme ja nicht um ein Spaßbad wie in Berchtesgaden handele. Als dann die Rupertustherme einen Anbau mit Spaßbereich errichtete, habe man erneut ein Schreiben an den Freistaat Bayern gerichtet. Ohne Erfolg, wie man längst weiß. UK