weather-image
29°

Keine »Vogelfalle« am Haus der Berge

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Projektleiter »Haus der Berge«, Ulrich Brendel, beruhigt alle Vogelfreunde.
Bildtext einblenden
Keine Gefahr für Vögel: Spezielles Glas und ein Lamellensystem sorgen vor. Fotos: Anzeiger/kp

Berchtesgaden - Glas, wohin das Auge reicht: Die Bergvitrine am Haus der Berge ist wegen ihrer riesigen Glasfronten ein wahrer Blickfang. Auch ein Vogelfang? »Nein«, sagt Projektleiter Ulrich Brendel von der Nationalparkverwaltung. Denn die Bergvitrine wird meistens mit einem Lamellensystem geschlossen sein.


Meldungen besorgter Anwohner, Vögel seien gegen die Bergvitrine geflogen und tot am Boden gefunden worden, bestätigt Brendel. »Mir sind zwei Fälle bekannt«, sagt er. Allerdings nicht am Kubus, 15 mal 15 mal zwölf Meter groß, sondern an einer weiter hinten gelegenen Stelle des über 100 Meter langen Nationalparkzentrums.

Anzeige

Dass Vögel gegen Glasflächen fliegen, sei nichts Außergewöhnliches und komme bei jedem Einfamilienhaus vor. Allerdings hat die Nationalparkverwaltung vorgesorgt, denn der Vogelflug sei für die Verantwortlichen ein wichtiges und sensibles Thema: »Wir tun alles dafür, dass der Schaden so gering wie möglich ausfällt«, sagt Brendel.

In der Regel erscheinen Glasfronten für Vögel wie Bereiche, die durchflogen werden können. Das sei bereits bei der Planung des Hauses der Berge berücksichtigt worden. Zum einen verwandte man laut Hersteller spezielles Glas, das auf Vögel abschreckend wirkt. Aber eben kein einhundert Prozent vogelsicheres Glas. Denn das wäre mit seiner eingearbeiteten Gitterstruktur zu teuer gewesen und hätte aufgrund der großen Glasflächen die Kosten gesprengt.

Hinzu kommt, dass zehn Meter hohe Lamellen im Inneren der begehbaren Bergvitrine dafür sorgen, dass diese abgedunkelt ist. Lediglich zwölf Minuten pro Stunde sind die Lamellen geöffnet. Und trotzdem wird es für die Vogelwelt so aussehen, als befinde sich ein Hindernis vor ihnen.

»Trotz aller Maßnahmen kann es natürlich dazu kommen, dass mal ein Tier gegen die Scheibe fliegt«, sagt Brendel. Zum allgemeinen Problem werde das aber mit Sicherheit nicht werden. kp