weather-image
19°

»Keine Vorbehalte gegenüber Ausländern«

2.7
2.7
Bildtext einblenden
Michael Landthaler, Sprecher der Interessengemeinschaft an der Wimbachbrücke. (Foto: Pfeiffer)

Ramsau – Die Interessengemeinschaft an der Wimbachbrücke, die sich wegen der geplanten Asylbewerberunterkunft gegründet hat, lässt das Objekt anwaltlich auf »Eignung und Rechtmäßigkeit überprüfen«. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Lokalzeitung vorliegt. Gründe für die Bedenken gibt es viele.


Vorbehalte gegenüber Ausländern gebe es keine. Dies im Vorfeld zu äußern, ist der Interessengemeinschaft wichtig. »Wir sind aber der Meinung, dass sowohl für die zukünftigen Bewohner der Asylbewerberunterkunft als auch für die benachbarten Vermieter der Standort nicht geeignet ist«, sagt Thomas Höller, einer der beiden Sprecher der Interessengemeinschaft. So betrage die Entfernung der Asylbewerberunterkunft »zur nächsten Einkaufsmöglichkeit im Dorf Ramsau 2,3 Kilometer.« Der Dorfladen biete zwar das Wichtigste, »jeder Ramsauer weiß aber, dass ein Einkauf in den umliegenden Lebensmittelmärkten in Berchtesgaden unumgänglich ist.« Große Probleme gebe es mit dem öffentlichen Nahverkehr im Ort, speziell in den Wintermonaten stehe dieser nur sehr »eingeschränkt zur Verfügung«. Michael Landthaler, der zweite Sprecher der Interessengemeinschaft, ist der Ansicht, dass die »Errichtung einer Asylbewerberunterkunft am meist frequentierten Parkplatz des Ramsauer Talkessels, dem Parkplatz an der Wimbachbrücke, und zugleich am Eingang zum Nationalpark fragwürdig« ist. Dort seien ausschließlich Beherbergungsbetriebe und Vermieter von Ferienwohnungen. »Die umliegenden Vermieter rechnen mit einem massiven Rückgang der Übernachtungszahlen«, heißt es in der Interessengemeinschaft. Erste Stornierungen der Gäste seien bereits erfolgt. Ein unmittelbar an die geplante Unterkunft angrenzender Vermietungsbetrieb sei allein durch die baulichen Gegebenheiten in seiner Existenz bedroht. »Es kann nicht sein, dass die Existenz einer einheimischen Familie für die Errichtung einer temporären Asylbewerberunterkunft aufs Spiel gesetzt wird«, sagt Michael Landthaler, der mittlerweile im Auftrag der Anwohner eine Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet hat. Ungeklärte Zufahrtsrechte direkt an der geplanten Unterkunft vorbei hin zu den Anwohnern verkomplizieren die aktuelle Situation, so heißt es.

Anzeige

Die Interessensgemeinschaft hat die Kanzlei ebenfalls beauftragt, die »Klagefähigkeit in Hinblick auf Schadensersatz zu überprüfen und gegebenenfalls gegenüber dem Betreiber, der Gemeinde, dem Berchtesgadener Land oder dem Freistaat Bayern Schadensersatz geltend zu machen«, wie aus dem Schreiben hervorgeht. »Für uns ist es einfach nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde einer Nutzungsänderung zugestimmt hat.« Auf Nachfrage bei der Gemeinde heißt es, »dass keine rechtlichen Einwände vorlagen«. Kilian Pfeiffer