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Keine Zukunft für Karl Kaps

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Marktschellenberg – Die Hilfsaktion des Bund Naturschutz (BN) für den Marktschellenberger Bauern Karl Kaps, Spendengelder für den Grundstückskauf am Rossboden zu sammeln, wurde beendet, wie Rita Poser dem »Berchtesgadener Anzeiger« am Mittwoch mitteilte. Denn der Grundstückseigentümer, der Berliner Architekt Oliver Kühn, sei »an einem Verkauf der geschützten Flächen am Rossboden« nicht interessiert. Wie es nun weitergeht, ist unklar, einen Monat hat Karl Kaps nun noch Zeit.


Ernüchterung beim Bund Naturschutz: Der Architekt, der die Rossboden-Flächen im Eigentum hat, möchte diese nicht veräußern. Die Sendung »quer« im Bayerischen Fernsehen hatte erstmals Anfang April über dessen Bauvorhaben im Außenbereich berichtet. »Aufgrund des großen Interesses und der Unterstützungswelle auch über Bayern hinaus, sah der Bund Naturschutz die Möglichkeit, die Naturschutzflächen vom Architekten zu kaufen und schickte ihm eine schriftliche Anfrage«, so Rita Poser. Dieser erteilte nun eine mündliche Absage. Er wolle nicht verkaufen. Für Bauer Karl Kaps bedeutet das, dass er am Rossboden keine Zukunft haben wird.

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In einer Pressemitteilung stellt der Bund Naturschutz nun klar, dass es »im Internet und auf Facebook immer wieder zu Behauptungen kommt, die nicht den Tatsachen entsprechen.« Bei der kürzlich gestarteten Hilfsaktion sei es nicht darum gegangen, »Spendengelder für Karl Kaps zu sammeln, sondern für einen möglichen Grundstückskauf der Biotopflächen für den Bund Naturschutz.« Diese hätte Karl Kaps – bei erfolgreichem Abschluss – weiter extensiv nutzen können, solange es ihm möglich gewesen wäre. Auch die künftige Pflege der Flächen hätte sich, laut BN, sicher stellen lassen, »da sich in nächster Zeit im Landkreis ein Landschaftspflegeverband gründen wird.« Eine weitere Option sei die Suche nach einem neuen Zuhause für Karl Kaps gewesen.

Dieser besitze im Übrigen »weder ein Mehrfamilienhaus in München oder sonst irgendwo.« Kinder habe Karl Kaps ebenfalls keine. Somit könne er einen eventuellen Besitz auch nicht überschrieben haben, wie der Bund Naturschutz feststellt.

Aktuell suchen die Mitglieder des BN händeringend nach einer neuen Unterkunft für Karl Kaps. Bis Ende Mai muss dieser vom Rossboden ausgezogen sein. »Sehr viel Zeit bleibt nicht mehr«, sagt Rita Poser. Kilian Pfeiffer