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Kindertagesstätte auf Pfählen

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Noch ein paar Wochen, dann hat Marktbaumeister Peter Hasenknopf (2.v.l.) sein derzeit größtes Projekt abgeschlossen. Mit auf dem Foto (v.l.): Bauingenieur Thomas Wagner, Bauleiter Robert Bernegger und Markt-Mitarbeiter Markus Voss. Fotos: Anzeiger/Pfeiffer
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2,25 Millionen Euro und für 75 Kinder gedacht: die neue und erste Berchtesgadener Kindertagesstätte.
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Zu tun gibt es noch viel: Einen Monat haben die Handwerker noch Zeit. Dann wird eröffnet.

Berchtesgaden – Marktbaumeister Peter Hasenknopf ist zuversichtlich, dass die Bauarbeiten an der neuen Kindertagesstätte bis Mitte Oktober beendet sein werden. Dann eröffnet das ansehnliche Gebäude, das Platz für bis zu 75 Kinder bieten soll. 2,25 Millionen Euro kostet die groß dimensionierte Einrichtung, bei der sich der Markt Berchtesgaden aus gutem Grund nicht lumpen ließ.


Dabei waren die Vorarbeiten mit so mancher Hürde verbunden. Der Baugrund sei »schwierig« gewesen, dieser musste stabilisiert werden. Rund 50 Bohrpfähle mit jeweils sieben bis neun Metern Länge mussten mit schwerer Technik in den Boden getrieben werden, um den Untergrund des Areals zu sichern. Allein die Außenanlagen umfassen etwa 3 000 Quadratmeter Grund, sollen voll bespielbar und mit dem alten Kindergarten verbunden sein, weiß Bauingenieur Thomas Wagner.

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Vor dem Haus wird betoniert, drinnen sind Handwerker mit den Sanitäreinrichtungen beschäftigt, der Maler war bereits da und hat den Räumen einen schicken, kindgerechten Farbanstrich verpasst. Die Böden fehlen noch. Linoleum soll verlegt werden, »ein gutes Material«, meint der Marktbaumeister.

Die Kindertagesstätte hat eine Geschoßfläche von 900 Quadratmetern, 790 Quadratmeter sind reine Nutzfläche für die Kleinen. Mehrere Gruppen- und Nebenräume bieten viel Platz für so manches Spiel, in Mehrzweckräumen toben sich die Kleinen aus, ein groß angelegter Spielflur mit leicht gebogenen Wänden soll einladen, um auch einmal mit dem Bobby-Car durch den Raum zu flitzen. Viel Platz also für 75 Kinder, die bei Vollauslastung aufgenommen werden können. Die bisherigen Anmeldezahlen sind gut, in der Verwaltung des Marktes Berchtesgaden zeigt man sich zufrieden.

Nächste Woche soll die Küche eingebaut werden, in der etwa das Mittagessen für den Nachwuchs vorbereitet wird. Man vertraut, wie schon im alten Berchtesgadener Kindergarten, auf einen externen Kita-Service, der sich um die Kindertagesstätten-Verpflegung kümmert, inklusive Ernährungsberatung.

Bei der Hauselektrik gibt es noch einiges zu tun, alle Steckdosen müssen montiert, alle Lampen aufgehängt werden. Die Fliesenleger-Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Beinahe alle Räume präsentieren sich lichtdurchflutet, was auch an den großen, repräsentativen Echtholzfenstern liegt. Die Aussicht auf den Obersalzberg ist sehenswert, der Blick ist unverbaubar.

Bauingenieur Thomas Wagner gefällt besonders der Kreativraum im Erdgeschoß. Dort befindet sich ein badewannenähnliches Becken, das auch als solches genutzt werden kann. »Hier darf alles nass werden«, weiß Wagner. Eigens für die Kleinsten geschaffen, zeigen sich die Sanitäreinrichtungen: Da befindet sich das Waschbecken dann nur ein, zwei Lineallängen vom Boden entfernt. Einen Spiegel gibt es obendrein, die Fliesen sind liebevoll mit kleinen Farbvarianten gestaltet, alles wirkt aus einem Guss.

Besonderes viel Geld ist in den Brandschutz geflossen. Die Auflagen seien deutlich höher als bei Wohnhäusern, sagt der Bauingenieur. Jeder Raum benötigt mindestens zwei Fluchtwege, die im Brandfall genutzt werden können.

Einiges zu tun gibt es bei den Außenanlagen: Dort müssen die Grünflächen angepasst werden, bislang zeigt sich der Untergrund noch erdbraun, schon bald soll der Rasen wachsen, einige Flächen werden noch gepflastert. Die Anlagen statten die Gestalter mit Spielgeräten aus, Kinder sollen viel Abwechslung erleben können.

Langsam wächst der Fertigstellungsdruck. Die Arbeiten nähern sich ihrem Ende. Schließlich muss das Haus noch mit Einrichtung ausgestattet werden. Am 15. Oktober ist Stichtag. Ab dann werden Kinder für zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen erwartet, die täglich von acht neuen, beim Markt Berchtesgaden angestellten Mitarbeitern betreut werden. Kilian Pfeiffer