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Kirche, Kaiser und Kolosseum

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Der Höhepunkt der Reise war für die Berchtesgadener Ministranten der Besuch beim emeritierten Papst Benedikt XVI. (Foto: privat)

Rom – 104 Ministranten, Eltern und Seelsorger aus dem Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden sind nach Rom gefahren. Dabei waren Ministranten aus Maria am Berg, Maria Ettenberg, Maria Gern, Marktschellenberg, Oberau und der Stiftskirche.


Sofort nach der Ankunft am Campingplatz an der Via Aurelia ging es los: Die Ministranten wurden in Gruppen eingeteilt, die von erwachsenen Begleitern betreut wurden. Zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging es dann auf zu Sehenswürdigkeiten. Bis zum Schluss der Reise hatte die Gruppe allein zu Fuß stolze 65 Kilometer auf dem holprigen römischen Pflaster bewältigt.

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Blick auf die sieben Hügel

Eine kurze Andacht, gestaltet von Diakon Bernhard Hennecke auf dem Petersplatz, und eine Einführung in die Geschichte des Ortes von Pfarrer Frauenlob halfen beim Ankommen. Vom Gianicolo-Hügel aus öffnete sich den Berchtesgadenern ein prächtiger Blick auf die sieben Hügel des antiken Roms.

Der Mittwoch war von der Begegnung mit gleich zwei Päpsten geprägt (wie bereits berichtet). Aber auch für einen Besuch der Grabeskirche des Völkerapostels Paulus war noch Zeit.

Der dritte Reisetag stand im Zeichen des Apostels Petrus und seiner Grabeskirche. Am Morgen zelebrierte Kaplan Wiesheu in der Kirche des Campo Santo im Vatikan eine Heilige Messe.

Führung durch die Peterskirche

Pfarrer Frauenlob führte durch die Peterskirche und erschloss der Gruppe die Geschichte und die Theologie des Baus. Einer kleineren Gruppe war es möglich, in die Ausgrabungen unter der Peterskirche zu gelangen und so die historischen Zusammenhänge um das Petrusgrab genauer kennenzulernen. Dabei war von den Teilnehmern archäologisches Grundverständnis und viel Vorstellungskraft gefordert.

Gerade hatte man sich etwas an den Rhythmus gewöhnt, war schon der letzte Tag der Reise angebrochen. Mit der Bahn ging es zum berühmten Bahnhof Roma Termini. Von dort führte ein Spaziergang nach Maria Maggiore und den Bereich des Goldenen Hauses des Kaisers Nero zum mächtigen Rund des Kolosseums. Die Schilderung von Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen jagten manchem einen Schauer über den Rücken. Schließlich bildete eine Messfeier in der Kirche Santo Stefano Rotondo den geistlichen Abschluss der Tage. Diese Kirche aus dem 5. Jahrhundert ist nicht nur architektonisch von ungewöhnlicher Bedeutung, sondern für Pilger aus dem Erzbistum München und Freising ein wenig heimisch, weil sie die Titelkirche von Friedrich Kardinal Wetter ist, der sie vor genau 30 Jahren verliehen bekommen hatte. Zudem erzählte Pfarrer Frauenlob, dass er am Tag nach der Priesterweihe in Sant Ignazio 1993 hier seine Primiz gefeiert hatte.

Fußballspiel gegen die Schweizer Garde

Zum Abschluss besuchte die Gruppe noch den Lateran, die eigentliche Bischofskirche von Rom. Vor allem die jungen Minis waren in der Deutung der Symbolik der frühchristlichen Mosaike eifrig bei der Sache. Nach einem letzten anstrengenden Spaziergang traf man in einer weitläufigen Sportanlage mit einem traumhaften Blick auf die Peterskuppel zu einem sportlichen Event auf den FC Guardia, die Fußballmannschaft der Päpstlichen Schweizer Garde. Das Spiel war auf Vermittlung von Pfarrer Frauenlob zustande gekommen, der während seiner römischen Jahre als Seelsorger bei der Garde tätig war. Alt und Jung, Mädchen und Buben waren bei nachmittäglicher Hitze eifrig bei der Sache und wurden lautstark von den Schlachtenbummlern unterstützt.

Letztlich trug doch der FC Guardia mit 3:0 den Sieg gegen die Berchtesgadener Minis davon. Doch war der Spaßfaktor wichtiger. Ein Pizzaessen in der »besten Pizzeria Roms« bildete schließlich den kulinarischen Schlusspunkt der Reise. fb